Da hat man nun 100.000 Euro zur freien Verfügung, im Sinne von "habe ich über". Soll ich die jetzt komplett auf das Future-Tradingkonto packen ? Lasst uns doch kurz mal durchrechnen, wieviel Margin man, für sagen wir, für 10 Kontrakte beim Bund (FBGL) braucht, wenn wir Intraday handeln. Der durchschnittliche Future Broker in Europa nimmt zwischen 2.000 und 3.000 Euro als Intradaymargin. (Es soll ja Broker in Übersee geben, die nehmen als IntradayMargin nur 500 US Dollar. Dann wird das Rechenbeispiel noch interessanter.) Die OvernightMargin hingegen ist bei allen Brokern gleich, da diese direkt von Eurex / Cbot / etc. festgelegt wird. Somit reichen also für den Bund 10 x 3.000 Euro = 30.000 Euro plus Reserve aus. Weiterhin angenommen wir handeln eine Position mit 10 Kontrakten und diese läuft gegen uns. 1 Tick = 10 Euro. Also macht die Postion mit 10 Kontrakten pro Tick 100 Euro Minus. Da wir aber nicht unvorbereitet sind, wollen wir aufgrund Risiko-und Moneymanagement max. einen Betrag von 1000,- Euro verlieren. Warum? Weil die Wahrscheinlichkeit das 14 Trades in Folge verlieren, nur max. 1 % beträgt. Die Statistiker unter Euch können das sicher nachrechnen. Somit können wir unseren Stopp Loss nun 10 Ticks entfernt von unserem Einstiegspreis setzen. Das kann, je nach gehandelter Zeiteinheit, viel oder wenig sein. In einem 3 Min. Chart kann der Stopp Loss reichen, um diesen sinnvoll an einer Unterstützung oder Widerstand zu platzieren. Auf einem 60 Min oder Tageschart dagegen sind wir hoffnungslos verloren. Aber zurück zu unseren 100.000 Euro. Wir handeln also nur einen Markt den Bund (FGBL) mit 10 Kontrakten und benötigen somit 30.000 Euro, weiterhin gehen wir davon aus maximal 14 Trades in Folge zu verlieren. Dann sieht unsere Rechnung so aus: 30.000 Euro Margin 14.000 Euro Reserve (14 Verlierer a 1.000 Euro) = 44.000 Euro. Was machen wir mit dem Rest? Die restlichen 56.000 Euro kommen aufs Tagesgeldkonto. Bei 4,5 % Zinsen bringen die uns im Monat nochmal 210,- Euro. Das reicht um die monatlichen Gebühren für die Handelsplattformen bei europäischen Brokern zu finanzieren. Fazit: 100.000 gehören nicht komplett aufs Tradingkonto, sondern sinnvoll aufgeteilt.