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Vollzeit-Trader (Teil 1) … Challenges – soweit der Browser reicht

Diese Artikelserie besteht aus drei Teilen, die ich der Übersicht und des Umfanges halber aufgeteilt habe. Bevor ich beschreibe, wie ich persönlich versuche meinen Lebensunterhalt als Vollzeittrader zu sichern und allgemein dieses Projekt angehe, muss ich ein paar Grundgedanken niederlegen und vielleicht auch Illusionen zerstören. Im ersten Teil schreibe ich etwas über den derzeitigen Trader-Boom und meine Ansicht dazu (das ist wichtig für das Verständnis meines aufgezeigten Weges). Im zweiten folgen die unverzichtbaren Schritte und Grundlagen, und im letzten stelle ich meine Systematik und Herangehensweise vor. Diesen letzten Teil wird es nur öffentlich und ohne besonderes Passwort geben, wenn die beiden vorhergehenden Artikelteile kommentiert wurden; denn wir haben zwar laut Blogstatistik wahnsinnig viele Leser und Abonnenten, jedoch ist es für uns schwer einzuschätzen welche Zielgruppe hier liest und wie man uns einschätzt. In letzter Zeit habe ich häufiger Mails erhalten, die mich insofern verwirren, dass sie den Eindruck erwecken, als wären wir hier alle Vollprofis. Wir sind eine gesunde Mischung aus erfahrenen und weniger erfahrenen Tradern und wünschen die Diskussion - unsere Konten sind sauber und einige verdienen mit Trading Geld – Millionäre gibt’s hier keine. Wie alle, machen auch wir Verluste, Fehler und sind nicht anders als die anderen Trader dort draußen – das gehört nun mal alles zum „Spiel“. Hier gibt es keinen Supertrader, wohl aber erfahrende und gute Trader, die ihr über Jahre erworbenes Wissen gerne weitergeben und teilen. ... Challenges - soweit der Browser reicht oder wie werde ich in einem Jahr Millionär? Realität, Fiktion oder einfach nur Werbung Ich schreibe diesen Post, weil ich das Gefühl habe, dass so manches mal die Realität auf der Strecke bleibt. Zur Zeit sprießen überall irgendwelche komischen Challenges aus den Blogs und Foren, bei denen Trader in x Monaten eine Million Euro ertraden wollen. Mal abgesehen davon, dass die meisten dieser Blogger - völlig realitätsfremd - Verpflichtungen wie Steuern und sonstige Kosten und kapitalabhängige Gegebenheiten und Haftungshintergründe bei den jeweiligen Brokern überhaupt nicht beachten, bekommt man immer automatisch das Gefühl, es handelt sich um Marketingauktionen oder um Aktionen Leser für einen Blog zu gewinnen. Die Ketzer Auf der anderen Seite kann man aber im Internet auch wunderschön beobachten wie die Community diejenigen, die es versuchen, sofort kreuzigt. Man hat grundsätzlich gar keine Chance seinen Erfolg anzupreisen; denn noch bevor man die erste Aktion startet, fallen alle über einen als „Ketzer der Märkte“ her. Ich halte mich in der Regel dabei immer zurück, da meine Meinung an dieser Stelle nichts bewirkt, denn: die Profis lesen so etwas gar nicht erst, die Fortgeschrittenen haben längst ihr eigenes Bild, die Anfänger und Einsteiger merken schneller selbst wie es läuft als ihnen lieb ist und Tradern mit devotem Guru-Anhänger-Verhalten ist sowieso nicht zu helfen. Der Hauptgrund meiner Zurückhaltung ist aber, dass ich nicht weiß, ob derjenige es nicht vielleicht doch schaffen könnte; denn alles ist grundsätzlich möglich. Können zeigen: Demo oder Real Die Argumentation, ob jemand ein Demo-Konto nutzt oder nicht ist völlig nebensächlich; dies entspricht der gleichen Argumentationsgrundlage, bei denen Trader behaupten der Broker sei an ihren Verlusten schuld. Selbstverständlich hat der Broker oder die Art des Kontos einen maßgeblichen Einfluss auf die Performance und schon aus psychologischen Gründen sind diese Unterschiede zwischen Real- und Demokonto naturgegeben. Aber genauso wenig wird jemand Millionär (vom Kontostand her) weil er einen tollen Broker oder ein Demokonto hatte, wie er pleite geht auf Grund des Brokers oder der Plattform – es gilt in beiden Fällen die Nachteile und Vorteile durch Kompetenz auszugleichen. Man kann an dieser Stelle das Beispiel von Spitzenfahrern der Formel 1 anführen, welche permanent irgendwelchen Nachteilen bei unterschiedlichen Strecken und Wetterverhältnissen ausgesetzt sind; die guten Fahrer fahren nicht nur im Training (demo) gut sondern auch im Rennen (real) ... und umgekehrt – und wenn einer nicht Weltmeister wird, liegt es sicher nicht am Wetter. Abschließend sollte man die ganze Demo-/ Real-Frage noch mal logisch betrachten: Meistens wahr ist: Wer ein Realkonto erfolgreich handeln kann, der kann auch eine Demokonto erfolgreich handeln. Wer ein Demokonto nicht erfolgreich handeln kann, der wird in der Regel auch bei einem Realkonto nicht erfolgreich sein. Absolut ohne Zusammenhang ist: Wer ein Demokonto erfolgreich handeln kann, der schafft das noch lange nicht auf einem Realkonto. Auch wenn der letzte Satz logisch erscheint, so sind die Umgebungsparamter viel zu mannigfaltig, als dass diese Aussage pauschal gelten kann. Wenn ein „Niemand“ das sagt wird er angegriffen, spräche so ein Broker selbst oder ein bekannter Vollprofi wäre man schon vorsichtiger. Hat es einer schon mehrmals bewiesen, schweigt man und wartet geduldig auf seine erste Niederlage um zu sagen: „Siehste!“. Ob es nun wirklich so einfach ist eine Million Euro mit Trading zur verdienen vermag ich nicht zu bewerten – aus meiner persönlichen Sicht ist es sehr schwer. LG Aurelius ... to be continued Folgeartikel: Vollzeitrader (Teil 2) ... schon eine Challenge für sich

Skandal und Betrug oder nur zuviel Fantasie?

Es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass ich mich harscher Kritik aussetzen musste, wen ich auf diversen Blogs nach Kontoauszügen gefragt habe – nein, schlimmer noch: manchmal haben sogar noch andere Leser behauptet man könne mit einem Kontoauszug nichts anfangen, da man ja nur lernen wolle und lediglich die veröffentlichten  Trades nachvollziehen möchte. Ein Trader der keine Kontoauszüge veröffentlicht muss nicht gleich zum Lügner erklärt werden; wenn man jedoch bei einem öffentlich handelnden Trader, der seine Performance als Publikumsmagnet nutzt und damit Werbung macht, öffentlich oder vertraulich per Mail Kontoauszüge einfordert und einem diese verweigert werden, so muss man dringend skeptisch sein! Eigentlich spricht grundsätzlich nichts gegen eine Veröffentlichung im Blog. Ich erkläre dies an einem Beispiel und hoffe, dass damit jedem die Relevanz meines Hinweises bewusst wird: Beispiel: Wie sieht der Plan aus? Jemand veröffentlicht  seinen finalen Kontostand und regelmäßig seine Gewinn-Trades. Damit keiner misstrauisch wird, werden natürlich ab und an auch Verlusttrades aufgeführt, jedoch niemals im Detail. Er macht jede Woche ca. 20 Trades ... die guten zeigt er Euch, sobald sie mit Gewinn anlaufen, die schlechten blendet er einfach aus da sie ausgestoppt wurden – den Verlust zahlt er bar wieder auf das Konto ein. Habe ich das richtig gelesen? Ja, richtig gelesen, er gleicht den Verlust mit eigenen Barmitteln wieder aus. Was hat er davon? Ganz einfach: Alle Welt sieht sein Konto ständig wachsen und es lesen immer mehr seinen Blog. Irgendwann sind die Werbeinnahmen und die sonstigen, sich positiv finanziell auswirkenden Nebeneffekte so groß, dass er damit allein schon die Verluste im Konto decken kann ... und vielleicht kann er noch viel mehr Einnahmen nur über dieses Image erzielen: Er verkauft Bücher, er hält Vorträge,  holt Sponsoren ins Boot – jeder Klick zählt – abgesehen davon, dass er auch ab und zu Treffer landet. Die Legende ist geboren! Warum fliegt das nicht auf? Grundsätzlich kann er das Ganze deshalb machen, weil kein Broker bzw. keine Bank auf Grund des Bankgeheimnisses diese Geschichte auffliegen lassen kann – selbst wenn er kündigt. Mit allen anderen Mitwissern schließt er natürlich entsprechende Verträge ab. Wo ist der Skandal, wo der Trugschluss? Der Skandal ist das Vorgehen an sich - die arglistige Täuschung. Da gibt es die Menschen, die sich die gezeigten Strategien aneignen möchten -  sie wollen lernen. Leider lernen sie nur die eine (positive) Seite kennen und glauben von dieser, sie hätte einen hohen Erwartungswert ... hat sie aber nicht – nur das weiß keiner.  Wenn man versucht diese Strategien umzusetzen scheitert man und weiss nicht warum - ein Trugschluss zu glauben man lernt dort etwas. Man kann dieses Beispiel unendlich ausschmücken, aber ich denke den Rest überlasse ich Eurer Fantasie. Zeigt Euch jemand den Kontoauszug, wisst Ihr, es ist alles in Ordnung  - einen Kontoauszug zu fälschen ist zwar möglich, aber ein hohes Risiko auf Grund des Straftatbestandes der Urkundenfälschung. Natürlich kann man jetzt argumentieren,  dass eine Geheimhaltung aus diversen Gründen nötig ist. In diesem Fall gibt es jedoch alternative Methoden, um eine ordnungsgemäße Kontoführung zumindest pseudonymisiert zu belegen. LG Aurelius

Kann man traden wirklich erlernen?

Als Neuling beschäftigt einen die Frage über kurz oder lang. Ist es nun möglich das Traden an sich von Null zu lernen? Einige vertreten standhaft die Ansicht, dass man dafür bestimmte Gene besitzen müsse, also dass es angeboren sei. Hier sollte wohl der Name "Richard Dennis" fallen. Er hat sich in den 80ern genau dieser Frage gestellt und ein Experiment mit völlig unbescholtenen Anfängern durchgeführt. Zu empfehlen sei hier das Buch "The Complete Turtle Trader" von Michael Covel. Nun, dies liegt ja schon gute 25 Jahre zurück. Das Experiment wurde so ähnlich von "Lex Van Dam" wiederholt. Die Reportage "Million Dollar Traders: Make Me A Trader" auf BBC begleitet acht Trader zwei Monate lang. (Hier erst einmal ein Dank an jjoey, der den Link in einem Kommentar gepostet hat). Der Mythos Schildgröte bleibt, jetzt sind wir an der Reihe. Kann man das Traden wirklich erlernen oder muss es angeboren sein. Lasst es mich wissen. Ich werde nach einer gewissen Weile auch meine persönliche Einschätzung als Kommentar preisgeben.

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