Strategien

Trading in Minutencharts – Teil 2

Tugenden des Traders :) Wie angekündigt, möchte ich nach Fehlern und Fallen nun darauf eingehen, welche persönlichen Eigenschaften bei diesem Handelsstil vorteilhaft sein können. Viele meinen der Grund, dass manche in kurze Timeframes wechseln sei mangelnde Geduld – oder noch besser: manche wechseln sogar ganz bewusst in diese Zeitebenen, weil sie von sich selbst behaupten, sie seien nicht geduldig genug für andere Zeiträume. Meine ganz persönliche Meinung dazu ist, dass Geduld grundsätzlich einer der wichtigsten Faktoren des Tradings darstellt - wer nicht geduldig ist, wird wohl kaum erfolgreich sein (wie gesagt: IMHO). Geduld ist, wie viele andere Eigenschaften, relativ zu betrachten. Jeder, der sich schon mal mit seinen eigenen Stärken und Schwächen intensiv auseinander setzen musste, wird vermutlich feststellen, dass man nie pauschal seine Eigenschaften klassifizieren und ergründen kann; so kann ich z.B. geduldig sein bei Dingen, die mich nicht sonderlich beschäftigen oder bei Vorgängen, die ich nicht beeinflussen kann – nicht geduldig bin ich aber bei Vorgängen, die ausschließlich in menschlicher Hand liegen bzw. die ich persönlich oder andere beeinflussen können (um sie z.B. zu beschleunigen). Auf das Trading übertragen ist somit klar, dass ich hier geduldig sein muss, da ich keinen Einfluss auf die Kurse habe und das eingesetzte Kapital von mir als Risikokapital betrachtet wird – sollte ich das Geld auf dem Brokerkonto nicht entbehren können würde das garantiert meine Handeln wesentlich stärker beeinflussen und dies würde sich sicherlich auch in einer gewissen Ungeduld äußern. Ich will damit also nicht nur darauf hinweisen, welche Vorrausetzungen ich grundsätzlich für das Handeln benötige, sondern will damit unterstreichen, dass man im Minutenchart-Trading genauso geduldig sein muss wie in jedem anderen Zeitfenster. Wenn ich also Swing-Trader bin, muss ich bis zu Tagen oder Wochen „geduldig“ warten, handle ich im Tickchart muss ich Sekunden bis Minuten „geduldig“ warten – länger geduldig zu warten macht hier schlichtweg keinen Sinn, da die Analysen in Minutencharts den größeren Timeframes nicht gerecht werden. Geduld (im Sinne von: „auf Tradegebnisse zu warten“) ist also relativ. Geduld muss sich hier nicht nur auf den einzelnen Trade beziehen, manchmal muss man auch geduldig sein, wenn eine Serie von Verlusten auftritt. Bevor man sein eigenes System als falsch bezeichnet, muss man „geduldig“ traden – solange bis man eine signifikante Größe an Trades hat, die verhältnismäßig neutral Aufschluss gibt, ob das System profitabel ist oder nicht. ... und an dieser Stelle ist dann auch klar wie wichtig MM und RM sind. Wenn ich mich nicht strikt an meine Stops halte, werde ich wohl rein vom Depotwert nie in den Genuss kommen zu wissen, ob ein System langfristig profitabel ist oder nicht; denn Verlustserien gibt es bei jedem System – ... und um mich an meine Stops zu halten benötige ich natürlich viel Disziplin. Geduld, Disziplin, MM, RM, braucht jeder Trader – warum sollte dies beim Handel im Minutenchart noch mal betont werden und für wen eignet sich der Stil nicht? Da ich beim Traden im Minutenchart geringere Stoplevel und geringere Profit-Ziele bzgl. der Punktezahl wähle, Systeme bevorzuge, die schnell (wenn auch minimal) Gewinnzonen erreichen und selten mit mehr als zwei Positionen gleichzeitig (meistens vermutlich nur eine) im Markt bin, wähle ich die Positionsgröße unter Umständen erheblich höher und darf daher nie von einem einmal gesetzten (berechneten) Stop zurücktreten. Ich darf natürlich auch nur an den Stellen einsteigen, die für mich höchste Wahrscheinlichkeiten darstellen, dass ich dort schnell den Stop auf Break-Even nachziehen kann – ich muss also geduldig auf die jeweiligen Einstiege warten. Undiszipliniertheit beim Stop,  Ungeduld beim Einstieg haben hier also wesentlich fatalere Folgen als bei kleinen Positionen. Wer also ab und zu mal seinen Stop in die „falsche Richtung“ großzügig korrigiert und dies aus tiefster Überzeugung macht, weil er meint der Kurs wird schon drehen, bringt also nicht unbedingt die besten Vorraussetzungen mit. Gleiches gilt natürlich für alle anderen oben genannten Punkte: wer unbedingt ständig „was handeln muss“ (Overtrading) oder kein MM/ RM berücksichtigt wird vom Markt schnell in die Schranken gewiesen. Für wen könnte der Stil interessant sein? Wer es liebt, die Kurse permanent zu verfolgen ist hier schon mal richtig! Wenn man diszipliniert ist und sich an vielen, wenn auch nur kleinen Gewinnen erfreuen kann, nicht dem gerade verpassten großen Wurf nachweint und damit leben kann, dass man auch mal in kürzester Zeit viele Trades nacheinander verliert, der wird diesen Stil zufrieden traden können. Für mich persönlich ist und war immer wichtig, dass ich mich am Tage zwei bis drei Stunden intensiv mit den Märkten beschäftigen kann, ohne im Anschluss darüber nachdenken zu müssen wie sich die Kurse nachhaltig entwickeln. Ich muss beim Handeln nicht primär die Wirtschaftslage und die langfristigen Entwicklungen berücksichtigen - ich kann jeden Tag relativ unvoreingenommen beginnen und habe jeden Tag ein paar Einstiegsmöglichkeiten. Auch wenn das ganze leicht klingt, ist die tägliche Zeit der Aktivität in diesen zwei Stunden am Tag über viele Jahre äußerst anstrengend – und je mehr man sich an Gewinne gewöhnt und unterbewusst mit ihnen rechnet, desto anstrengender wird es – es fordert einem mit jedem Tag mehr Durchhaltewillen und Konzentration ab – und man benötigt definitiv regelmäßig Pausen! In Teil 3 beginne ich mit der Strategievorstellung; damit aber mal ein Eindruck davon gewonnen werden kann wie das so ein bis zwei Stunden täglich aussieht habe ich heute ca. 12 min. (die Länge wurde von der Musik bestimmt :) nonstop mein Handeln im Minuten und 5-Sekunden-Chart aufgenommen (EUR/USD, GBP/USD). So gut wie diese Videosequenz am Nachmittag erscheint, so schlecht war der Vormittag, welchen ich glücklicherweise nicht gefilmt habe. Letzen Endes war ich heute leider gerade mal Break-Even. ShortTimeTrading1 from Aurelius on Vimeo.(todlangweiliges Video) Dazu habe ich noch mal von meinem (vielleicht) neuen Broker die erste Statistik des Demo Accounts über 528 Trades angehängt (Dax-, EURUSD-, S&P, DOW-Future). Die Trades sind allerdings mit diversen Strategien gehandelt worden, allerdings allesamt Kurzeitstrategien in Minutencharts. Man sieht hier deutlich, wie fatal sich technische Fehler oder Konzentrationsverlust (hier Unkenntnis meinerserseits über die Software in der Anfangsphase) auf die Trades auswirken (largest losing trade = -4,55%). Nur durch langfristige hohe Trefferquoten lässt sich dies ausgleichen. Ich bin mit den Ergebnissen natürlich zufrieden, wenngleich ich ein wenig vermute, dass die Trades von der Software schlicht simuliert wurden und Orderausführungszeiten und Slippage bewusst unterdrückt wurden. Ich habe drei Trader unabhängig voneinander gefragt, ob die Real-Accounts des Brokers (Mirus Futures) gleichwertig sind, was mir diese bestätigten – ob das so ist, werde ich dann wohl demnächst berichten. Meine Realdepot-Trefferquote ist zumindest sonst nicht so gut :) ! ... to be continued!

Trading in Minutencharts – Teil 1

Der Aufbau dieses Artikels mag durch das Vorziehen der Fehler und Fallen verwirren, insbesondere ist die Darstellung der Strategien unterschiedlicher Autoren des Blogs noch nicht kongruent. Im Laufe der Zeit wird sich dies sicherlich ändern, aber derzeit müssen wir die Inhalte und den Umfang noch abstimmen bis wir einen "kleinsten gemeinsamen Nenner" gefunden haben. Einleitung Bevor ich zu Setup und Strategie komme, möchte ich kurz meine Philosophie zum Trading in kleinen Zeitfenstern und die Risiken, Fallen und Fehler darlegen. Ich halte das deshalb für besonderes wichtig, weil über den Handel im Minuntenchart sehr kontroverse Meinungen existieren, die stark polarisieren und die vermutlich unter gewissen Vorraussetzungen auch ihre Berechtigung besitzen. Der Satz „Hin und  her macht Taschen leer“ spielt dabei allerdings absolut keine Rolle und ich halte ihn persönlich auch schlicht für falsch  - insbesondere wenn man Trading und die damit verbundenen Kosten genauso betrachtet wie jeden anderen vergleichbaren wirtschaftlichen  Prozess, der als prägnante Eigenschaft geringe Gewinnmargen bei hoher Handelsfrequenz beinhaltet. Ich bin absolut fest der Überzeugung, dass Anfänger in diesen Timeframes nicht oder nur äußerst schwer erfolgreich handeln können, was allerdings nicht bedeutet, dass es nicht trotzdem lehrreich sein kann – eine weitreichende Handelserfahrung von einigen Jahren und das Durchführen von etlichen hundert Trades auf diesen Zeitebenen ist genauso eine essentielle Vorraussetzung wie  die das Verinnerlichen hunderter von Charts im Laufe der Jahre. Im Folgenden werde ich zuerst die Fallen und Fehler nennen, dann definieren für wen aus meiner Sicht dieser Handelsansatz günstig ist und für wen er schwierig umzusetzen sein wird. Im Anschluss werden Kapitaleinsatz und Positionsgröße erläutert und die Vorgehensweise zur Stop- und Profitsetzungen  dargestellt. Am Ende werde ich dann einige Beispiel-Trades vorstellen, die anfangs sicherlich noch ausführlicher beschrieben werden, später allerdings durch einen einzigen Screenshot selbsterklärend sein sollten. Fallen und Fehler Im Gegensatz zum schulpädagogischen Ansatz, bei welchem man das Negativbeispiel nicht der Lehre voranstellen sollte, möchte ich im ersten Teil dennoch auf die Fallen und Fehler eingehen, da diese zu kennen aus meiner Sicht einen erheblichen Erfolgsfaktor darstellen. Viele Dinge die ich jetzt aufzähle, gelten sicherlich zum Teil grundsätzlich beim Trading und lassen sich auf andere Zeitebenen übertragen, der Unterschied liegt hier nur in der Geschwindigkeit des Wahrnehmens und der während eines Trades zur Verfügung stehenden kurzen Reaktionszeiten. Als Fehler bezeichne ich die Vorgänge, auf die der Trader aktiv Einfluß nimmt bzw. sie selbst verschuldet, als Falle diejenigen Vorgänge die unabhängig vom Traderverhalten existieren – natürlich lassen sich nicht alle Fehler und Fallen immer eindeutig voneinander abgrenzen, genauso wenig wie hier alle nur denkbaren genannte werden sollen. Fundamentale Trading- /Marktkenntnisse setze ich natürlich voraus. Ich wiederhole an dieser Stelle bewusst noch mal, dass es wichtig ist die folgenden Fallen und Fehler unter besonderen Umständen (Mini-Timeframs) zu betrachten. Es ist nur eine sehr kurze Zeitspanne vorhanden, in der es mir ermöglicht wird, diese zeitgleich zu erkennen – mangelnde Konzentration oder allgemeine Unaufmerksamkeit können fatale Folgen haben. Die Berücksichtung und das Erkennen der folgenden Punkte ist die Basis und Grundvoraussetzung der in den nachfolgenden Teilen vorgestellten Strategie. Falle 1: Der Chart als Hypnotiseur Die größte Gefahr sehe ich darin, dass es beim Verfolgen oder intensiven Beobachten von Tick- oder Sekundencharts der Kursverlauf die Kontrolle über meine Handlungsweise übernimmt. Das intensive Verfolgen der Bewegungen kann dazu führen, dass ich sukzessive anfange das „große Chartbild“ (aus den übergeordneten Zeiteinheiten) zu ignorieren und mich regelrecht  vom Verlauf fesseln lasse. Die Gefahr ist besonders groß, wenn längere Mini-Trends entstehen und diese zum Erliegen kommen; dann sollte  man nicht mit höchsten Wahrscheinlichkeiten mit der Wiederaufnahme rechen, sondern es empfiehlt sich vielmehr eine Weile zu warten, evtl. auch länger pausieren, die Chartebenen zu wechseln und neue von diesem Trend unabhängige Einstiege zu suchen. Falle 2: Ausserordentliche Kursbewegungen Neben den „normalen“ zu erwartenden Kursprüngen bei News  können in Sekundecharts absolut überraschende Spikes entstehen, die scheinbar keinerlei objektiver Begründung genügen – in der Regel erfährt man auch nie, was an dieser Stelle im Detail passiert ist (hat auch für diesen Trading-Stil keinerlei Belang). In sehr schlimmen Fällen trifft es hierbei den Emergency-Stop, im schlimmsten Fall wird dieser auch noch mit erheblicher Slippage ausgeführt. Wird man tatsächlich derart ausgestoppt ist das eine ganz bittere Erfahrung, da unter Umständen der letzten Tage Arbeit  innerhalb von Sekunden für sinnfrei erklärt wurden – sollte der Stop allerdings nicht fallen ist es besonders wichtig Objektivität zu wahren und die weiteren Handlungen nicht durch Angst oder Panik kontrollieren zu lassen. Nur wenige Spikes in diesem Zeitfenster, die völlig ohne Begründung kommen, ändern den Kursverlauf im „große Chartbild“ nachhaltig; man sollte sie dennoch nie unterschätzen und insofern angemessen reagieren, dass man pausiert oder bei den nächsten Trades noch schneller den Stop nachzieht. Falle 3: Uneingeschränktes Vertrauen in die Technik Es st nie falsch in diesem Zeitfenster mehrer Kurse eines Instrumentes parallel laufen zu lassen. Nicht selten weichen die Kurse unterschiedlicher Broker voneinander ab. Technisch fehlerhafte Charts sind beim Handeln auf Minutenebene mit großen Positionen untragbar. Tritt so ein Fehler auf, sollte man grundsätzlich immer den Broker kontaktieren (manchmal sehr ernüchternd) und für den Rest des Tages oder bis zu Klärung durch den Broker den Handel einstellen. Falle 4: Alles ein Frage der Wahrscheinlichkeit Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter auf die mathematische Betrachtungsweise eingehen, auch maße ich mir nicht  an zu wissen, welchen Regeln der Markt wirklich unterliegt (die Diskussion gehört hier auch nicht hin und soll an anderer Stelle geführt werden). Ich bezeichne aber gerne mal den einen oder anderen Trade als Glückstrade. Glückstrades sind diejenigen bei denen man am im Sekunden- oder Minutenchart zufällig am gleichzeitigen Top oder Bottom der höheren Zeitebenen einsteigt und dann noch das „Glück hat “ das die erste Bewegung so groß ist, dass man selbst nach großzügiger Gewinnsicherung nicht mehr ausgestoppt wird. Man hat also mit seiner verhältnismäßig großen Position ohne Absicht das Zeitfenster verlassen und kann den Trade in einer übergeordneten Zeitebene weiter betreuen. Diese Trades, die wirklich selten sind katapultieren das Konto unter Umständen exorbitant nach oben. Fehler 1: Kein Stop, kein Nachziehen des Stops - (Stop ist Pflicht!!!) Für viele gilt das sicherlich grundsätzlich! In Abhängigkeit von Handelsfrequenz und Positionsgröße können fehlende Stops das Konto innerhalb weniger Trades auslöschen. Wer ohne Stop handelt, darf nur sehr kleine Positionsgrößen handeln und die führen bei Kurzzeitstrategien selten zu großen Gewinnen. Wer mit sehr engem Stop handelt, kann zwar größere Mengen handeln, wird aber oft ausgestoppt, was  nicht nur die Verluste vergrößert sondern auch die Trefferquote erheblich mindert. Ein guter Mix ist die Orderstellung mit Emergency Stop und nach Orderfüllung das sofortige manuelle Nachziehen. Wieviel Prozent vom Kapital der Emergency-Stop ausmacht ist abhängig von Instrument, Volatilität und Trefferquote der Strategie. Der Emergency-Stop wird immer sofort nachgezogen und angepasst und dient in erster Linie zum Schutz vor technsichen Ausfällen, Katastrophenmeldungen etc. Beispiel: Emergency-Stop auf 5% des Kapitals, bei Eintritt in den Markt sofortiges nachziehen auf 3-1%. Ich werde im Laufe der nächsten Trades dazu auch konkrete Beispiele geben. Fehler 2: Trades nachtrauern Wenn man gerade, vielleicht sogar mehrfach hintereinander, knapp ausgestoppt wurde bevor es dann in die gewünschte Richtung ging  ist das immer hart. Die Gefahr einer spontanen Fehlreaktion im Sekundenchart ist besonders groß, weil man sich zeitlich sehr nahe am Ausbruchszeitpunkt befindet (quasi live) und man dazu verleitet werden könnte, schnell noch einzusteigen.  Insbesondere besteht die Gefahr unterbewusst die Ausbruchsbewegung von der Stärke her mit einem Ausbruch im Stundenchart  oder sonstigen größeren Zeiteinheiten zu assoziieren und man dadurch anfängt die einsetzende Bewegung zu überschätzen. Da es nicht selten zu ebenso starken Gegenbewegungen kommen kann, kann der spontane Einstieg mit entsprechender,  unangepasster Positionsgröße schnell zum Fiasko werden – unter Umständen ist man nicht mal mehr in der Lage aus der Position vor Erreichen des Emergency-Stops herauszukommen. Fehler 3: Traden bis der Notarzt kommt Traden im Sekunden oder Minutenchart 8-10 Stunden am Tag? Das ist natürlich machbar aber unverhältnismäßig anstrengend, da man auf die permanente Sichtkontrolle angewiesen ist. Einen Tag lang die Tickcharts oder Minutenchart verfolgen ist mitunter an manchen Tagen sinnvoll aber auf Dauer kein wünschenswerter Zustand. Man sollte sich ein oder zwei Zeitfenster heraussuchen, in denen man konzentriert handelt und sollte dieses Zeitfenster strategieabhängig erweitern oder verkürzen (dazu später in der Strategie). Ich möchte damit betonen, dass z.B. während eines Trades im Sekundenchart nicht mal Zeit für Essen, Trinken oder Ähnliches zur Verfügung steht. Fehler 4: Nachkaufen/ Verbilligen Nachkaufen  im Sekunden oder Minutenchart ist in der Regel nur dann sinnvoll, wenn der Broker die Möglichkeit bereitstellt die Stops bzw. den Close der Positionen schnell und komfortabel gleichzeitig zu handeln – zwei oder mehr Positionen ordentlich in kleinen Chartfenstern zu handeln ist ein erheblicher Aufwand und steht nicht immer im Verhältnis zum Ergebnis. Ausnahmen bilden Pyramiden, bei denen ich die vorhergehenden Positionen nicht mehr aktiv managen muss (wie z.B. die oben genannten „Glücksfälle“). ... to be continued

Trading: Positiontrading : Tradevorstellungen

Hinweis: Der erste Trade wird etwas ausführlicher beschrieben, um ihn auch einfach nachvollziehen zu können. In erster Linie sind die Trades ja zur Demonstration/Diskussion gedacht. Schreibt mir gerne Kommentare dazu, so dass ich weiß, ob dieses Format in Ordnung ist. Disclaimer Die vorgestellten Trades sind lediglich Anregungen zum Traden und dienen zu Lern- und Diskussionszwecken, niemand muss/soll sie nachtraden. Ich werde die meisten der hier vorgestellten Trades selbst traden, je nach Zeit und Marktrisiko. Eine strikte Einhaltung der Risiko-/Moneymanagement-Regeln (Stichwort: Einzelpositionsrisiko) ist für einen langfristigen Erfolg beim Trading aus meiner Sicht absolute Pflicht. Alles weitere s. die Beschreibung meiner Trading-Philosophie (s. dort). Kommentare/Diskussion zu den Trades sind ausdrücklich erwünscht! Trade-Daten und -Setup (Trade-Plan) Wert : Telefonica (TNE5) Code : TNE5-SHORT (für spätere Kommentierungen) Marktsegment : Telekommunikation Index : EuroStoxx50 Art: Aktie Handelsinstrument : Aktien-CFD Trade-Typ : Positionstrade (geplante Dauer: einige Wochen) Richtung : Short Chartgrafik: Wochenchart, Zeitraum: 5 Jahre Einstiege: s. hellblaue Linie im Tageschart: 1. Market-Order (sofort, um 14,4), 2. Sell-Trigger (Limit-Order) 15,5, 3. Sell-Trigger (Limit-Order) 15,9 Stopp-Loss (SL) : s. rote durchzogene Linie im Tageschart: für alle 3 Orders: 16,9 Kursziele (PT): s. blaue Kästchen im Tageschart: 1. letztes markantes Low (um 12,3); 2. Bereich zwischen 11,86 - 11,0 CRVs: bei Stopp 16,9 und PT: 11: 1. 1,4, 2. 3,2, 3. 4,9 Trade-Idee Als ersten Trade habe ich mir einen Short aus dem EuroStoxx50 ausgesucht. In der Chartgrafik ist der Wochenchart dargestellt. Zur Interpretation der grafischen Zeichnunhen im Chart s. meine Beschreibung der Tradingregeln, Abschnitt Legende zu den Charts. So, kommen wir zum eigentlichen Trade: Telefonica hat in der Woche des 9.12.07 ein temporäres High markiert (nicht ein All-Time-High). Seit dem Oktober 2002 lief Telefonica in einem langen Aufwärtstrendkanal (s. Chartgrafik). In der Woche vom 12.10.2008 wurde dieser mit einer langen roten Kerze gebrochen, war also signifikant. Da dabei auch der 50 und 200 GD gebrochen wurde, ist Telefonica b.a.w. ein Short-Kandidat. Nach dem folgenden schnellen Abverkauf in der gleichen Woche wurde ein erstes neues Low gemacht. Dann gab es eine schnelle heftige Erholungsrally, die eine Woche später erneut auf ein neues Low abverkauft wurde. Seit der Woche vom 2.11. tendiert der Kurs nach oben, ich sehe dies als sekundäre Erholung in dem (neuen) primären Abwärtstrend. Meiner Meinung nach läuft Telefonica nun in einem neuen Abwärtstrendkanal (die Oberkante ist bereits 4x bestätigt worden, ich sehe sie als sicherer an als die untere, die nur 1x gesetzt wurde). Im Zeitraum zwischen 7.12.-11.1. hat Telefonica mehrmals erfolglos versucht, den Widerstand durch 50/200 GD und die Unterkante des gebrochenen ehelmaligen Aufwärtstrends zu brechen, was ihr nicht gelang. Hier scheint die Zwischenrally also ihre Kraft verloren zu haben, was dann ein gutes CRV für einen Short generiert. Man kann diesen Versuch als Pullback an den gebrochenen Aufwärtstrendkanal interpretieren (dieses Muster kommt sehr häufig vor, v.a. bei langlaufenden Trends/Trendknaälen, die signifikant gebrochen werden). Zudem ist dieser Pullback dann eine Bestätigung des Ausbruchs, denn der Kurs schaffte nach dem Bruch nicht mehr, ein neues High zu machen. Seit 3 Wochen gehts wieder runter. Eigentlich ist der Einstieg damit schon leicht verpasst. Optimaler Einstieg wäre spätestens am 11.1. gewesen. Nun soll man ja dem Kurs nicht hinterherlaufen. Schade wäre es allerdings schon um den Short. Also würde ich jetzt folgende Vorgehensweise bevorzugen: ein Teil der Position als Soforteinstieg (wenn auch zu spät, daher auch schlechtes CRV, s.o.), der Rest als Trigger, falls Telefonica nochmals eine kleine Bewegung nach oben machen sollte. Dafür sind im Chart dann die hellblauen Linien eingezeichnet mit "P Entry" für den geplanten Entry. Das rote Kästchen gibt an, dass ab hier ein Short wahrscheinlich ist. Vermutlich werde ich heute selbst noch dort einsteigen. Der Stopp liegt knapp über dem 50 GD, bei mir bei 16,9 (s. rote Linie). Sollte Telefonica dahin kommen, ist der Trade nicht so gelaufen wie ich will und das Setup wäre nicht mehr gültig. Dann müsste Telefonica auch den 200 GD und den vermeintlich neuen Abwärtstrendkanal gebrochen haben und fast an den gebrochenen Aufwärtstrendkanal gelaufen sein. Das erste Kursziel/PT (= Profit target) liegt irgendwo an der Unterkante des Abwärtstrendkanals, s. blaues Kätschen im Chart. Zwischen dem Bereich 11,0-11,86 liegen 2 längerfristige Unterstützungslinien, die einen weiteren Kursverfall von Telefonica in Kombination mit dem neuen Abwärtstrendkanal erstmal aufhalten sollten. D.h. hier ist es meiner Meinung nach wahrscheinlich, dass der Short zumindest teilweise gedeckt wird und einige Gewinne mitnehmen werden, sofern der Kurs da hinlaufen sollte. Das hängt allerdings auch davon ab, wie der Kurs in diese Zone läuft. Crasht er nach unten, dann muss dort nicht Schluß sein (in Crashs werden chatrtechnische Marken auch gerne mal ignoriert, zumindest im ersten Anlauf). Das All-Time-Low liegt erst bei 7,3 und bis dahin könnte der Kurs über mehrere Monate hinweg ebenfalls laufen. Aber das ist weit in die Zukunft gedacht, das warten wir doch erstmal ab. Zuerst sollte der erste Zielbereich erreicht werden. Ein weiteres Kursziel wäre das letzte Low vom 2.11., also um die 12,3. Hier könnte Telefonica eine (temporäre) Bodenbildung versuchen, was abzuwarten ist. Dann könnte darauf z.B. ein Doppel-Boden entststehen. Für den Trade sprechen in meinen Augen bestehender Abwärtstrendkanal seit dem High vom 9.12.08 Kurs unterhalb von 50 und 200 GD Mehrmals Abprall an dem Cluster um 16,4, aus den beiden GDs, dem mittleren Bollinger-Band und der Trendkanaloberkante Abprall kann als Pullback an den gebrochenen langen Aufwärtstrendkanal interpretiert werden dieser Widerstand wurde mehrere Wochen bestätigt Durchbruch durch den Widerstandes um 15,23 (s. gestrichelt eingezeichnete Linie) bereits Beginn des Abrutschens nach unten Stopp noch gut plazierbar Kursziel hat reichlich Potential keine charttechnischen Widerstände bis zum Kursziel, also genügend "Platz" die Indikatoren RSI, Stochastik und MACD-Histogramm im Wochenchart drehen nach unten ab und bestätigen damit den Short Gegen den Trade sprechen in meinen Augen zu später Einstieg, daher Vorgehen wie oben beschrieben sinnvoll. Chartgrafik Klick zum Vergrößern! Trade geschlossen So, der Trade wurde ja am 27.2. zu 14,66 glattgestellt. Ich habe das im Chart markiert, die Chartgrafik ist unten anklickbar. Gründe zum Exit stehen ja unten in den Kommentaren, dazu kommt noch, dass ich in dem Zeitraum eine Woche weg war und den Trade nicht weiter verfolgen konnte, so dass ich ihn sicherheitshalber geschlossen habe, obwohl der Stopp nie wirklich gefährdet war. Im Prinzip kann man hier schön erkennen, dass der Tradeentry und das -management nicht wirklich überzeugten: Entry zu spät (s.o.), Exit v.a. wegen Nicht-Überwachens des Trades (ok), aber eigentlich gabs noch keine wirklich echten Hinweise, dass Short hier die falsche Richtung war/ist. Einige Warnzeichen sind unten in den Kommentaren beschrieben, dennoch war der Stopp nie ernsthaft gefährdet, solange der Abwärtstrendkanal nicht gebrochen wird. Mittlerweile sind wir im Demokonto wieder Short in Telefonica (s. aktuelle Watchlisten). Wenn Ihr wollte, könnt Ihr zu diesem ersten initalen Trade, der sehr ausführlich beschrieben wurde, Eure Kommentare abgeben. Weitere Trades werden in Zukunft nicht mehr in einem eigenen Thread wie diesem, sondern direkt bei den Watchlisten beschrieben. Klick zum Vergrößern!

Teamstrategien: Positiontrading

Meine Trading-Regeln und ein paar allgemeine Anmerkungen dazu Stand Hinweis: Die hier vorgestellte Fassung ist eine Weiterentwicklung. Sie wurde von mir schon in früherer Versionen veröffentlicht. Stand: V. 1.3 (2.4.2010) Hilfsmittel/Tools Ein von mir selbst entwickeltes Trading-Journal inkl. Risikokontrolle und Positionsgrößenberechnung für Hebelprodukte (CFDs, Futures, Scheine, etc.) ist im Bereich Software downloadbar (man kann es aber auch für "normale Aktien" einsetzen, wenn man Hebel = 1 setzt). Dort ebenfalls findet sich auch ein Erwartungswertrechner, mit dem man seinen Erwartungswert an G/V für einen gegebenen Zeitraum berechnen lassen kann, das "R"-Wartungswerttool. Auch dieses Tool ist gratis und wird von mir wie das Trading-Journal weiterentwickelt. Trading-Philosophie/Sichtweise und Anmerkungen Die Zukunft vorhersagen? Ich kann, wie jeder andere auch, keine Zukunft vorhersagen, insbesondere keine Kursverläufe. Allerdings gibt es Muster, Bewegungen, Anzeichen und Hinweise im Chart, die man mit entsprechender Erfahrung entdecken und interpretieren kann. Diese haben sich in der Vergangenheit als geeignete Indikationen erwiesen, um die Richtung des weiteren Kursverlaufs "grob" zu prognostizieren und zwar mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit (!). Warum das so ist? Dazu bitte die Literatur lesen, nur ganz kurz: da Kursverläufe menschliches Massenverhalten, insbesondere die beiden Extreme Angst und Gier, ständig widerspiegeln. Da sich menschliches Verhalten, insbesonderne in Gruppen und Massen, über die Zeit hinweg gar nicht bis sehr wenig ändert, eignet es sich besonders gut um daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen und hier: einen gewissen Kursverlauf in der Zukunft anzunehmen (!) (nicht: zu kennen). Menschliches Individualverhalten daegegen ist stets schwierig bis gar nicht vorhersehbar. Da aber an der Börse immer die dominierende Masse (also v.a. die Bullen und die Bären, je nach Marktlage) die Richtung vorgibt, besteht die Fertigkeit im Lesen der Charts v.a. darin, die Hauptbewegung ("Trend") zu erkennen und danach zu traden (dies gilt für mich als Trendfolger, es gibt andere Ansichten und Methodiken, die ebenfalls funktionieren). Trends laufen in großen Wellen, die in kleinere Wellen zerfallen, die wiederum aus kleineren Wellen bestehen (ohne jetzt tiefer in die sog. Elliot-Wellen-Theorie einzugehen, s. Literatur). Schwierig in der technischen Analyse ist es immer, eine temporäre Konsolidierung in einem Primärtrend von einer Trendwende unterscheiden zu können. Dazu gibt es Hilfsmittel, die einen unterstützen. Die Technische Analyse (TA) und warum sie meiner Meinung nach funktioniert Der Hauptgrund, warum die technische Analyse meiner Meinung nach funktioniert, liegt in dem - oft von Fundamentalanalysten gegannnten Kritikpunkt - "Self-fullfilling Prophecy". Ich sehe dies als einen der ganz großen Vorteile der TA: Wenn viele das gleiche Muster, Welle, Formation, Unterstützung/Widerstand, etc. im Chart sehen, werden sie auch gleich handeln, weil sie es so kennen und sie damit "gute" Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht haben. Zwar nicht immer und auch nicht immer gleich zuverlässig, aber mit einer gewissen positiven Erwartung (Wahrscheinlichkeitsannahme). Alles in der technischen Analyse basiert auf Wahrscheinlichkeiten. Man darf nie den Fehler begehen und so etwas wie "Sicherheit" oder "Gewissheit" für einen Kursverlauf annehmen. Man muss sich stets bewusst sein, dass man IMMER mit Wahrscheinlichkeiten operiert. Daher kann es mE NIE einen "sicheren" oder "100%" Trade geben. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich NIE das Risiko pro Trade über einen vorher festgelegten Schwellenwert (meist 1-2%) steigern würde, denn kein einziger Trade verdient die Eigenschaft "sicher". Durch die Verwendung eines Trading-Systems mit einem positiven Erwartungswert (z.B. durch Limitierung aller Trades auf ein CRV größer 2), das konsequent und dauerhaft angewendet wird, wird man einen positiven Gesamt-Gewinn anstatt Verlust erwirtschaften müssen. Voraussetzungen sind u.a., dass man sein System nach ein paar Verlusttrades nicht grundlegend umschmeisst, es einen positiven Erwartungswert hat und man sich an seine eigenen Regeln, insbesondere ohne Ausnahme (!) an sein Risiko-/Moneymanagement-System hält (dazu weiter unten noch mehr). Technische Analyse (TA) vs. Fundamentale Analyse (FA) In erster Linie bin ich Charttechniker, d.h. ich ermittle Tradegelegenheiten aus dem Chart. Allerdings lasse ich die fundamentalen Daten nicht komplett außer acht. So kann es passieren, dass ich trotz charttechnisch aussichtsreicher Einstiegsmöglichkeit nicht in den Trade einsteige, weil mir der Wert fundamental zu "stark" ist. Das wird zwar nicht sehr oft vorkommen, kann aber geschehen. Ich verwende bei den Aktienkandidaten gerne das System der relativen Stärke: Relativ starke Werte werden bevorzugt Long gehandelt, relativ schwache bevorzugt Short. Auch dies nicht immer 100%ig, aber tendenziell. News/externe Faktoren im Markt Auch die TA ist nicht allmächtig und arbeitet nicht immer gleich gut. Es gibt Phasen oder Zeitpunkte am Markt, wo eine TA nicht weiterhelfen kann. Insbesondere bei allen externen "Störfaktoren" wie Terroranschlag, Leitzinsveränderungen der Notenbanken (die gabs im letzten Jahr en masse), Regierungskrisen, allgemein: marktübergreifende/-beeinflussende Faktoren oder sonstige überraschende Nachrichten, die meist nicht vorhersehbar sind. Im kleineren Stil sind Quartalszahlen, Übernahmeankündigungen oder -gerüchte bei Aktienunternehmen, Fusionen, Gewinnwarnungen, etc. zu nennen. Diese Nachrichten, die sich natürlich auf die Kurse auswirken, sind meist mit dem Chartverlauf nicht antizipierbar. Das ist nicht weiter besorgniserregend, man muss es nur wissen und einkalkulieren. Ich selbst verwende bei allen Trades einen Sicherheitspuffer für genau solche News, die z.B. gaps (Kurslücken) gegen meine Position produzieren können. Ich kalkuliere somit bei allen Trades einen Risikozuschlag mit ein, von dem ich ausgehe, dass er im Einzelfall für einige wenige Trades ausreichen wird. Zudem versuche ich, möglichst eine ausgewogene Long-/Shortquote zu erreichen (i.d.R. 50/50%). Dies kann sich in extremen Marktphasen ändern, ich werde sie dann versuchen ggf. dem aktuellen Marktumfeld anzupassen. Noch etwas zu den Nachrichten/externen Störungen: An der Börse werden immer Erwartungen gehandelt, daher kann z.B. die Meldung von Quartalszahlen den Kurs sowohl in die eine oder andere Richtung bewegen. Dies ist nicht deterministisch. Wenn in der einen Situation Erwartungen (über)erfüllt werden, kann dies den Kurs nach oben treiben, in einem anderen Fall nach unten. Es gibt Spezialisten, die anhand des Inhalts der Nachricht o.ä. mehr herauslesen können, für mein Trading ignoriere ich solche Meldungen. Selbst wenn ich eine Vorahnung davon haben sollte, wo der Kurs bei Herausgabe der Nachricht hinlaufen könnte, werde ich so gut wie nie nur daraus einen Trade eingehen, sondern ggf. eher abwarten, wenn ich nicht schon investiert bin. In den allermeisten Fällen antizipiere ich also News/Meldungen nicht und reagiere nur charttechnisch darauf, da der Kursverlauf die Auswirkung direkt anzeigt. Daher ist es mir auch meist ziemlich egal, ob Quartalszahlen anstehen oder nicht und wie diese ausfallen. Die Reaktion der Marktteilnehmer sehe ich sofort und direkt im Chart. Lediglich marktübergreifende Nachrichten wie z.B. Notenbank-Leitzinsänderungen beachte ich. Allerdings heisst das nicht, dass ich z.B. aus meinen Positionen deswegen vorher gesamthaft aussteige und ggf. danach wieder einsteige... alleine schon wegen dem Aufwand und den Transaktionskosten nicht. Die Trefferquote (TQ) Sie alleine sagt gar nichts über den dauerhaften Erfolg eines Systems aus, wie man u.a. in der Literatur nachlesen kann. Relevant für einen dauerhaften Erfolg des eigenen Handelssystems ist ein (möglichst großer) positiver Erwartungswert des Systems, nicht die Trefferqoute als ein Faktor davon. Mit dem Trading-Journal lassen sich solche Kennzahlen wie die TQ und noch viele weitere übrigens automatisch berechnen und auswerten. Umgang mit Verlusten/Gewinnen Wenn ein Trade ein Verlusttrade sein sollte, wird mich das in keinster Weise für folgende Trades beeinflussen (zumindest nicht, wenn diese nicht in der Masse auftreten... ;-) ). Ich weiß, dass ich maximal nur 1% bzw. 2% an Tradingkapital verloren habe (dazu weiter unten mehr) und der nächste Trade wieder ein Gewinner sein kann, aber nicht sein muss. Ein Trade sagt alleine GAR NICHTS über ein System und dessen Performance aus, also mache ich mir über den Ausgang eines Trades auch keine größeren Gedanken, sowohl über Gewinner als auch über Verlierer. Ich "glaube" an mein Handelssystem, habe es bereits im Einsatz und versuche, es zu verbessern, aber nicht hektisch überzuoptimieren. Ich werde mein "System" nicht aufgeben, nur weil ich ein paar Verlusttrades erlitten habe. Ich weiß, dass der positive Erwartungswert des Handelssystems nur dann aufgehen kann, wenn ich es dauerhaft und über einen ausreichend großen Zeitraum (also über viele Trades) konsequent handle. Jeder Trade wird wie ein komplett neuer Trade behandelt, d.h. es gibt keine Beziehung zu den vorherigen, auch nicht wenn der gleiche Wert erneut gehandelt werden soll. Egal ob der vorherige Trade ein Gewinner, Verlierer oder Break-Even-Trade war, das spielt für den aktuellen Trade keine Rolle. Trades sind nicht voneinander abhängig. Sie stehen in keinerlei Beziehung zueinander. Die Gesamtmarktlage wird allerdings berücksichtigt, z.B. anhand der Indizes. Ein Trade kann u.a. mit Gewinn, Verlust oder mehr oder minder Break-Even enden. Sollte der Trade ein Verlusttrade sein, werde ich ihn genauso mental abhaken wie einen Gewinnertrade. Es spielt keine Rolle. Das Ergebnis bzw. die Performance aller Trades zusammen bzw. über einen gewissen statistisch signifikaten Zeitraum ist relevant, nicht der einzelne Trade. Sofern man sich dies einmal klargemacht hat, sollten z.B. Enttäuschungen über einzelne Trades anders wie bisher gesehen werden können. Ich habe mir angewöhnt, während eines Trades nur auf den Chart zu schauen und mir nicht mal den aktuellen Verlust/Gewinn im Trade anzusehen. Erst bei Schließen des Trades wird das finanzielle Ergebnis feststehen, es hat also keinen Sinn, sich vorher darüber Gedanken zu machen. Zudem entgeht man so der psychologischen Falle, dass man angelaufene kleinere Gewinne eher mitnimmt, was ich als Hindernis zu profitablen Gewinnern ansehe. Ich weiß jederzeit, dass ich das maximal vorher berechnete Einzelpositionsrisiko im Trade verlieren kann und keinen Euro mehr. Es gibt also kaum Gründe, warum man an einem laufenden Trade "herumdoktern" sollte. Seltene Ausnahmen davon sind weiter unten genannt. Verantwortung übernehmen und Overtrading Ich trade und nur ich selbst bin für das Ergebnis eines Trades verantwortlich. Weder der Markt, die Analysten, die Notenbank, die Regierung oder sonstwer. Es kann natürlich vorkommen, dass diese externen "Störquellen" Trades zerstören, aber das ist Teil des Spiels und man kann i.d.R. NICHTS dagegen unternehmen. Es ist einfach ein Risiko unter vielen, das man als Trader zu tragen hat. Psychologisch ist es sehr schwierig, wenn man "gut" tradet, aber durch externe Störquellen finanziell nicht dafür belohnt oder gar abgestraft wird. Damit muss man versuchen umzugehen. Eine Auszeit über einen gewissen Zeitraum wäre ggf. auch nicht das Schlechteste, wenn der Markt wieder mal "völlig verrückt" spielt (und man entsprechende Verlustphasen erlebt hat). Man muss einfach erkennen, dass man in bestimmten Marktphasen besser traden kann als in anderen. In einigen Phasen funktioniert das eigene System einfach besser als in anderen. In manchen wird es gar nicht oder nur schlecht funktionieren. Dann sollte man dies akzeptieren und, wenn es sich nicht an die Marktphase sinnvoll anpassen lässt, auch das Trading vorübergehend einstellen. Man muss nicht ständig traden, um als Trader erfolgreich zu sein. Es macht überhaupt nichts, wenn man manche Phasen einfach auslässt. Man sollte nicht dem Irrglauben anhängen, dass man "etwas verpasst", wenn man nicht dabei ist. Es gibt jeden Tag aufs Neue so viele Trademöglichkeiten, dass man sie überhaupt nicht alle wahrnehmen könnte, selbst wenn man 24h vor dem Rechner sitzen würde. Es ist auch überhaupt nicht notwendig. Speziell zum Overtrading: Ich versuche, eine überschaubare Anzahl an Titeln jeweils gleichzeitig im Trading-Depot zu halten. Dies ist mir in der Vergangenheit nicht immer gelungen. Aber ich werde versuchen, ein Overtrading zu vermeiden und mich auf die besonders aussichtsreichen Titel zu konzentrieren. Bei der Menge an ständig beobachteten Titeln ist es keine Schwierigkeit, genügend Kandidaten zu ermitteln, die einen Trade wert sind. Ein Wort zur Disziplin Disziplin ist eine besonders wichtige Charaktereigenschaft fürs Trading. Um diszipiliniert traden zu können, braucht es u.a. eines "ausgewogenen" Geisteszustandes, sprich: Ausgeglichenheit. Wenn man sich in einer "emotional aufgeheizten" Phase befindet, sollte man mE nicht traden. Ebenso, wenn man sich selbst oder andere einen in irgendeiner Art und Weise unter (Erfolgs-)druck setzt/en. Fürs Trading braucht man einen klaren Kopf. Alles, was davon abhält, kann nicht gut für das Tradingergebnis sein, also sollte man den Störfaktor abstellen oder das Traden vorübergehend einstellen. Orders In fast allen Fällen werde ich per Limitorder in einen Trade einsteigen. Market-Orders werden nur in besonderen Fällen eingesetzt, meist nur zum schnellen Ausstieg. Der Ausstieg wird meist über Stopps oder Limit-Orders erfolgen, auch dort nur in Ausnahmen über Market-Orders. Falls ich über eine Market-Order ein- oder aussteige, deutet das eher auf eine impulsive Handlung hin, die ich eigentlich vermeiden will und die diskussionswürdig ist... ;-) Handelsstrategien: Ein- und Ausstiege Als Ein- und Ausstiegsstrategien werden verschiedene diskretionäre Handelsstrategien verwendet. Sprich: Ich werde nach verschiedenen bewährten Setups handeln, aber nicht notwendigerweise immer nach der gleichen. Ich selbst verwende oft verschiedene Handelsstrategien und lege mich selbst nicht auf 1-2 fest. Ich verwende ebenfalls verschiedene Ausstiegsstrategien. Zu meinen Ausstiegsstrategien gehört auch, dass ich teilweise aus Trades wieder ausstiege, wenn sie sich nicht so entwickeln, wie ich mir das vorgestellt habe. D.h. ein Trade braucht nicht unbedingt erst gestoppt zu werden, bevor ich aussteige. Wenn ich im Chart Anzeichen dafür erkenne bzw. sie so interpretiere, dass der Trade sich nicht wie geplant entwickelt, steige ich entweder zu Teilen (meist mit der Hälfte) oder gleich ganz aus. Es gilt immer das Prinzip "Safety first", im übergeordneten Sinn: Kapitalerhalt ist wichtiger als ein möglich entgangener Gewinn. Kapitalerhalt ist sogar eines der wichtigsten Maxime beim Trading, denn ohne Kapital kein Trading mehr. Ganz allgemein wende ich oft Trendfolgestrategien an, d.h. ich versuche, einem Trend bzw. Swing in Primärtrendrichtung zu folgen. Antizyklische Trades, d.h. Trades, die gegen den Primärtrend laufen, gehe ich nur in Ausnahmefällen und unter besonderen Umständen (z.B. weil sie besonders lukrativ sind, sprich: ein hohes CRV haben), ein. Das heisst nicht, dass man damit nicht profitabel handeln könnte, aber ich möchte lieber den (Haupt-)Trend auf meiner Seite haben als gegen mich... ;-) Ebenso ist es möglich, dass ich Teilgewinne realisiere, wenn ich aus dem Chart herausdeute, dass die aktuelle Bewegung vorübergehend keine Kraft mehr hat, um weiter zu laufen und das Erreichen meines Kursziels ggf. gefährdet ist (also ein Momentumverlust droht). Entweder setze ich dann einen entsprechenden Stopp für eine Teilglattstellung (meist die Hälfte) oder ich steige sofort mit einem Teil aus und lasse nur noch den Rest weiterlaufen. Mir ist klar, dass verschiedene Trader verschiedene Ein- und Ausstiegsstrategien anwenden. Ich erhebe daher nicht den Anspruch, dass "meine" Methoden die besten oder auch nur sinnvoll sind. Aus dem Studium verschiedenster Tradingliteratur und aus eigener Erfahrung heraus sind gewisse Strategien/Setups entstanden und bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie recht gut funktionieren, was natürlich nicht heisst, dass man sie nicht weiter verbessern könnte oder sich das noch ändern könnte. Für Einstiegs- und Ausstiegssignale verwende ich v.a. den Kursverlauf, allerdings auch Indikatoren (RSI, langsame Stochastik, MACD Histogramm, Aroon, EMAs, ATR und Bollinger Bänder, alle mit den Standardeinstellungen) und das Volumen. Nie würde ich alleine aus Indikatorsignalen in einen Trade einsteigen, diese unterstützen lediglich die Analyse der Kursverläufe und geben weitere Hinweise. Divergenzen (Abweichungen) in den Indikatoren zum Kurs (v.a. bei MACD und RSI und dort v.a. im Wochenchart) werden berücksichtigt und haben ggf. Einfluss auf einen Ein- bzw. Ausstieg. Trades werden nach Möglichkeit in "ruhigen" Marktphasen eingegangen, also dann, wenn die Volatilität nicht zu hoch ist. Ebenso der Ausstieg. Dies wird nicht immer möglich sein, v.a. bei den gestoppten Trades. Man sollte nicht den Markt zu "jagen". Wenn der Kurs "davonläuft", werde ich den Trade dann ggf. nicht mehr eingehen, abhängig vom aktuellen CRV und meiner Einschätzung. Ich versuche generell, möglichst mit sog. "Abstauberkursen" in einen Trade zu kommen (allerdings darf man auch nicht zu geizig sein, das wäre kontraproduktiv). Grund des Abstauberlimits: Falls der Kurs sich negativ entwickelt, habe ich noch etwas mehr Puffer als üblich, bevor ich aus dem Trade aussteigen muss. Zudem ist das CRV dann höher, also die Chance des Gewinns größer. Dadurch können Trades nicht zustande kommen, da mein Limit (i.d.R. gehe ich fast immer per Limit in einen Trade, s.o.) nicht erreicht wird. Das ist mir allerdings nicht wichtig, ich habe dann zwar die Analyse gemacht und profitiere nicht davon, aber der nächste Trade wartet ja schon an anderer Stelle. Und ggf. ergibt sich später nochmals die Gelegenheit für einen Einstieg. Meiner Beobachtung zufolge treten sehr häufig sog. Pullbacks auf, die man nutzen kann. Es wird versucht, Einstiegssignale möglichst bestätigen zu lassen, selbst wenn dadurch ein sinnvoller Trade nicht mehr möglich sein sollte. In einem Spiel der Wahrscheinlichkeiten ist die Bestätigung einer Annahme ein gewichtiges Argument... ;-) Ganz allgemein will ich das handeln, was im Chart zu erkennen ist und nicht das, was ich sehen will, aber bisher (noch) nicht eingetreten ist. Jeder Trade hat einen vollständigen Tradeplan, d.h. einen Einstieg, Stopp, Kursziel (ggf. Unter-Kursziele), ggf. Zeitrahmen, Tradeidee zum Ein- und Ausstieg, etc. Ein Trade ohne Stopp und/oder Kursziel ist nicht möglich. Wiedereinstieg in Trades/Re-Entry: Sollte ich aus einem Trade unglücklich ausgestoppt werden oder selbst durch falsche Interpretation des Kursverlaufs ausgestiegen sein, der Kurs sich danach aber wie erwartet verhalten, steige ich ggf. erneut in den Trade ein, wenn sich dazu eine passende Gelegenheit ergibt. Zwingend ist ein sog. Re-Entry aber nicht. In der Praxis kommt er bisher kaum vor. Stopps Stopps zu setzen ist eine Kunst für sich und es bedarf wohl jahrelanger Erfahrung, sie "richtig" zu setzen, wenn es sowas wie "richtig" überhaupt gibt. Ich richte mich bei meiner Stoppsetzung meist nach charttechnischen Begebenheiten wie Widerstände/Unterstützungen (dazu gehören auch die exponentiell gleitenden Durchschnitte mit den Perioden 50 und 200 im Tageschart), Trendlinien/-kanälen, Überkauft-/Überverkauftzonen in bestimmten Indikatoren (RSI, langsame Stochastik, MACD Histogramm, Aroon), Volatilität (durch den Einsatz der Standard-Bollingerbänder, ATR, etc.). Dazu wird meist ein Puffer von 10-20% addiert/subtrahiert, v.a. wenn die markanten Punkte im Chart (z.B. eine auffällige Widerstandslinie) offensichtlich sind. Grund: Ich will nicht, dass mein Stopp "abgefischt" wird, was sehr häufig bei zu engen Stopps versucht wird. Ein zu weiter Stopp ist aber auch kontraproduktiv, denn er schränkt das CRV und damit den potentiellen Nutzen des Trades ein. Sobald der Stopp (und das Kursziel) gesetzt ist, kann ich darauf aufbauend meine Positionsgröße anhand des Einzelpositionsrisikos und des CRVs berechnen. Den Stopp setze ich möglichst so, dass ich nicht durch das "Marktrauschen" aus einem Trade ausgestoppt werde. Die initialen Stopps sind möglichst so gesetzt, dass ich aus einem Trade nur dann ausgestoppt werde, wenn sich der Trade charttechnisch definitiv anders entwickelt wie angenommen. Sobald ich das erkenne, steige ich auch früher aus einem Trade aus (s.o.). Ich muss also nicht unbedingt ausgestoppt werden. Wenn ich echte Warnzeichen im Chart erkenne, werde ich auch vor dem eigentlichen Stopp handeln. Ich nehme durchaus kleinere Verluste in Kauf, um größere zu vermeiden. Ich versuche mich bei dem Setzen des Stopps an das Prinzip zu halten, dass ich für den weiteren Kursverlauf den "Weg des geringsten Widerstands" antizipiere. D.h. ich möchte zwischen meinem Einstieg und meinem initialen Stopp möglichst viele Widerstände und mögliche Wendepunkte haben, die einen negativen Kursverlauf ggf. aufhalten können. Die genannte Methodik führt dazu, dass der Stopp manchmal recht weit von dem Einstieg entfernt ist und dadurch das CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) schlechter als ggf. nötig wird. Ich setze die Stopps also eher konservativ und trade generell konservativ anstatt aggressiv. Da das Kursziel sich so gut wie immer aus dem Chart ergibt und dieses nicht einfach verschiebbar ist, wird bei einem weiteren Stopp automatisch das CRV schlechter. Enge Stopps würden übrigens auch automatisch die Trefferquoute (TQ) verringern (s.o.). Ich peile Trades mit einem Mindest-CRV von 1,5 an, i.d.R. über 2. Sollte mir ein Trade auch bei einem CRV unter 1,5 oder gar unter 1,0 (dies kann eigentlich nur dann vorkommen, wenn ich einen Einstieg zu spät erkannt habe, aber dennoch "dabei sein will", was ein Impulstrade ist, den ich vermeiden will...) besonders aussichtsreich erscheinen, werde ich auch diesen eingehen, auch wenn ich mir das dann 3x überlegen werde. Ich werde mich also nicht sklavisch an ein Minimum-CRV halten, allerdings versuchen, den Trade mit dem jeweils maximalen CRV einzugehen. Dabei gehe ich allerdings, wie bei der Stoppsetzung beschrieben, eher konservativ vor, indem ich die Stopps "ausreichend weit" vom Einstieg entferne (Gründe s.o.). Wenn das CRV für einen Trade zu schlecht in Bezug zum Risiko sein sollte, werde ich den Trade dann ggf. nicht eingehen. Sollte ich mir nicht sicher sein, ob ich noch zu einem bestimmten Kurs in den Trade komme, verwende ich ggf. auch 2 Entry-Trigger und teile das Risiko unter diesen auf. Gewinnstopps sind anders als Verlust-Stopps (der initiale Stopp) zu behandeln, Details dazu s.u.! Weitere Ausführungen zu Stopps bzgl. Risiko und der Nachziehens sind weiter unten genannt. Pyramidisieren / laufende Positionen verstärken In bestimmten Fällen werde ich versuchen, eine sich schon im Gewinn befindende Position auszubauen (zu pyramidisieren). Dabei "riskiere" ich quasi einen Teil des bisher angelaufenen (virtuellen) Gewinns, um erneut in einen Trade einzusteigen. I.d.R. wird dies v.a. bei langlaufenden Trendfolgestrategien funktionieren. Auch bei dieser Methode werde ich das Maximalrisiko von 1 R einhalten. Es ist vorgesehen, Nachkäufe immer zu höheren Kursen (bei Longs) bzw. zu niedrigeren Kursen (bei Shorts) durchzuführen, also nur dann zu pyramidisieren, wenn die Position bereits in meine Richtung gelaufen ist. Nur in seltenen Fällen ist ein Nachkauf zu "besseren" Kursen als der initiale Kauf/Verkauf überhaupt erlaubt. Dann allerdings nie, um die Position zu verbilligen, sondern um ggf. gestaffelt bei unsicherer Chartlage in einen Trade einzusteigen (s. Ausführungen oben). Wenn ich pyramidisiere, dann kaufe ich erst eine volle Position, dann eine halbe und ggf. noch eine halbe oder ein Viertel. Die Einsätze werden also immer geringer. Grund: Ich pyramidisiere nur dann, wenn die Position bereits in meine Richtung gelaufen ist. Sollte dies der Fall sein, dann ist der größere Teil der Position bereits im Gewinn, also kann ich einen kleineren Anteil davon erneut riskieren und der größere Teil ist ja bereits investiert. Risiko Risikokontrolle: Jeder Trade wird im Rahmen des vorgegebenen Money-/Risikomanagements getradet, d.h. es wird eine feste Einzelpositionsgröße und das maximale Risiko pro Trade festgelegt (für Van Tharp Anhänger (bitte dort nachlesen): Risiko pro Trade = 1 R). Davon gibt es keine Ausnahme. Es kann allerdings sein, dass ich gestaffelt in Trades einsteige, z.B. weil ich annehme, dass ich eigentlich bei dem Trade dabei sein will, aber nicht weiß, ob es noch eine bessere Einstiegsmöglichkeit geben wird. Dann würde ich eine erste Position mit 1/2 R Risiko kaufen und eine weitere später zu ebenso 1/2 R. So gehe ich beim ersten Trade nicht gleich 1 R Risiko ein. Einen strikten Zeitstopp verwende ich i.d.R. nicht, allerdings werde ich ggf. auch Positionen (teil-)auflösen, wenn sich im Wert nichts bewegt (s. dazu die Anm. weiter oben). Ich versuche zum bestmöglichen Zeitpunkt in einen Trade einzusteigen und gehe davon aus, dass sich der Wert dann auch umgehend in die erwartete Richtung bewegt. Sollte er dies nicht tun, werde ich i.d.R. dem Wert noch "etwas" Zeit geben, allerdings nicht übermäßig. Entweder werde ich dann einen Teilausstieg durchführen oder ganz aus der Position herausgehen. Falls mir der übergeordnete Markt oder Index besonders "impulsiv" oder "unberechenbar" vorkommt, werde ich ggf. auch die Positionsgröße reduzieren und nur mit 1/2 R in einen Trade einsteigen. Das sollte nicht die Regel sein, kann aber vorkommen. Ich habe selbst noch keine ausreichend großen Erfahrungen damit gemacht, ob dieses Vorgehen effektiv ist oder nicht. Ich werde also die Situation des Gesamtmarkts berücksichtigen, wobei dies recht subjektiv erfolgen kann. Eigentlich will ich mich bei einzelnen Aktien-Trades nicht vom DAX und Co. leiten lassen, aber es kann durchaus einmal vorkommen, dass ich Trades nicht eingehe oder die Positionsgröße in Ausnahmen reduziere, wenn mir der Markt gerade richtig "unberechenbar" vorkommt. Das Risiko erhöhen (also über 1 R hinaus) kommt NIE vor. Für alle Trades gilt: 1 R = 1% des initialen Tradingkapitals (in unsicheren Zeiten), das auf max. 2% ansteigen kann. Das Tradingkapital wird ich einfachhalber monatsweise nach Verlauf der Trades angepasst, innerhalb eines Monats bleibt es gleich. Sollte ein (starker) Drawdown auftreten, werde ich mir bei Gelegenheit dann darüber Gedanken machen, wie weiterverfahren wird. Ein explizites Verlustlimit pro Monat o.ä. habe ich nicht festgelegt. Das Gesamtrisiko aufs Tradingkapital aller laufenden UND geplanten Positionen liegt in meinem eigenen Handelkonto bei max. 15%, das allerdings bisher nie ausgeschöpft wurde. Bei schwierigeren Märkten werde ich das Gesamtrisiko reduzieren und ggf. weniger investiert sein. Sollten die 15% Risiko voll ausgeschöpft werden, werde ich erst dann einen neuen Trade eingehen, wenn sich durch Auflösung von Trades oder Risikoreduzierung durch Nachziehen von Stopps das Gesamtrisiko entsprechend reduziert. Das Trading-Journal berechnet mir jederzeit das Gesamtrisiko, so dass ich diese Angaben stets ermitteln kann. Stopps werden nachgezogen, sobald sich der Trade wie erwartet entwickelt. Eine genaue Strategie dazu gibt es nicht, nur eine grobe Vorgehensweise: je näher sich der Kurs dem Kursziel annähert, desto aggressiver wird der Stopp nachgezogen (Gewinnstopp). D.h. am Anfang eines Trades wird der Stopp eher unverändert bleiben oder sich nur minimal bewegen. Sollte der Trade bereits 1 R verdient haben, werde ich in den allermeisten Fällen versuchen, den Stopp mindestens auf Break-Even Niveau oder besser nachzuziehen, wenn dies charttechnisch zulässig ist. Dann möchte ich mit dem Trade auf jeden Fall kein Geld mehr verlieren. Es werden also Verlust-/Risiko- von Gewinnstopps unterschieden und unterschiedlich gesetzt. I.d.R. werde ich bei Gewinnstopps versuchen, sie (bei Longs) unter dem letzten Low bzw. (bei Shorts) über das letzte High zu platzieren, wenn dies chartechnisch (auch unter Volatilitätsgesichtspunkten) vertretbar ist. Eine Vergrößerung des initialen Stopps zu Lasten des Trades, also eine Vergrößerung des initialen Risikos, wird zu keiner Zeit vorgenommen und ist ausgeschlossen. Der Stopp kann nur zu Gunsten des Gewinns vorgenommen werden. Alle Stopps werden im System eingegeben und sind negativ nicht mehr verschiebbar (wie eben beschrieben). Nur durch negative gaps (Kurslücken) oder extreme Kurssprünge (die dann überproportional große Slippage-Kosten verursachen können) wäre ein realisierter Einzelpositionsverlust größer als 1 R überhaupt möglich. Durch eine Verrechnung einer gewissen Slippage/gap-Risiko-Prämie pro Trade wird versucht dieses nicht kalkulierbare Risiko auf alle Trades aufzuteilen (s. Anm. oben). Als übergeordnete Richtlinie eines Trades gilt, dass versucht wird, das Risiko überschaubar und kalkulierbar zu halten. Wenn dies bei dem einen oder anderen Trade nicht möglich sein sollte, wird der Trade nicht eingegangen. [ENDE]

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