Als Info zu den Twitter-Signale, die den einen oder anderen vermutlich auf Grund der hohen Frequenz verwirrt haben, möchte ich hier ein paar Informationen nachschieben. Die Signale werden automatisch von NinjaTrader an den Blog gepostet und sind keine langfristigen Tradesignale, sondern Richtungshilfen für Scalper. Der Indikator hat noch einige Schwächen, so kann es vorkommen (wie heute), dass zur Nachrichten-Zeit um 14:30 Uhr innerhalb von 10 Minuten mehr als zwanzig Signale generiert werden. Dieses sollten unbedingt irgnoriert werden, da zu dieser Zeit kein Scalping nach diesem Indikator möglich ist. Die Signale kommen relativ zeitnah, so dass ein Einstieg fast immer möglich ist. An dieser Stelle sollte ganz klar erwähnt werden, dass man nicht in jeden Trade reinkommt und das jeder Trader dazu eigene Regeln entwerfen muss aber grundsätzlich hat die Ausrichtung des Indikators eine ziemlich hohe Trefferwahrscheinlichkeit. Ich werde die theorethischen Werte hier regelmäßig posten. Die Trades kann natürlich auch jeder selbst auswerten, wobei vom Donnerstag einige fehlen und ich heutige einige aus der Twitter-Historie gelöscht habe - sie werden aber am Ende des Tage sowieso vom indikator automatisch generiert und bereitgesetllt, so dass ich Sie hier schnell posten kann - auch diesen Vorgang werde ich demnächst umprogrammieren und als Twitter-Post automatisieren. Betrachtet man das System als allways-in, dass heisst man brechnet den Profit/ Loss von Einstieg zu Einstieg kommt man auf folgende Zahlen: 05.02.2010 FDAX: +108 Punkte ES: +21 Punkte 06.02.2010 (aktuell 20.06 Uhr) FDAX: +98 Punkte ES: +13 Punkte Das hört sich super an und das wollen ja immer alle sehen :) LOL Selbstverständlich sind das nur hypothetische Werte, denn sie berücksichtigen keine Slippage, Gebühren, etc (allein heute schon ca. 100 Signale, die meisten im FDAX). Ich persönlich hatte gestern 19 und heute nur 10 Kontrakte gehandelt, woran schnell klar wird wie intensiv ich aus den Vorschlägen auswähle und filtere - natürlich habe ich die Punkte bei weitem nicht erreicht. Nächste Woche mache ich ein Video zur Anwendung dieses Systems. Es werden auch wieder Signale auf Tagesbasis kommen; ich kann dazu jetzt allerdings noch keine Zeitangabe machen. LG Aurelius
Das System hat im letzten Monat recht ordentliche Gewinne eingefahren und es fangen dadurch immer mehr an, sich dafür zu interessieren. Ich werde in den nächsten Artikeln nach und nach etwas mehr ins Detail gehen und verschiedene Einstellungen des Systems vorstellen; denn das was hier im Blog gezeigt wird, ist natürlich nur die Basis - und man kann den trivialen Ansatz auch schnell nachvollziehen. Das System wird auf drei relativ stark korrelierenden Indizes gehandelt und hat von der Darstellung ein paar Schwächen, die ich als erstes aufzählen möchte: Zur Umsetzung: Um die Darstellung kompakt zu halten, werden alle drei Werte in einen einzigen Systemchart eingebettet, was dazu führt dass auch das MM/ RM für alle gleich angesetzt wird. Diejenigen, die also ähnlich handeln und eine leichte Abweichung der Performance festgestellt haben, müssen also berücksichtigen, dass man beim Handel mit CFD's nicht immer den gleichen Spread ansetzen kann, so haben MDAX und der TECDAX meistens einen um ein bis drei Punkte höheren Spread, was zu einer Reduzierung des Gewinns von ca. 400 Euro führt (das System berücksichtigt einen Spread von 1,5). Diesen Mißstand könnte man beheben, wenn man jeden Index in Tradesignal einzeln betrachtet - dies ist mir an dieser Stelle und zu diesem Zweck allerdings zuviel Aufwand. Zum Risiko/ Stop Das System ist quasi "allways in". Der Stop liegt vom Prinzip her im Geld und zwar bei maximal zwei Prozent des Kapitals. Da der Stop charttechnisch bestimmt wird, nämlich an den Vortagesextrema, kann es also tatsächlich vorkommen, dass ein Trade bei Überschreitung dieser zwei Prozent nicht durchgeführt werden kann - nur in diesem Fall ist dass System flat - ansonsten wird gedreht. Grundsätzlich gibt es noch viele Filter mehr, wie zum Beispiel Einstiegs- und Ausstiegsfilter, dynamische Positionsgrößenbestimmung in Abhängigkeit vom Erfolg des Systems etc. einen Auszug (nur zur Anschauung, an dieser Stelle noch ohne Erklärung) seht Ihr hier: Das System ist mitnichten überoptimiert (eine Optimierung hat überhaupt nicht stattgefunden), sondern enthält neben Einstellungen zum MM/ RM vor allen Dingen Einstellungen zur Reduzierung der Handelsfrequez oder zu Unterstüzung von halbautomatiscehr Umsetzung der Trades (was ich persönlich bevorzuge). Zur Perfomance: Wendet man das System nun ohne weitere Einstellungen (so wie bisher) mit einem Kontrakt an, sieht die Gewinnkurve wie folgt aus, wobei man beachten muss, dass die Perfomance nahezu proportional zum Einsazt steigt (10 Kontrakte hätten also bei entsprechendem Konto zu ca. 35.000 Euro, 100 zu 350.000 Euro Gewinn geführt): Bei dynamischer Positionsgrößenbestimmung und unterschiedlichem Startkapital hätten wir folgendes Bild, wobei anzumerken ist, dass nur der performanteste Index einen Positionsgrößenveränderung erfährt: Bei Start mit einen Kontrakt und 5.000 Euro Startkapital: Bei Start mit einen Kontrakt und 20.000 Euro Startkapital: Bei Start mit einen Kontrakt und 100.000 Euro Startkapital: Ich gehe mal davon aus, dass ich nicht extra im Detail erwähnen muss, dass Systeme im Livehandel nicht exakt die gleichen Ergebnisse erzielen. Zm Abschluss möchte ich noch die Frage beantworten, wie das System intraday im DAX abschneidet: Im Backtest gut, was aber tatsächlich nicht der Realität entspricht. Im Stundenchart mit den bekannten Einstellungen weist es einen ähnlichen Nettogwinn aus - bei Berücksichtigung von Slippage und Gebühren läuft es aber schnell auf Break-Even oder sogar in den Minusbereich. ... to be continued ... LG Aurelius
Manche schwören ja darauf, am frühen Morgen (oder auch vorbörslich), mittags oder am Abend (oder auch nachbörslich) zu scalpen, weil dort die Gefahr von sonstigen Beeinflussungen des Markts wie Nachrichten oder hysterischer Handel relativ gering sind. Ich mag eigentlich lieber das Handeln zu Zeiten mit maximalem Volumen, wenn ich aber abends erst spät nach Hause komme, ist dieser Ansatz unter gewissen Rahmenbedingungen (s.u.) recht einfach zu handeln. Die Vorteile des Handelns in den oben genannten Zeiten sind: ruhiger Markt, stabile Richtung. Die Nachteile dagegen sind: wenig Volumen, weniger starke Bewegungen. Aufgrund der Nachteile empfiehlt es sich, nur kleine Positionen zu handeln, da die Slippage um diese Zeit größer sein kann und ein Verbilligen bei den kleinen Bewegungen nicht wirklich Sinn macht. Wer Lust hat, kann sich das Video vom Mini-Scalp (ein Kontrakt) des Mini-Russel anschauen; Start kurz vor 22.00 Uhr und 6,5 Minuten Langeweile pur. Hier eine kurze Erläuterung zum Ein- und Ausstieg (ein bisschen Setup) - kurz weil, dass beim Scalpen auch ziemlich schnell gehen muss :) : Als erstes verschaffe ich mir einen kurzen ÜBERBLICK über den Markt (heller Chart). Dort fällt eine Region besonders auf (die ich mit einem blauen Rechteck markiert habe). SETUP: Der Kurs befindet sich zufällig auch genau dort, und damit ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass aus dieser Region in den letzten Handelsminuten kein Ausbruch mehr erfolgt. Nur in diesem Fall sollte man kurz vor Toreschluss noch kurzfristig für ein paar Ticks handeln. EINSTIEG: Anschliessend setzte ich zwei Order (OCO) in den Markt in die Grenzen der Region, in der ich noch ein wenig Bewegung in einer Range erwarte (innerhalb des Rechtecks). AUSSTIEG: Nach Auslösung der Order werden Stop- und Zielorder in den Markt gelegt (OCO). EVTL. AUSSTIEGS-ANPASSUNG: Zur Visualisierung der Ziele und Widerstände zeichen ich dann noch die relevanten Trendlinien ein. Den Rest, den ich dort mache, muss man eigentlich nicht weiter kommentieren, warten und beobachten und so schnell es geht, den Stop nachziehen (NOTAUSSTIEG) ... Bitte nicht wundern, wenn ab und zu mal eine Stimme 'order filled' sagt, ohne dass sich das auf den aktuellen Trade bezieht , im Hintergund laufen noch Systeme, dessen Ausführungsbestätigung ich leider nicht ausblenden kann. Scalping Mini-Russel near market close from Aurelius on Vimeo. Das Video endet mit einem neuen Setup auf Fibonacci-Retracement-Levels. Das hatte ich zwar auch auf Video aufgenommen, war aber noch langweiliger, daher nur ein kurzer Screenshot, mit dem bereits im Gewinn abgesicherten Folge-Trade. Kurz danach habe ich ihn manuell aufgelöst, da kaum noch Bewegung im Markt war. In Summe waren das nun 80$ (abzüglich kleiner Gebühren), nicht viel, dafür in ca. 12 Minuten mit sehr geringem Risiko. LG Aurelius **************** UPDATE **************** Eigentlich wollte ich gestern (22.09.2009) noch ein weiteres Video zum Thema Feierabend-Scalp einstellen, aber nach dem ich nur mit Mühe auf Break-Even kam und gute 60min. Videomaterial hatte, habe ich beschlossen dies nicht zu veröffentlichen, da die vorangehenden Fehler auch keinen Lerneffekt hatten - ich war schlicht gehetzt und übereilt in den Markt und habe jedes mal, trotz richtig antizipierter Richtung, zu früh geschlossen. Nun dafür aber ein ganz frisches Video (vor gut einer Stunde 23.09.2009), dass noch mal die Relevanz der Trendlinien, auch im kurzfristigen Bereich, zeigen könnte. Hier sind sowohl meine eigenen (im dunklen Chart) als auch die von der Software automatisch berechneten (im hellen Chart) ein gute Hilfe gewesen und hatten durchaus Relevanz. Da das Video wieder ewig dauert habe ich es auf ca. 11 min. geschnitten und zusätzlich einen Screenshot angehängt, der die Situation kurz vor Exit zeigt - kurz nach dem Screenshot habe ich die erste Position geschlossen, die zweite dann auf +2 Ticks gesetzt, bis sie ausgestoppt wurde. Scalping FDAX (unsing trendlines filter) from Aurelius on Vimeo. Der Screenshot kurze Zeit später ... ... und noch ein Bild zu den Trendlinien kurze Zeit später, was zeigt, dass der Ausstieg durchaus berechtigt war. LG Aurelius
Tradingstragie, Anfangskapital, Gebühren, Risiko und Gewinn - in der Theorie .... das interessiert vielleicht am Anfang nicht jeden, aber man kommt nicht drum herum, sich damit zu beschäftigen. Da ich mich in der letzten Zeit intensiv damit auseinandergesetzt habe meine Trading-Timeframes zu vergrößern, war ich gezwungen meine Strategien umzubauen und wieder backzutesten. Das gleiche Szenario habe ich nicht zum ersten mal durchgespielt, habe mich allerdings wieder daran erinnert, dass mir das Backtesten schon vor Jahren oftmals die Augen geöffnet hat und mir häufig geholfen hat einzusehen, was gut und was weniger gut ist. Wer diesen Artikel liest wird auch verstehen, warum ich seit Jahren versuche mein Swing-Trading zu optimieren und mich immer mehr vom Scalpen zurückziehe, auch wenn mein Mini-Timeframe-Trading gut läuft, ist der zeitliche Luxus, den ein gutes Swing-Trading mit sich bringt nicht aufzuwiegen. Eine gute Strategie ist für mich notwendig und in diese gehen bei mir immer Anfangskapital, Gebühren und Risiko mit ein. Ich versuche im Folgenden einfach die Zahlen sprechen zu lassen und werde nur kurz kommentieren. Besonders interessant kann dieser Artikel für alle Anfänger oder Freunde des Systemhandels sein - wobei ich an dieserStelle gleich anmerke, dass dieses System noch nicht fertig und abgeschlossen ist und bei mir ab sofort im Realhandel einen sog. Pretest zur Optimierung der Ausstiege durchlaufen wird. Im Folgenden versuche ich kurz meine Herangehensweise bei der Feinspezifikation darzustellen: Das System: Angenommmen ich habe ein System auf Tagesbasis für den Dax-Index entwickelt, dass bisher gute Ergbnisse bringt. Ich habe natürlich vor allen Dingen Interesse den Verlauf in Krisenzeiten zu prüfen. Ich nenne das System Aurelius-Reversal und teste es auf den Dax für die letzten 10 Jahre. Im ersten Schritt teste ich das System mit 5.000, 10.000, und 20.000 Euro Startkapital mit einer Investitionsstragie, die ausschliesslich auf dem Initialkapital beruht, d.h. Gewinne werden nicht reinvestiert (Positionsgrößen bleiben unverändert). An dieser Stelle sei erwähnt, dass es für Trader, die davon leben, wichtig sein kann, dass Systeme auch ohne Reinvestment funktionieren, da ich zum Leben immer wieder Gewinne in entsprechenden Größen entnehmen muss - von steuerlichen Abzügen mal ganz abgesehen ... (hierüber lässt sich natürlich ausgiebig streiten). Folgende Ergebnisse lassen sich feststellen: Inititialkapital (in Euro) Risiko in % Gewinn (in Euro) 5.000 1 14.928 10.000 1 23.565 20.000 1 37.846 Für 10.000 Euro sieht das dann so aus: Nun ist eine Verdopplung bis Verdreifachung in 10 Jahren nicht so interessant, die Equity-Kurve sieht aber sehr schön aus und scheint im Schnitt jedes Jahr Gewinne zu erzeugen... und in der Tat so sehen die Jahre aus: Gebühren: Eine entscheidende Sache haben wir vergessen: Für jeden Trade fallen Gebühren an, d.h. wir rechnen jetzt damit, dass uns ein normaler CFD Kontrakt (z.B. Marketindex) nur den Spread von einem Euro kostet und da man vielleicht nicht immer die optimale Ausführung bekommt rechnen wir mit 2 Euro pro Kontrakt (quasi als Ersatz für Slippage). Natürlich vermindert sich nun der Gewinn nicht unerheblich. Inititialkapital (in Euro) Risiko in % Gewinn (in Euro) 5.000 1 11.798 10.000 1 17.059 20.000 1 37.563 Schön zu sehen ist jetzt, dass sich die Gebühren auf ein größeres Konto weniger auswirken als auf ein kleines, aber nach wie vor bleibt das System stabil; auch wenn es jetzt in dem einen oder anderen Jahr weniger Gewinn erwirtschaftet bzw. es in einem Jahr sogar zu einem kleinen Verlust kommt. Im Großen und Ganzen verändert sich der Verlauf der Equity-Kurve aber nur marginal. Die Gebühren lassen wir fortan unverändert. Der Zinseffekt Wie sieht das Ganze aus, wenn wir die Gewinne reinvestieren und nicht immer nur das Initialkapital zur Positionsgrößenbemessung verwenden? Hat das signifikante Auswirkungen? Inititialkapital (in Euro) Risiko in % Gewinn (in Euro) 5.000 1 27.017 10.000 1 61.264 20.000 1 100.239 ... das sieht nun schon ein wenig effektiver aus, wir konnten unser Kapital nunmehr verfünfachen. Für 20.000 Euro sieht das dann so aus: An dieser Stelle lohnt es sich dann vielleicht auch schon mal einen Blick auf die Statistik zu werfen: Optimierung: Positionsgröße nach Risikobereitschaft Es gibt unzählige Methoden ein System zu verbessern, so ist es z.B. möglich Trend-, Volumen oder Volatilitätsfilter einzbauen. Dies wird dann letzten Endes in unserem Beispiel dazu führen, dass wir weniger Signale erhalten und seltener ausgestoppt werden. Wichtig ist, was man dabei optimiert: Eintieg, Ausstieg, max. Drawdown, max. Gewinn, max. Risiko etc. ist natürlich alles nicht ohne Bedeutung, ich werde mich aber im Folgenden des Umfangs halber Ausschliesslich auf den Parameter Risiko zur Positionsgrößenbemessung beschränken (d.h. in diesem Fall: wieviel Kontrakte darf ich bei variabler Risikowahl bzgl. des Kapitals kaufen). Ein Prozent ist eine sehr konservative und recht sichere Wahl; ich persönlich habe allerdings kein Problem damit auch zwei bis drei Prozent zu riskieren. Für kleine Konten folgt (bei sehr kleiner Riskowahl) daraus für unser System unmittelbar, das einige Trades gar nicht erst eingegangen werden und das Verluste stärker zu Buche schlagen. Eine einfache Finanz-Strategie für unser System kann zum Beispiel die Folgende sein: Inititalrisiko 1,5 Prozent und Erhöhung des Riskos um 0,15 Prozent pro Jahr, sofern dieses Jahr erfolgreich war (Verringerung entsprechend umgekehrt); Maximalrisiko 3%, Minimalrisiko 1%. Wir kommen so im letzten Jahr bei 3% Risiko an: Inititialkapital (in Euro) Risiko in % Gewinn (in Euro) 5.000 1(1999)-3(2009) in 0,15er-Schritten 289.141 10.000 1(1999)-3(2009) in 0,15er-Schritten 534.259 20.000 1(1999)-3(2009) in 0,15er-Schritten 1.112.703 Das hohe Risko erzeugt natürlich heftige Ausbrüche in der Equity-Kurve: Um diese Kurve zu glätten, kann man weiter optimieren, z.B. eine Stop-Loss-/ Trailing-Stragetgie einführen (statisch oder dynamisch) oder Trend-Filter verwenden. Zur Anschaung hier vielleicht ein etwas unrealistisches und skurriles Beispiel für die zusätzliche Verwendung eines Stop-Loss von 25.000 Euro und einem Take-Profit bei 150.000 Euro. Für das Beispiel der 20.000-Euro Variante gibt es dann neben der Glättung noch mal einen Zuwachs von ca. 250.000 Euro! Inititialkapital (in Euro) Risiko in % Gewinn (in Euro) 20.000 1(1999)-3(2009) in 0,15er-Schritten 1.374.569 (ink. Stop-Loss, Take-Profit) Die Auswertung sind nun wie folgt aus: ... und für die Jahre: ... oder in Quartalen: Fazit: Wir haben nun ein System, dass wir ausgiebig getestet haben (ich habe natürlich noch viel mehr Tests und Optimierungen als hier aufgezeigt durchgeführt) und von dem wir im Großen und Ganzen überzeugt sind. Das System macht in 10 Jahren ca. 1023 Trades, also durchaus für Hobby- und Feierabendtrader geeignet. Die Aufträge können abends oder morgens eingegeben werden, sollten aber zwischenzeitlich überwacht werden (z.B. durch E-Mail-Alarme). Ein Markt, wenig Trades und in 10 Jahren zur Million, dass klingt zu schön um wahr zu sein, da man nicht mal aktiver Fulltime-Trader sein muss. An dieser Stelle trennt sich nun die Theorie von der Praxis und auch die Psychologie spielt eine wichtige Rolle! Es wäre gut das System vollständig automatisiert laufen zu lassen, denn lange Drawdownserien können natürlich auf das Gemüt schlagen und so ist es besser man muss nicht selbst handeln. Insbesondere muss man sich immer wieder fragen, wie lange das System noch funktioniert und vor allen Dingen: Wann stelle ich das fest? Systeme dieser Art (Trendfolger nach Reversal) haben vor allen Dingen den Nachteil, dass man jeden Trade mitnehmen muss - das Auslassen eines einzigen positiven Trades kann sich schon erheblich auf die Performance auswirken. Wenn man ein wenig mit den Zahlen experimentiert, stellt man fest an welchen Stellen das System sensibel ist. Was dabei besonders interessant ist, ist die Anforderung an das Initialkapital - hier sieht man sofort, dass Trader mit einem Kapital unter 5.000 Euro wesentlich weniger Chancen auf hohe Gewinne haben, da das Kapital nicht ausreicht, dem Risiko gerecht zu werden - unter dreitausend gibt es eigentlich gar keine Aussicht auf Erfolg (nur mit sehr viel Glück und sehr hohem Risiko). Wer also nach Systemen tradet, sollte unbedingt das Money-Management und das Risiko auf die eigenen Bedürfnisse anpassen und niemals Gebühren vernachlässigen. So langweilig zwei Trades pro Woche im Schnitt auch erscheinen, so lächerlich kleine Investments am Anfang auch aussehen: Die Macht liegt in der Kontinuität und Disziplin ... und natürlich dem Zinseffekt. Im Gegenzug sollte allerdings auch jeder überprüfen, ob die Eingangsvoraussetzungen und das Systemergebnis bessser sind als der Ertrag eines normalen Festgeldkontos ... sonst ist es die Mühe nicht wert. LG Aurelius P.S.: Als guter Büger bitte ab sofort jährlich 25% des Gewinns abziehen! Im letzten Fall läge das Depot daher leider nur bei ca. 1,050.000 Euro.
Nachfolgend wird geschildert, wie man ein Handelssystem entwickeln und traden kann (!). Diese Vorgaben sind natürlich nicht nur für mechanische Handelssysteme zu verwenden, sondern sie können auch gleichwohl für einen diskretionären Handelsstil eine Hilfestellung bieten. Ausgangspunkt ist jedoch, dass ein Trader (egal welcher Kategorie er auch angehört) einen fixierten Plan hat, nachdem er kontinuierlich und beständig tradet. "Plane den Trade! Trade den Plan!" Anm.: Die u. g. Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Sie ist nur sehr hilfreich aus meiner Sicht. Verbesserungsvorschläge/Erfahrungsberichte finden in den anschließenden Postings ihren Platz. HS-Entwicklung A) Trading-Idee B) Handelsregeln C) HS schreiben D) HS backtesten und optimieren E) HS starten/handeln F) HS (Ausführungen) überwachen G) HS warten (verbessern, anpassen, aussetzen, beenden) H) Mehrere HS miteinander abstimmen und handeln (Equity-Trading) A) Trading-Idee 1.) Am Anfang steht eine Idee, die viele und hohe Gewinne verspricht. 2.) Diese sollte einen positiven Erwartungswert haben. 3.) Hier wird auch festgelegt welcher Art das HS ist: Trendfolger, Countertrend, BreakOut, Mustererkennung. 4.) Des weiteren entscheidet man sich hier auch für den zu handelnden Time-Frame: Scalping, Intraday-Trading, Swing-Trading, Position-Trading mit den dazugehörigen Time-Sets (Charteinstellungen): Tick-, Minuten-, 15’er-, Hourly-, Daily-, Weekly-Charts. 5.) Hier wird der Grundstein für das zukünftige Trading gelegt, somit sollte auch die gewählte Strategie und ihre Art zur Persönlichkeit des Traders passen. B) Handelsregeln 1.) Es werden Handelsregeln erstellt, die so präzise wie möglich formuliert werden. 2.) Sie sollten so genau aufgeführt sein, dass ein außenstehender Dritter ohne Einführung und weiteren Erklärungen umgehend und fehlerfrei das System umsetzen kann. 3.) Hierzu zählen die Komponenten: Entry (Trenderkennung, SetUp, Trigger), Exit (Risk-Management) und Position-Sizing (Money-Management). C) HS schreiben 1.) Entry-Bedingungen a) Immer wiederkehrende (gleiche) Entry-Bedingungen sorgen für eine nachhaltige Überprüfbarkeit (Traden nicht „nur aus dem Bauch heraus“). b) Es sollten nicht zu viele variable Parameter verwendet werden, da das System ansonsten zu instabil wird und Überoptimierung/Curve-Fitting (das Anpassen an die Verhältnisse eines bestimmten historischen Datensatzes/Tesreihe) droht. 2.) Exit-Bedingungen a) Das sog. Risk-Management (RM). b) Sie geben an, wann der Trade im Verlust- sowie im Gewinnfall beendet wird. c) Hierüber wird das Risiko des Trades (Trade-Risiko) definiert. d) Es können folgende Stops verwendet werden: InitialStop (gibt das Max.-Risiko zu Beginn das Trades an), TrailingStop (=GewinnsicherungsStop, ein nachlaufender Stop, der das Risiko eines im Gewinn befindlichen Trades gleichhält oder sogar verringert), ProfitTarget (bei Erreichen eines vorher definierten Gewinnzieles wird der Trade glattgestellt), TimeStop (nach Erreichen einer vorher definierten Zeitspanne wird der Trade glattgestellt). Diese Stops sollten so eng wie möglich gewählt werden, um das Risiko im Markt und der Volatilität zu minimieren. Jedoch weit genug, um dem Trade Platz zur Entfaltung zu geben und das Markthintergrundrauschen sowie StopFishing (von offensichtlichen, zu engen Stops) zu unterdrücken. e) Da man durch die Verwendung eines Stops i. d. R. früher ausgestoppt wird als bei einem SAR-System, kann es sein, dass der Kurs nach dem Exit wieder in die ursprünglich gehandelte Richtung weiterläuft, ohne jedoch ein erneutes Signal gegeben zu haben. (Es hätte ja auch vorher erst einmal eines Gegensignals bedurft.) Somit sollte man sich auch mit der Thematik ReEntry befassen. 3.) Kontraktgrößen-Bestimmung a) Das sog. Money-Management (MM). b) Hier wird die Frage nach dem „wie viel“ geklärt. c) Hierbei muss das Trade-Risiko berücksichtigt werden (wie viel Punkte werden im Chart bei Erreichen des IS verloren = Entry - IS). d) Des weiteren muss ebenfalls das Depot-Risiko berücksichtigt werden (wie viele Euros kann ich mir, bezogen auf das gesamte Trading-Kapital, erlauben zu verlieren). Hierbei sollte bei jedem Trade jeweils max. zwischen 1% – 3% des Trading-Kapitals riskiert werden. e) Dies kann neben der Kontrakt-Zahl auch über einen evtl. Hebel reguliert werden. f) Als Ergebnis erhält man die max. zu handelnden Kontrakte und den passenden Hebel, sodass man nicht zu riskant am Markt agiert und dem Leitsatz folgt: „Stay in Business!“ 4.) Umschreiben sämtlicher Handelsregeln in eine dem PC/Handelsprogramm verständliche Sprache (z. B. Equilla, EasyLanguage). D) HS backtesten und optimieren 1.) Durch das Testen des Systems erlangt man keine 100%ige Sicherheit, jedoch gewinnt man dadurch Vertrauen in das HS (man lernt das Chance-Risiko-Profil dieser Art des Handels kennen und lernt, mit den ja schon prognostizierten Verlusten/Verlustserien zu leben) und erhält so die notwendige psychologische Unterstützung. 2.) Es werden die HS-Bestandteile einzeln getestet: Zu erst werden die Entry-Bedingungen optimiert, danach wird das RM-Modul (Stops) aktiviert, zum Schluss wird eine passende MM-Logik hinzugefügt. 3.) Testverfahren a) Komplette Datenreihe b) Out-of-Sample/Walk-Forward: Aufteilen der Datenreihe in mehrere Datensegmente; das erste Segment dient als Entwicklungszeitreihe, die weiteren werden in, dem System bisher ja noch unbekannte, Testzeitreihen unterteilt. Somit soll das CurveFitting ausgeschlossen werden und die Chance-Risiko-Profile für möglichst viele verschiedene Marktsituationen abgebildet werden. c) Monte-Carlo-Simulation d) Stress-Test 4.) Ausgabe der Ergebnisse jedes HS-Bestandteiles (Entry, RM, MM) für jede einzelne Parameter-Einstellung (z. B. bei einem MA-Double-Crossover-System alle möglichen Kombinationen der beiden unterschiedlichen MA-Perioden-Längen, also 3/15, 4/15, … 10/50) in drei EXCEL-Tabellen. Hierbei wird jede Tabelle einzeln abgearbeitet, so dass man zuerst eine profitable Entry-Einstellung erhält, man danach die Ergebnisse mit Hilfe des RM-Moduls verbessert und schließlich noch das MM-Modul hinzuschaltet. 5.) Filtern der Tabelle nach den wichtigsten statistischen Performance-Kennzahlen. Hierbei ist darauf zu achten, dass man nicht nur nach der reinen Performance (Ertrag) geht, sondern auch die Risiko-Kennziffern beachtet und ebenfalls den „Ertrags-Prozess“ (unter welchen Bedingungen ist es zu diesem Endergebnis gekommen) untersuchen. a) TotalNetProfit: Gibt das Gesamt-Ergebnis an (TNP = GrossProfit – GrossLoss); das Ergebnis sollte zwingend positiv sein, da das HS ansonsten Geld verliert, jedoch ist die Höhe nicht der ausschlaggebende Punkt. b) MaxDrawdown: Gibt den größten Equity-Rückgang nach einem Equity-High bis zu dessen Wiedererreichen an. Eine der wichtigsten Kennzahlen, da sie die Höhe der psychischen Belastung des Traders widerspiegelt. (Ebenso die MaxConsecutiveLosers, die die max. Anzahl von Verlusttrades in Folge angeben.) c) ProfitFaktor: Gibt das Verhältnis von GrossProfit und GrossLoss an (PF = GrossProfit / GrossLoss), pro verlorenem EUR erhält man EUR X Gewinn; ein PF >3 wäre anzustreben. d) PercentageProfitable/HitRate ist eher zweitrangig (erfolgreiche Trendfolger können sogar im Bereich von 35% noch sehr profitabel sein); entscheidender wäre ein Verhältnis von durchschnittlichem Gewinn zu durchsch. Verlust von >3. e) Sharpe Ratio: Gibt das Verhältnis der gemittelten Überschuss-Rendite (Rendite abzüglich eines risikolosen Zinses) zur Volatilität der Renditen an. f) NetProfit/MaxDD: Dieses Verhältnis gehört auch zu den Chance-Risiko-Kennzahlen. g) Trade-Häufigkeit/PercentageInMarket: Diese Kennzahlen können als sog. „weiche Kriterien“ zu Rate gezogen werden. Bei ansonsten identischen Performance-/Risiko-Kennzahlen sollten die Parameter gewählt werden, mit denen man weniger handelt bzw. im Markt ist. Denn mehr Trades bedeuten höhere, zusätzliche Kosten (Provisionen, Slippage) und durch einen höheren Anteil im Markt ist man auch einem höheren Risiko ausgesetzt. 6.) Man sollte nicht zu viele Kennzahlen auswählen, um nicht den Überblick zu verlieren. 7.) Alle Kennzahlen mit einander verknüpft, also nicht isoliert betrachten. 8.) Anfertigen einer Pivot-Tabelle mit Oberflächendiagramm in EXCEL. a) Auf der X- und der Y-Achse werden die Einstellung der beiden (hier im Beispiel) MAs abgetragen; im Inneren, dem sog. Daten-Bereich werden die Ergebnisse dargestellt. b) Die Ergebniswerte für jede einzelne Parameter-Kombination werden dabei im Datenbereich nicht als absolute Zahlen geschrieben, sondern es erfolgt eine farbliche Darstellung. c) Hierbei entsteht ein den Isobaren auf Wetterkarten ähnliches Bild. Die Ergebniswerte werden in bis zu zehn gleichgroße Bereiche aufgeteilt. (Bsp.: Die Werte schwanken zwischen dem Minimum 0 bis zum Maximum 10; alle Werte, die zwischen 0 und 1 liegen erhalten einen roten Punkt, Werte zwischen 1 und 2 einen orangefarbenen usw.) Somit erhält man eine Oberfläche mit verschiedenbunten Bereichen/Flächen. d) Nun sucht man sich die Flächen mit den besten Werten (z. B. dunkelblaue Fläche für Werte zwischen 9 und 10) und den zweitbesten Werten (z. B. lilafarbene für Werte zwischen 8 und 9). e) Hier kommt nun nicht darauf an, DIE (eine!) Parameter-Kombination zu erkennen und zu übernehmen, sondern viel mehr um einen größeren Bereich, sozusagen eine Handvoll von Parameter-Kombinationen, der durch die Reihe weg überdurchschnittlich gute Ergebniswerte liefert. Man sollte also nicht unbedingt auf eine kleine dunkelblaue Ecke schauen, sondern eher den großflächigeren lilafarbenen Bereich mit etwas dunkelblau durchsetzt bevorzugen. Denn bei Extremwerten oder sehr kleinflächig dargestellten Werten kann es sich um Zufallstreffer oder aber um Überoptimierung handeln. f) Dieser ausgemachte Bereich beinhaltet nun eine Reihe von profitablen Parametern. Entscheidet man sich für eine Parameter-Kombination hieraus, so hat man zwar nicht den absoluten Spitzenwert, ist jedoch mit einem STABILEN Wert, auf der sichereren Seite. D. h. geringfügige Parameter-Veränderungen sollen nicht gleich zu größeren und somit risikobehafteten Ertragsvarianzen führen. (Bei geringfügigen Verschiebungen im Marktgefüge, die eine Anpassung der Parameter verlangen würden, wird man nicht gleich aus dem Markt gespült, ohne dass die gewählte Einstellung komplett versagt.) 9.) Dieses Verfahren (eine Parameter-Kombination zu wählen, die ein wenig „Fleisch“ um sich herum hat) wird für die beiden nächsten Module (RM) und (MM) erneut durchgeführt. a) Neben den o. g. Verfahren eignet sich bei dem RM-Modul auch das MAE-Verfahren (Maximum Adverse Excursion von John Sweeney) 10.) Visualisierte Erfassung der Verteilungsstruktur der Monatsrenditen (relative Häufigkeitsverteilung der Trades sortiert nach %-ualer Rendite/Rendite-Klassen). Hierbei werden Ausreißer („Outlier“) in beiden Extremen erkannt, die die Statistik unbemerkt verfälschen. Bei einem Vergleich mit der Normalverteilungskurve ist z. B. bei Trendfolge-HS eine Rechtsschiefe (Schiefe/Skewness) erkennbar, d. h. der Scheitelpunkt der Renditekurve liegt links neben dem idealisierten Normalverteilungsscheitelpunkt, somit ist die rechte Seite der Kurve stärker ausgeprägt („Fat Tails“). Sprich: Viele kleine Verluste, dafür wenige, aber um so größere Gewinne (positive Skewness). 11.) Visuell kann man des weiteren ebenfalls die Equity-Kurve erfassen. Eine glatte, steigende Linie verspricht eine stetige, positive Renditeentwicklung ohne größere, nervenzehrende Drawdowns. 12.) Nach allen Testdurchläufen werden die stabilsten und Profit versprechenden Parameter im HS hinterlegt. E) HS starten/handeln 1.) Start des Tradings in Realtime. 2.) Anbindung/automatisches Order-Routing an den Broker. 3.) Festlegen auf ein oder mehrere Underlyings (Portfolio) und das zu handelnde Instrument (Aktien, Optionsscheine, Zertifikate, CFDs, Optionen, Futures). F) HS (Ausführungen) überwachen 1.) Werden die Trades tatsächlich gemäß den erdachten Handelsregeln ausgeführt? 2.) Werden die Orders ohne größeres Timelag ausgeführt? G) HS warten (verbessern, anpassen, aussetzen, beenden) 1.) Kein HS wird mit einer gleich bleibenden Parametereinstellung ewig profitabel handelbar sein. (Rudolf Wittmer äußerte in einem Interview diesbezüglich mal eine Haltbarkeitsspanne von max. 3 Jahren.) 2.) Läuft das HS noch innerhalb der getesteten und als profitabel verifizierten Parameter? 3.) Haben sich die Marktbedingungen sehr verändert? 4.) Testverfahren a) Vergleich der aktuellen mit den ursprünglichen HS-Performance-Kennzahlen aus D). b) Chi-Square-Test (x²-Test): Sind die aktuellen Werte noch mit den historischen kompatibel? c) Worst-Case-Szenarien: VaR (Value-at-Risk, Monte-Carlo-Simulation, Stress-Test). H) Mehrere HS miteinander abstimmen und handeln (Equity-Trading) 1.) Durch Untersuchung der EquityCurve sollen Zeiträume identifiziert und im Ansatz erkannt werden, in denen das HS versagt, bzw. Verluste produziert. (Z. B. die Phasen von Seitwärtsmärkten, in denen Trendfolgeansätze prinzipiell zu Verlusten neigen, wird das HS ausgesetzt und nur per Paper-Trading weitergeführt.) 2.) Somit soll die EquityCurve linearer und nicht so erratisch verlaufen. (DrawDowns und somit auch die Volatilität werden reduziert. Dadurch ergibt sich ein günstigeres CRV, bzw. NetProfit/DD-Verhältnis.) 3.) Zur Analyse der EquityCurve können sämtliche Methoden der technischen Analyse angewandt werden. Zu nennen wären hier als Hauptarten: MovingAverage (Simple oder DoubleMACrossover-Systeme), Breakout (Tiefs und Hochs der Equity innerhalb eines zu definierenden Zeitraumes geben die Aussetzungs-/Fortsetzungs-Signale des Handels an), Performance (ähnlich der Breakout-Methode, nur dass hier prozentuale Auf-/Abschläge gewertet werden wie bei einem %-ualen TrailingStop) und Underwater Equity Shutdown (Kombination aus Breakout und Performance). a) In die EquityCurve werden Trendlinien (AUTL/ABTL) eingezeichnet. Bei Break der AUFTL wird das Trading des Systems eingestellt und per Paper-Trading fortgeführt. Bei Break des sich anschließenden ABT wird das System wieder angeschaltet. b) Equity MA: Über die EquityCurve werden MA’s gelegt (z. B. ein MA-200). Signale des Systems werden ausgeführt, sofern die EquityCurve oberhalb des MA’s liegt. c) Equity MAEin Double-MA-Crossover-System auf die Equity. Die MA’s sollten über 20, jedoch nicht allzu weit auseinander liegen, z. B. 25/30. d) Equity Breakout: Wenn neue Equity-Tiefstände innerhalb einer vorher definierten Zeitspanne auftreten, wird das reale Trading ausgesetzt und auf Paper-Trading umgestellt, bei neuen Equity-Höchstständen innerhalb einer vorher definierten Zeitspanne wird es wieder fortgesetzt, z. B. eine Zeitspanne von jeweils 10 Tagen. e) Equity Performance: Ähnlich dem Breakout-System wird der Equity ein gewisses Korekturpotenzial zugestanden, nur dass es sich hierbei um %-uale Grenzen handelt, analog einem %-TrailingStop. Z. B. wird das reale Trading abgebrochen, wenn 7 % vom letzten Equity-High wieder abgegeben wurden und erst wieder aufgenommen, wenn sich die Equity vom letzten Equity-Low wieder um 3 % erholt hat. f) Underwater Equity Shutdown: Analog dem Performance-System wird das reale Trading eingestellt und es wird erst wieder bei neuen Equity-Highs aufgenommen (ähnlich dem Breakout-System). Tritt z. B. ein DD von 4 % auf, wird das reale Trading abgebrochen und erst wieder bei neuen Equity-Highs aufgenommen. Hierdurch kommst es zwar zu längeren tradelosen Phasen (aufgrund der langen Wartezeit bis neue Equity-Highs entstehen), jedoch werden Drawdown-Phasen gut herausgefiltert, so dass sich die Trefferquote erhöht und das Kapital während diesen Marktbedingungen für andere HS zur Verfügung steht. 4.) Es werden mehrere HS getradet, um einen Diversifikationseffekt zu erzielen. 5.) Es werden mehrere Zeiteinheiten (Timeframes) getradet, um einen Diversifikationseffekt zu erzielen. 6.) Es können verschiedene Arten von HS kombiniert werden, z. B. Trendfolger und Countertrend-Systeme, um so jeder Marktbedingung gerecht zu werden.
Der Weg zur Strategie Mir ist absolut klar, dass sich einige langweilen werden und nicht verstehen können wie diese Artikelserie so ausufern kann, nur behaupte ich, dass es besonders wichtig ist, auch den kleinsten vorerst für unwichtig oder selbstverständlich erscheinenden Vorgang zu nennen. Je länger man einen Stil oder ein System handelt, desto mehr Gedanken macht man sich um die Hintergründe und desto perfekter funktioniert es für einen selbst im Laufe der Zeit. Oftmals verwendet man intuitiv Mechanismen derer man sich gar nicht immer bewusst ist; wenn man aber über die Jahre immer regelmäßig ausergewöhnliche Trades dokumentiert, bekommt man über kurz oder lang eine große Menge an beeinflussenden Faktoren zusammen. All die Probleme von denen man gehört hat bekommt man durch eine detaillierte Strukturierung und das Einhalten der entsprechenden Regeln langfristig in den Griff. Ich wage sogar zu behaupten, wer seine Strategie nicht detailliert beschreiben kann, hat keine. Wenn man sich intensiv mit Trading auseinander setzt ist man wie in jedem anderen Beruf gezwungen seine Hausarbeiten zu machen – und die sind manchmal auch umfangreich! Ich versuche im Folgenden auch nicht zu viele Fachbegriffe zu verwenden bzw. erkläre zwischendrin einige, damit auch alle Anfänger leicht einsteigen können. Insbesondere gehe ich hier nicht auf MM/ RM ein (bekommt später eigene Artikel) sondern werde meine Sichtweise im Laufe der späteren Tradedarstellungen erklären. Als ich anfing mich für die Börse zu interessieren hat man mit Scalper die Arbitrageure bezeichnet (diese nutzen Kursdifferenzen zwischen dem Termin- und dem Kassamarkt aus), später wurde der Begriff dann häufig benutzt um die betrügerischen Händler und Gewinner von Kursmanipulationen zu beschreiben (diese haben vorher erworbene Wertpapiere manipuliert, hochgetrieben und schnell wieder verkauft). Ich verwende diesen Begriff deshalb also so ungern, da er in der Vergangenheit ständig umgangssprachlichen Bedeutungsänderungen unterlag. Ich benutze den Begriff „scalping“ im Folgenden synonym für das „Herausschneiden eines kleinen Teils der (Kurs-)Bewegung“. Die Philosophie dieses kurzfristigen Handelns unterscheidet sich in einem Punkt ein wenig von anderen: man muss sich auf einige wenige sehr volatile Märkte beschränken und diese lange und ausgiebig analysieren. Man sollte ein intuitives Verständnis für die Markbreite in verschiedenen Zeiteinheiten bekommen und die Historie und übergeordneten Trends in und auswendig vorhalten können; besonders wichtig ist auch zu wissen, ob und wie dieser Markt auf bestimmte Nachrichten oder in gewissen Zeitintervallen reagiert. Vorbereitung der Stragie Ich habe über die Jahre meine Strategien für mich persönlich ein wenig kategorisiert, so gibt es für mich 6 Basisstrategien, dazugehörige erweiterte Basisstrategien (Umgebungsfilter) und etliche Derivate (Ableitungen/ Abkömmlinge), welche dann die eigentliche Handelsstrategie darstellen. Ich weiß nicht, ob es irgendwo in der Literatur eine ähnliche Kategorisierung gibt, aber da diese Methoden an sich natürlich von allen Scalpern in ähnlicher Form angewendet werden ist zumindest der eine oder andere Teil für einige vermutlich nichts Neues. Also wir unterscheiden im Folgenden: BS = Basisstrategien UF = Umgebungsfilter HS = Handelsstrategie Die Basisstrategien, die nicht so stark marktauswahl-abhängig sind, stelle ich in diesem Teil mit den grundsätzlichen Rahmenbedingungen vor und werde im Laufe dieses Blogs unterschiedliche Abkömmlinge mit verschiedenen Filtern und für verschiedene Märkte handeln und bezogen auf dieses Klassifizierungen erklären. Der Hauptfehler, den Anfänger bei einer Scalping-Strategieumsetzung begehen, ist meiner Meinung nach die ausschließliche Verwendung der folgenden Basisstrategien ohne entsprechende Filter und RM/ MM. Nur BS zu nutzen ist für effektives Handeln langfristig unzureichend. Die Basisstrategien (BS): 1 Neue Hochs kaufen 2 Kaufen, kurz vor Erreichen neuer Hochs 3 Nach neuen Hochs verkaufen 4 Ausbruch aus und Handel in Seitwärtsphasen (innerhalb) (Ausbruch) 5 News-Trading (starker Anstieg im 5-Sek-Chart) 6 Zufallseinstieg An dieser Stelle sei schon mal erwähnt, dass man sich natürlich pro Trade für eine Strategie entscheiden muss und dass man nicht mittendrin beliebig wechseln sollte. Besonders wichtig ist natürlich, dass wenn die Vorraussetzungen für 5 (News-Trading) erfüllt sind, die Basisstrategien 1 - 4 nicht gehandelt werden sollten (also niemals scalpen vor/ während wichtiger Nachrichten). Natürlich lassen sich auch einige Basisstrategien kombinieren, so verwende ich persönlich gerne 1 und 2 sowie 3 und 4 gemeinsam; auch 5 und 6 kann mitunter sinnvoll sein. Der aufmerksame Leser müsste sich jetzt am Kopf kratzten und sagen: „Na super, da kann ich ja auch selbst drauf kommen, das sind ja alle erdenklichen Möglichkeiten!“ ... und genau so ist es! Das ist streng genommen nur: KISS. Die Basisstrategie beschreibt in der Tat nicht mehr als da eigentliche Einstiegsmöglichkeiten und den Tradingstil (zyklisches, antizyklisch, diskretionär, etc.). Es geht an dieser Stelle eigentlich auch noch nicht darum was man genau macht, sondern dass man sein (bevorzugtes) Verhalten identifiziert und strukturiert, um daraus später ein Regelwerk mit Review- und Optimierungsfähigkeit zu schaffen. In der Betriebswirtschaft und im IT-Bereich bezeichnet man solch ein Gesamtsystem auch als PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act - einfach mal googlen, wer es nicht kennt). Das man seine Strategien und Ideen in regelmäßigen Abständen überprüfen und evtl. verbessern muss ist wohl selbstverständlich. Was den Erfolg der späteren Handelsstrategien ausmacht, sind im Detail die angepassten Distanzen zu den signifikanten Punkten, das berücksichtigen der Rahmenbedingungen und das Verwenden von Filtern als Strategie in Kombination mit dem entsprechenden MM/ RM. Auch hier muss man schrittweise vorgehen, um die einzelnen zu ergreifenden Maßnahmen aufeinander abzustimmen. Die erweiterten Basisstrategien (Umgebungsfilter) erhalten wir nun durch die Betrachtung der möglichen Rahmenbedingungen und diese sind im Verhältnis stärker Intrument-abhängig als die Basisstrategien - die im Folgenden aufgezählten, haben für mich einen besonderen Stellenwert beim Index und Forex-Handel. Die Umgebungsfilter (UF): 1 Neue Hochs kaufen (a) Rahmenbedingung: signifikante Hochs (b) Rahmenbedingung: nicht signifikante Hochs 2 Kurz vor erreichen neuer Hochs kaufen (a) Rahmenbedingung: signifikante Hochs (b) Rahmenbedingung: nicht signifikante Hochs 3 Nach neuen Hochs verkaufen (a) Rahmenbedingung: signifikante Hochs (b) Rahmenbedingung: nicht signifikante Hochs 4 Ausbruch aus und Handel in Seitwärtsphasen (c) Rahmenbedingung: mit geringer Breite (d) Rahmenbedingung: mit hoher Breite 5 News-Trading (e) Rahmenbedingung: sehr wichtige Nachrichten/ Meldungen (f) Rahmenbedingung: sonstige Nachrichten/ Meldungen 6 Zufallseinstieg (g) Rahmenbedingung: in langen Seitwärtsphasen (h) Rahmenbedingung: in starken Trendphasen Die genannten Umgebungsfilter schliessen sich nicht immer paarweise aus und sind eine wichtige Voraussetzung für die später folgenden Trade-Setups; deshalb werde ich die für mich wichtigsten Eigenschaften und die entsprechenden Handlungsanweisungen aufzählen (die Auswahl kann natürlich jeder selbst individuell zusammenstellen und priorisieren) – ich beschränke das Ganze auf jeweils ein paar Angaben, um die Übersicht zu erhalten und sollte vielleicht der Vollständigkeit halber erwähnen, dass die genannten Punkte eine gesunde Mischung aus anderen Systemen und eigenen Beobachtungen über die letzten paar Jahre darstellen. An dieser Stelle verzichte ich, aus Gründen der Übersicht, bewusst auf weitere Beispielbilder, da der Text den Sachverhalt ausreichend beschreiben sollte; ich werde bei zukünftigen Trade-Dokumentationen aber immer auf die jeweiligen Punkte verweisen. Ich betrachte es daher als ausreichend ausschließlich auf die Rahmenbedingungen für (a) der Punkte 1, 2 und 3 besonders intensiv einzugehen. Für 1 - 3 : Definition der Rahmenbedingung (a): signifikante Hochs Allgemein gesprochen haben diese Punkte die Eigenschaft, dass sie als dies von vielen Marktteilnehmern gleichzeitig in ihrer signifikanten Eigenschaft wahrgenommen werden. Als signifikante Hochs werde solche bezeichnet, die eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften erfüllen: (a) (I): Das Hoch ist ein Mehrfach-Hoch im Tageschart/ Wochenchart, Drei-Monats- oder Jahreshoch Einstiegsgrund und Idee: Die Bewegung an diesen Stellen sind sehr stark, da viele Trader unterschiedlicher Timeframes sich hier positionieren. An dieser Stelle gehe ich immer mit einer mittelgroßen Position in den Markt , die einen sehr engen Stop bekommt. Positionssgröße: bis 15% Einstieg: Ein bis zwei Punkte unter dem Hoch. Stop: Der Stop liegt beim Einstieg ca. 10 Punkte entfernt und wird schnell nachgezogen. Nach wenigen Punkten Gewinn wird die Position zu 80%-90% aufgelöst. Für die restliche Position wird der Stop mindestens auf Break-Even nachgezogen, besser in die Gewinnzone, da Rücksetzer häufig nur mit Slippage ausgestoppt werden können. Der Stop wird dann weiter schnell der Bewegung angepasst. Beispiel: GBP/USD Durchbruch des Tiefs vom 10.10.2008 am 21.10.2008. Alternativszenario: Bei einem starken Rücksetzer, der hier verhältnismäßig häufig vorkommen kann wechsle ich nach dem gleichen Prinzip (Psotitionsgröße und Stops) die Richtung. Beispiel: Zweites EUR/USD-Top am 15.07.2008. (a)(II): Es ist Nachmittag, das Hoch ist das Tageshoch am Vormittag oder an Vortagen und die Kurse waren die ganze letzte Zeit in der Nähe dieses Hochs. Einstiegsgrund und Idee: Das Pendeln um einen Hochpunkt ist häufig eine gute Trademöglichkeit, die einen längeren Einstieg in einen folgenden Trend erlaubt. Die Situation enstpricht einer Ausbruchssituation mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Bewegung nach oben. Positionssgröße: bis 20% Einstieg: Ein bis fünf Punkte unter dem Hoch oder 1 Punkt über dem Hoch . Stop: Der Stop liegt beim Einstieg ca. 20 Punkte entfernt und wird schnell nachgezogen. Nach wenigen Punkten Gewinn wird die Position zu 60% aufgelöst. Für die restliche Position wird der Stop auf Trendbasis nachgezogen (immer unter das letzte Tief). Bei diesem Trade wird ein verhältnismäßig hoher Verlust in Kauf genommen, weil auf eine Trendfortsetzung spekuliert wird. Beim Rücklaufen der Position wird diese sukzessive aufgelöst mit einem erlaubten Verlust von maximal 2%-3% (je nach Historie der letzten Trades). Beispiel: DAX am 06.02.2008. Alternativszenario: Rücksetzer handle ich hier nicht. (a)(III): Das Hoch ist das Vortageshoch oder das Hoch der letzten Tage aber kein Drei-Monats- oder Jahreshoch Einstiegsgrund und Idee: Der Einstiegsgrund entspricht (a) (I) mit der Einschränkung, dass eine etwas geringere Geschwindigkeit der Bewegung zu erwarten ist, dafür sind Rücksetzer hier weniger stark. Ich bevorzuge Einstiege in Richtung eines übergeordneten Trends (Chartbild auf z.B. Stundenbasis). Positionssgröße: bis 15% Einstieg: Je nach dem wie der Anlauf auf das Hoch erfolgt setzte ich eine Order zwei bis vier Punkte vor den Hochpunkt oder ein bis zwei Punkte über dem Hoch. Stop: Der Stop liegt beim Einstieg ca. 20 Punkte entfernt und wird schnell nachgezogen. Nach mindestens 3 Punkten Gewinn wird die Position zu 60%-80% aufgelöst. Für die restliche Position wird der Stop auf Break-Even angepasst und erst bei eindeutigem Durchbruch nachgezogen. Beispiel: Findet man täglich in allen möglichen Märkten. Alternativszenario: Den Rücksetzer handle ich in der Regel nicht. Insbesondere fälle ich die Entscheidung dazu nach dem übergeordneten Chartbild (Trend/ Seitwärtsphase, etc.) Hier kann man nach aufmerksamer Beobachtung und längeren Analysen eines Marktes noch einige weiter Punkte aufzählen, ich beschränke mich insgesamt auf maximal sechs Punkte, die allesamt die Eigenschaft besitzen, dass sie sich recht leicht voneinander abgrenzen lassen; ich werde weitere im Verlauf des Blogs vorstellen. Nach dem an dieser Stelle vermutlich klar geworden ist, wie meine Kategorisierungen aufgebaut sind, werde ich im Folgenden nur noch die Rahmenbedingungen nennen; eine ausführliche Erklärung folgt dann immer wenn ich Trades nach den genannten Regeln im Blog vorstelle. Definition der Rahmenbedingung (b): weniger signifikante Hochs Der Unterschied zwischen weniger signifikante Hochs und signifikanten Hochs liegt vor allen Dingen in der Wahl der Positionsgrößen. Letzten Endes erwarte ich an dieses Punkten weniger Bewegung, weil diese nicht unbedingt die zentralen Punkte der Mehrheit der Marktteilnehmer sind. Als weniger signifikante Hochs werde solche bezeichnet, die eine oder mehr der folgenden Eigenschaften erfüllen: (b)(I) Das Hoch ist ein Mehrfach-Hoch (>2)im 5-/ 1- Minutenchart (b)(II) Das Hoch ist das Tageshoch und wir befinden uns in der dazugehörigen Tageshälfte (b)(III) Das Hoch ist das zweite oder dritte Hoch in einem sich etablierenden Trend Für 4: Definition der Rahmenbedingung (c): mit geringer Breite Als geringe Breite werden diejenigen mit 5%-30% der durchschnittlichen Tagesbreite bezeichnet und die zusätzlich folgenden Eigenschaften erfüllen: (c)(I) Einer der Begrenzungspunkte ist ein signifikantes Hoch (c)(II) Die Begrenzungspunkte sind durch den Hoch- und Tiefpunkt einer vorangestellten Stabs/ Kerze definiert. Definition der Rahmenbedingung (d): mit hoher Breite Als hohe Breite werden diejenigen mit >30% der durchschnittlichen Tagesbreite bezeichnet und die zusätzlich folgenden Eigenschaften erfüllen: (d)(I) Einer der Begrenzungspunkte ist ein signifikantes Hoch (d)(II) Die Begrenzungspunkte sind durch den Hoch- und Tiefpunkt einer vorangestellten Stabs/ Kerze definiert. (d)(III) Innerhalb der Begrenzungspunkte hat sich ein Trend etabliert Für 5 : Die folgenden Definitionen ergeben sich aus den verfügbaren Listen mit der Klassifizierung der Nachrichten welche durch einige Anbieter bereitgestellt werden (z.B.: http://www.derivatecheck.de/termine/, http://www.forexpeacearmy.com/forex_news_calendar/index.php?&action=settings&action=settings&action=settings&action=settings&action=settings, etc.). Ich persönlich handle nur die Non Farm Payrolls. Definition der Rahmenbedingung (e): sehr wichtige Nachrichten/ Meldungen Definition der Rahmenbedingung (f): sonstige Nachrichten/ Meldungen Für 6: Der folgende Teil ist ein experimenteller, ich teste ihn erst seit gut einem Jahr und werde daher nur kurz die Idee erklären. Ich habe im März 2008 irgendwann einmal vergessen meine Order aus dem System zu nehmen - ein eigentlich unverzeihlicher Fehler. Besonders ärgerlich war daran, dass ich die Order im Minutenchart eingegeben habe, welcher natürlich keinen Bezug zur Laufzeit hatte. Aber wie es manchmal so ist, kam ich am nächsten morgen zum Rechner und beide Trades waren Gewinner – der Gedanke recht risikofrei (Profit und Stop sind gesetzt) und quasi im Schlaf Geld zu verdienen gefiel … und so habe ich mich seit dem ein wenig mit Zufallseinstiegen beschäftigt. Zufallseinstieg deshalb, weil der Trade vom Prinzip her ein Trade im Minutenchart ist und der Zeitpunkt an dem ich die Order stelle ist für mich ein unabhängiges Ereignis bzgl. des Ausführungszeitpunktes. Seitdem teste ich viele Varianten von Zufallseinstiegen unter gewissen Vorbedingen – ist sehr spannend. Leider sind die Ergebnisse bisher nicht so spektakulär aber reichen schon für ein guten Restaurantbesuch halben Jahr! Definition der Rahmenbedingung (g): in langen Seitwärtsphasen Definition der Rahmenbedingung (h): in starken Trendphasen Zusammengefasst: Die Basisstrategie beschreibt mein grundsätzliches Verhalten in den Markt einzusteigen - sie hat allein keinen Wert. Der Umgebungsfilter ein Hilfsmittel zur Auswahl der Basisstrategie. Dieser Filter ist deshalb so maßgeblich, weil von ihm wesentlich die Positionsgröße und das Setzen der Stops abhängt. Es folgen jetzt in den nächsten Artikel konkrete Handelsstrategien auf einzelne Trades bezogen, wobei ich diese möglichst zeitnah einstellen werde. Die Bewertung, wann ich einen Trade für sinnvoll halte, wird aus den nächsten Dokumenten hervorgehen, so ist ein Trade beispielsweise für mich besonders attraktiv, wenn er mehreren Umgebungsfiltern gleichzeitig genügt. Also wenn ich am Freitag (06.02.2009) nicht verhindert gewesen wäre, hätte ich z.B. den Dax nach folgendem Schema gehandelt und im Dokument mit dem folgenden Titel beschrieben: Dax-Trade, BS 2, UF (a)(II), (b)(I), HS() Wobei HS() bedeutet, dass die Handelsstrategie nicht durch die Verwendung weiterer Indikatoren gestützt wird – im Gegensatz zu HS(I), bei der zusätzlich Indikatoren betrachtet werden. Beispiel: Dax-Trade, BS 2, UF (a)(II), (b)(I), HS() Im Detail: 2. Kurz vor erreichen neuer Hochs kaufen (a)(II): Es ist Nachmittag, das Hoch ist das Tageshoch am Vormittag oder an Vortagen und die Kurse waren die ganze letzte Zeit in der Nähe dieses Hochs. (b)(I) Das Hoch ist ein Mehrfach-Hoch (>2)im 5-/ 1- Minutenchart ... dann schauen wir mal, was die Woche bringt! ... to be continued
Tugenden des Traders :) Wie angekündigt, möchte ich nach Fehlern und Fallen nun darauf eingehen, welche persönlichen Eigenschaften bei diesem Handelsstil vorteilhaft sein können. Viele meinen der Grund, dass manche in kurze Timeframes wechseln sei mangelnde Geduld – oder noch besser: manche wechseln sogar ganz bewusst in diese Zeitebenen, weil sie von sich selbst behaupten, sie seien nicht geduldig genug für andere Zeiträume. Meine ganz persönliche Meinung dazu ist, dass Geduld grundsätzlich einer der wichtigsten Faktoren des Tradings darstellt - wer nicht geduldig ist, wird wohl kaum erfolgreich sein (wie gesagt: IMHO). Geduld ist, wie viele andere Eigenschaften, relativ zu betrachten. Jeder, der sich schon mal mit seinen eigenen Stärken und Schwächen intensiv auseinander setzen musste, wird vermutlich feststellen, dass man nie pauschal seine Eigenschaften klassifizieren und ergründen kann; so kann ich z.B. geduldig sein bei Dingen, die mich nicht sonderlich beschäftigen oder bei Vorgängen, die ich nicht beeinflussen kann – nicht geduldig bin ich aber bei Vorgängen, die ausschließlich in menschlicher Hand liegen bzw. die ich persönlich oder andere beeinflussen können (um sie z.B. zu beschleunigen). Auf das Trading übertragen ist somit klar, dass ich hier geduldig sein muss, da ich keinen Einfluss auf die Kurse habe und das eingesetzte Kapital von mir als Risikokapital betrachtet wird – sollte ich das Geld auf dem Brokerkonto nicht entbehren können würde das garantiert meine Handeln wesentlich stärker beeinflussen und dies würde sich sicherlich auch in einer gewissen Ungeduld äußern. Ich will damit also nicht nur darauf hinweisen, welche Vorrausetzungen ich grundsätzlich für das Handeln benötige, sondern will damit unterstreichen, dass man im Minutenchart-Trading genauso geduldig sein muss wie in jedem anderen Zeitfenster. Wenn ich also Swing-Trader bin, muss ich bis zu Tagen oder Wochen „geduldig“ warten, handle ich im Tickchart muss ich Sekunden bis Minuten „geduldig“ warten – länger geduldig zu warten macht hier schlichtweg keinen Sinn, da die Analysen in Minutencharts den größeren Timeframes nicht gerecht werden. Geduld (im Sinne von: „auf Tradegebnisse zu warten“) ist also relativ. Geduld muss sich hier nicht nur auf den einzelnen Trade beziehen, manchmal muss man auch geduldig sein, wenn eine Serie von Verlusten auftritt. Bevor man sein eigenes System als falsch bezeichnet, muss man „geduldig“ traden – solange bis man eine signifikante Größe an Trades hat, die verhältnismäßig neutral Aufschluss gibt, ob das System profitabel ist oder nicht. ... und an dieser Stelle ist dann auch klar wie wichtig MM und RM sind. Wenn ich mich nicht strikt an meine Stops halte, werde ich wohl rein vom Depotwert nie in den Genuss kommen zu wissen, ob ein System langfristig profitabel ist oder nicht; denn Verlustserien gibt es bei jedem System – ... und um mich an meine Stops zu halten benötige ich natürlich viel Disziplin. Geduld, Disziplin, MM, RM, braucht jeder Trader – warum sollte dies beim Handel im Minutenchart noch mal betont werden und für wen eignet sich der Stil nicht? Da ich beim Traden im Minutenchart geringere Stoplevel und geringere Profit-Ziele bzgl. der Punktezahl wähle, Systeme bevorzuge, die schnell (wenn auch minimal) Gewinnzonen erreichen und selten mit mehr als zwei Positionen gleichzeitig (meistens vermutlich nur eine) im Markt bin, wähle ich die Positionsgröße unter Umständen erheblich höher und darf daher nie von einem einmal gesetzten (berechneten) Stop zurücktreten. Ich darf natürlich auch nur an den Stellen einsteigen, die für mich höchste Wahrscheinlichkeiten darstellen, dass ich dort schnell den Stop auf Break-Even nachziehen kann – ich muss also geduldig auf die jeweiligen Einstiege warten. Undiszipliniertheit beim Stop, Ungeduld beim Einstieg haben hier also wesentlich fatalere Folgen als bei kleinen Positionen. Wer also ab und zu mal seinen Stop in die „falsche Richtung“ großzügig korrigiert und dies aus tiefster Überzeugung macht, weil er meint der Kurs wird schon drehen, bringt also nicht unbedingt die besten Vorraussetzungen mit. Gleiches gilt natürlich für alle anderen oben genannten Punkte: wer unbedingt ständig „was handeln muss“ (Overtrading) oder kein MM/ RM berücksichtigt wird vom Markt schnell in die Schranken gewiesen. Für wen könnte der Stil interessant sein? Wer es liebt, die Kurse permanent zu verfolgen ist hier schon mal richtig! Wenn man diszipliniert ist und sich an vielen, wenn auch nur kleinen Gewinnen erfreuen kann, nicht dem gerade verpassten großen Wurf nachweint und damit leben kann, dass man auch mal in kürzester Zeit viele Trades nacheinander verliert, der wird diesen Stil zufrieden traden können. Für mich persönlich ist und war immer wichtig, dass ich mich am Tage zwei bis drei Stunden intensiv mit den Märkten beschäftigen kann, ohne im Anschluss darüber nachdenken zu müssen wie sich die Kurse nachhaltig entwickeln. Ich muss beim Handeln nicht primär die Wirtschaftslage und die langfristigen Entwicklungen berücksichtigen - ich kann jeden Tag relativ unvoreingenommen beginnen und habe jeden Tag ein paar Einstiegsmöglichkeiten. Auch wenn das ganze leicht klingt, ist die tägliche Zeit der Aktivität in diesen zwei Stunden am Tag über viele Jahre äußerst anstrengend – und je mehr man sich an Gewinne gewöhnt und unterbewusst mit ihnen rechnet, desto anstrengender wird es – es fordert einem mit jedem Tag mehr Durchhaltewillen und Konzentration ab – und man benötigt definitiv regelmäßig Pausen! In Teil 3 beginne ich mit der Strategievorstellung; damit aber mal ein Eindruck davon gewonnen werden kann wie das so ein bis zwei Stunden täglich aussieht habe ich heute ca. 12 min. (die Länge wurde von der Musik bestimmt :) nonstop mein Handeln im Minuten und 5-Sekunden-Chart aufgenommen (EUR/USD, GBP/USD). So gut wie diese Videosequenz am Nachmittag erscheint, so schlecht war der Vormittag, welchen ich glücklicherweise nicht gefilmt habe. Letzen Endes war ich heute leider gerade mal Break-Even. ShortTimeTrading1 from Aurelius on Vimeo.(todlangweiliges Video) Dazu habe ich noch mal von meinem (vielleicht) neuen Broker die erste Statistik des Demo Accounts über 528 Trades angehängt (Dax-, EURUSD-, S&P, DOW-Future). Die Trades sind allerdings mit diversen Strategien gehandelt worden, allerdings allesamt Kurzeitstrategien in Minutencharts. Man sieht hier deutlich, wie fatal sich technische Fehler oder Konzentrationsverlust (hier Unkenntnis meinerserseits über die Software in der Anfangsphase) auf die Trades auswirken (largest losing trade = -4,55%). Nur durch langfristige hohe Trefferquoten lässt sich dies ausgleichen. Ich bin mit den Ergebnissen natürlich zufrieden, wenngleich ich ein wenig vermute, dass die Trades von der Software schlicht simuliert wurden und Orderausführungszeiten und Slippage bewusst unterdrückt wurden. Ich habe drei Trader unabhängig voneinander gefragt, ob die Real-Accounts des Brokers (Mirus Futures) gleichwertig sind, was mir diese bestätigten – ob das so ist, werde ich dann wohl demnächst berichten. Meine Realdepot-Trefferquote ist zumindest sonst nicht so gut :) ! ... to be continued!
Der Aufbau dieses Artikels mag durch das Vorziehen der Fehler und Fallen verwirren, insbesondere ist die Darstellung der Strategien unterschiedlicher Autoren des Blogs noch nicht kongruent. Im Laufe der Zeit wird sich dies sicherlich ändern, aber derzeit müssen wir die Inhalte und den Umfang noch abstimmen bis wir einen "kleinsten gemeinsamen Nenner" gefunden haben. Einleitung Bevor ich zu Setup und Strategie komme, möchte ich kurz meine Philosophie zum Trading in kleinen Zeitfenstern und die Risiken, Fallen und Fehler darlegen. Ich halte das deshalb für besonderes wichtig, weil über den Handel im Minuntenchart sehr kontroverse Meinungen existieren, die stark polarisieren und die vermutlich unter gewissen Vorraussetzungen auch ihre Berechtigung besitzen. Der Satz „Hin und her macht Taschen leer“ spielt dabei allerdings absolut keine Rolle und ich halte ihn persönlich auch schlicht für falsch - insbesondere wenn man Trading und die damit verbundenen Kosten genauso betrachtet wie jeden anderen vergleichbaren wirtschaftlichen Prozess, der als prägnante Eigenschaft geringe Gewinnmargen bei hoher Handelsfrequenz beinhaltet. Ich bin absolut fest der Überzeugung, dass Anfänger in diesen Timeframes nicht oder nur äußerst schwer erfolgreich handeln können, was allerdings nicht bedeutet, dass es nicht trotzdem lehrreich sein kann – eine weitreichende Handelserfahrung von einigen Jahren und das Durchführen von etlichen hundert Trades auf diesen Zeitebenen ist genauso eine essentielle Vorraussetzung wie die das Verinnerlichen hunderter von Charts im Laufe der Jahre. Im Folgenden werde ich zuerst die Fallen und Fehler nennen, dann definieren für wen aus meiner Sicht dieser Handelsansatz günstig ist und für wen er schwierig umzusetzen sein wird. Im Anschluss werden Kapitaleinsatz und Positionsgröße erläutert und die Vorgehensweise zur Stop- und Profitsetzungen dargestellt. Am Ende werde ich dann einige Beispiel-Trades vorstellen, die anfangs sicherlich noch ausführlicher beschrieben werden, später allerdings durch einen einzigen Screenshot selbsterklärend sein sollten. Fallen und Fehler Im Gegensatz zum schulpädagogischen Ansatz, bei welchem man das Negativbeispiel nicht der Lehre voranstellen sollte, möchte ich im ersten Teil dennoch auf die Fallen und Fehler eingehen, da diese zu kennen aus meiner Sicht einen erheblichen Erfolgsfaktor darstellen. Viele Dinge die ich jetzt aufzähle, gelten sicherlich zum Teil grundsätzlich beim Trading und lassen sich auf andere Zeitebenen übertragen, der Unterschied liegt hier nur in der Geschwindigkeit des Wahrnehmens und der während eines Trades zur Verfügung stehenden kurzen Reaktionszeiten. Als Fehler bezeichne ich die Vorgänge, auf die der Trader aktiv Einfluß nimmt bzw. sie selbst verschuldet, als Falle diejenigen Vorgänge die unabhängig vom Traderverhalten existieren – natürlich lassen sich nicht alle Fehler und Fallen immer eindeutig voneinander abgrenzen, genauso wenig wie hier alle nur denkbaren genannte werden sollen. Fundamentale Trading- /Marktkenntnisse setze ich natürlich voraus. Ich wiederhole an dieser Stelle bewusst noch mal, dass es wichtig ist die folgenden Fallen und Fehler unter besonderen Umständen (Mini-Timeframs) zu betrachten. Es ist nur eine sehr kurze Zeitspanne vorhanden, in der es mir ermöglicht wird, diese zeitgleich zu erkennen – mangelnde Konzentration oder allgemeine Unaufmerksamkeit können fatale Folgen haben. Die Berücksichtung und das Erkennen der folgenden Punkte ist die Basis und Grundvoraussetzung der in den nachfolgenden Teilen vorgestellten Strategie. Falle 1: Der Chart als Hypnotiseur Die größte Gefahr sehe ich darin, dass es beim Verfolgen oder intensiven Beobachten von Tick- oder Sekundencharts der Kursverlauf die Kontrolle über meine Handlungsweise übernimmt. Das intensive Verfolgen der Bewegungen kann dazu führen, dass ich sukzessive anfange das „große Chartbild“ (aus den übergeordneten Zeiteinheiten) zu ignorieren und mich regelrecht vom Verlauf fesseln lasse. Die Gefahr ist besonders groß, wenn längere Mini-Trends entstehen und diese zum Erliegen kommen; dann sollte man nicht mit höchsten Wahrscheinlichkeiten mit der Wiederaufnahme rechen, sondern es empfiehlt sich vielmehr eine Weile zu warten, evtl. auch länger pausieren, die Chartebenen zu wechseln und neue von diesem Trend unabhängige Einstiege zu suchen. Falle 2: Ausserordentliche Kursbewegungen Neben den „normalen“ zu erwartenden Kursprüngen bei News können in Sekundecharts absolut überraschende Spikes entstehen, die scheinbar keinerlei objektiver Begründung genügen – in der Regel erfährt man auch nie, was an dieser Stelle im Detail passiert ist (hat auch für diesen Trading-Stil keinerlei Belang). In sehr schlimmen Fällen trifft es hierbei den Emergency-Stop, im schlimmsten Fall wird dieser auch noch mit erheblicher Slippage ausgeführt. Wird man tatsächlich derart ausgestoppt ist das eine ganz bittere Erfahrung, da unter Umständen der letzten Tage Arbeit innerhalb von Sekunden für sinnfrei erklärt wurden – sollte der Stop allerdings nicht fallen ist es besonders wichtig Objektivität zu wahren und die weiteren Handlungen nicht durch Angst oder Panik kontrollieren zu lassen. Nur wenige Spikes in diesem Zeitfenster, die völlig ohne Begründung kommen, ändern den Kursverlauf im „große Chartbild“ nachhaltig; man sollte sie dennoch nie unterschätzen und insofern angemessen reagieren, dass man pausiert oder bei den nächsten Trades noch schneller den Stop nachzieht. Falle 3: Uneingeschränktes Vertrauen in die Technik Es st nie falsch in diesem Zeitfenster mehrer Kurse eines Instrumentes parallel laufen zu lassen. Nicht selten weichen die Kurse unterschiedlicher Broker voneinander ab. Technisch fehlerhafte Charts sind beim Handeln auf Minutenebene mit großen Positionen untragbar. Tritt so ein Fehler auf, sollte man grundsätzlich immer den Broker kontaktieren (manchmal sehr ernüchternd) und für den Rest des Tages oder bis zu Klärung durch den Broker den Handel einstellen. Falle 4: Alles ein Frage der Wahrscheinlichkeit Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter auf die mathematische Betrachtungsweise eingehen, auch maße ich mir nicht an zu wissen, welchen Regeln der Markt wirklich unterliegt (die Diskussion gehört hier auch nicht hin und soll an anderer Stelle geführt werden). Ich bezeichne aber gerne mal den einen oder anderen Trade als Glückstrade. Glückstrades sind diejenigen bei denen man am im Sekunden- oder Minutenchart zufällig am gleichzeitigen Top oder Bottom der höheren Zeitebenen einsteigt und dann noch das „Glück hat “ das die erste Bewegung so groß ist, dass man selbst nach großzügiger Gewinnsicherung nicht mehr ausgestoppt wird. Man hat also mit seiner verhältnismäßig großen Position ohne Absicht das Zeitfenster verlassen und kann den Trade in einer übergeordneten Zeitebene weiter betreuen. Diese Trades, die wirklich selten sind katapultieren das Konto unter Umständen exorbitant nach oben. Fehler 1: Kein Stop, kein Nachziehen des Stops - (Stop ist Pflicht!!!) Für viele gilt das sicherlich grundsätzlich! In Abhängigkeit von Handelsfrequenz und Positionsgröße können fehlende Stops das Konto innerhalb weniger Trades auslöschen. Wer ohne Stop handelt, darf nur sehr kleine Positionsgrößen handeln und die führen bei Kurzzeitstrategien selten zu großen Gewinnen. Wer mit sehr engem Stop handelt, kann zwar größere Mengen handeln, wird aber oft ausgestoppt, was nicht nur die Verluste vergrößert sondern auch die Trefferquote erheblich mindert. Ein guter Mix ist die Orderstellung mit Emergency Stop und nach Orderfüllung das sofortige manuelle Nachziehen. Wieviel Prozent vom Kapital der Emergency-Stop ausmacht ist abhängig von Instrument, Volatilität und Trefferquote der Strategie. Der Emergency-Stop wird immer sofort nachgezogen und angepasst und dient in erster Linie zum Schutz vor technsichen Ausfällen, Katastrophenmeldungen etc. Beispiel: Emergency-Stop auf 5% des Kapitals, bei Eintritt in den Markt sofortiges nachziehen auf 3-1%. Ich werde im Laufe der nächsten Trades dazu auch konkrete Beispiele geben. Fehler 2: Trades nachtrauern Wenn man gerade, vielleicht sogar mehrfach hintereinander, knapp ausgestoppt wurde bevor es dann in die gewünschte Richtung ging ist das immer hart. Die Gefahr einer spontanen Fehlreaktion im Sekundenchart ist besonders groß, weil man sich zeitlich sehr nahe am Ausbruchszeitpunkt befindet (quasi live) und man dazu verleitet werden könnte, schnell noch einzusteigen. Insbesondere besteht die Gefahr unterbewusst die Ausbruchsbewegung von der Stärke her mit einem Ausbruch im Stundenchart oder sonstigen größeren Zeiteinheiten zu assoziieren und man dadurch anfängt die einsetzende Bewegung zu überschätzen. Da es nicht selten zu ebenso starken Gegenbewegungen kommen kann, kann der spontane Einstieg mit entsprechender, unangepasster Positionsgröße schnell zum Fiasko werden – unter Umständen ist man nicht mal mehr in der Lage aus der Position vor Erreichen des Emergency-Stops herauszukommen. Fehler 3: Traden bis der Notarzt kommt Traden im Sekunden oder Minutenchart 8-10 Stunden am Tag? Das ist natürlich machbar aber unverhältnismäßig anstrengend, da man auf die permanente Sichtkontrolle angewiesen ist. Einen Tag lang die Tickcharts oder Minutenchart verfolgen ist mitunter an manchen Tagen sinnvoll aber auf Dauer kein wünschenswerter Zustand. Man sollte sich ein oder zwei Zeitfenster heraussuchen, in denen man konzentriert handelt und sollte dieses Zeitfenster strategieabhängig erweitern oder verkürzen (dazu später in der Strategie). Ich möchte damit betonen, dass z.B. während eines Trades im Sekundenchart nicht mal Zeit für Essen, Trinken oder Ähnliches zur Verfügung steht. Fehler 4: Nachkaufen/ Verbilligen Nachkaufen im Sekunden oder Minutenchart ist in der Regel nur dann sinnvoll, wenn der Broker die Möglichkeit bereitstellt die Stops bzw. den Close der Positionen schnell und komfortabel gleichzeitig zu handeln – zwei oder mehr Positionen ordentlich in kleinen Chartfenstern zu handeln ist ein erheblicher Aufwand und steht nicht immer im Verhältnis zum Ergebnis. Ausnahmen bilden Pyramiden, bei denen ich die vorhergehenden Positionen nicht mehr aktiv managen muss (wie z.B. die oben genannten „Glücksfälle“). ... to be continued