Wer Zeit hat und Interesse einen Einblick in das Orderbuchtrading zu bekommen, sollte mal einen kurzen Blick drauf werfen, wobei ich gleich erwähnen möchte, dass diese Art des "Orderbuchlesens" eine ganz besondere (persönliche) ist, da man im Futuresmarkt weniger Informationen hat und speziell in einigen Märkten das "Lesen" auf Grund der Geschwindigkeit sehr schnell erfolgen muss. Die Idee hinter meinem Ansatz ist die Repräsentativität des Orderbuchs für den jeweiligen Markt und die damit verknüpfte Information aus der Times- und Sales-Liste. Das Ganze ist kein heiliger Gral und wer nicht bereit ist, einmal selber mehrere Stunden am Stück einem Kurs zu folgen, kann sich davon verabschieden mit Methoden dieser Art zu traden. Für mich funtkioniert dieser Ansatz sehr gut und ich bin sicher er lässt sich noch erheblich verbessern, wenn man weitere Aspekte mit einbezieht. Grundsätzlich sollte auch jedem klar sein, dass ich hier nur die "Spitze des Eisbergs" zeige. Bevor es los geht eine Bemerkung von mir in eigener Sache; ich habe es nicht mit den anderen Blogautoren abgesprochen, vermute aber, sie sehen es ähnlich: Viele von Euch wissen. dass wir grundsätzlich immmer kostenlose Inhalte anbieten und uns auch bemühen die Inhalte zeitnah zu posten; dennoch möchte ich bemerken, dass ich meine Haltung diesbzgl. ein wenig geändert habe: Ich werde zukünftig keine privaten Mails zu Artikeln beantworten und stundelange Skpype-Gespräche mit Lesern führen, die nicht bereit sind, sich an Diskussionen im Blog zu beteiligen - Sinn und Zeck dieses Blogs ist unter anderem der rege Austausch mit gleichgesinnten, dies war mein Motor in den letzten Jahren und nur dies garantiert IMHO langfristgen Erfolg in dieser Branche (mal abgesehen davon, dass mir einfach die Zeit fehlt). Dies ist auch der Grund warum ich diese Videoreihe nicht live sondern zeitverzögert veröffentliche; denn ich habe es vorgezogen sie vorerst einem kritischeren Publikum vorzustellen, deren Meinung und Diskussionsfreudigkeit ich sehr schätze, was mir dann auch die Möglichkeit bietet, mich selber weiterzuentwicklen und zu lernen; denn meine weitgehend bekannte Philosphie ist, dass nur das stetige Hinterfagen von Ideen und Konzepten eine hohe Qualitöt garantiert. Ein weiterer wichtiger Punkt, den ich an dieser Stelle ebenfalls erwähnen möchte, ist die Diskussionskultur: Ich möchte in einer kritischen aber respektvollen Umgebung diskutieren und dies fehlt mir immer öfter in öffentlichen Blogs: Öffentlich zugänglichen Blogs fehlt häufig ein kompetentes Moderatoren-Team, dass mit entsprechender Konsequenz und Diplomatie gegen Blog-Trolls vorgeht und ich erwische mich regelmäßig, dass ich äussert sensibel und aufbrausend auf dümmliche Kritik reagiere - statt die Leute einfach auszublenden, verrenne ich mich in sinnlose und zeitraubende Off-Topic-Diskussionen, die eigentlich niemanden nutzen. Ich denke meine Haltung ist jetzt klar und meine zukünftigen Reaktionen bzw. Nicht-Reaktionen verständlich. Nun viel Spass mit dieser Video-Serie, ich werde dazu vermultich auch ein Webinar veranstalten (nach Marvin); denn viel deutschen Stoff gibt es zu diesem Thema nicht. LG Aurelius [XXX] Scalping with DOM and Times and Sales from Aurelius on Vimeo. Scalping with DOM and Times and Sales - Part 2 from Aurelius on Vimeo. Blockorder vs. Blockfill from Aurelius on Vimeo. Vorbereitung zum Trading mit DOM und T&S from Aurelius on Vimeo. DOM und T&S--Colors from Aurelius on Vimeo. Preis-Magnet im Orderbuch from Aurelius on Vimeo. [/XXX]
Vorwort Das Jahr 2011 ist angebrochen und es wird das Jahr des Umbruchs sein. Die Zeit ist begrenzt und ich bin noch nicht so weit selbst Tradingstrategien zu überlegen und umzusetzen. Deshalb ist die Devise für dieses Projekt: „Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen.“ – Pablo Picasso Beim vielen Lesen fallen einem dann doch ein oder zwei Menschen auf, die einen auf gewisse Weise begeistern oder in ihren Bann ziehen. So einer war für mich Nick McDonald. Aus mir immer noch nicht nachvollziehbaren Gründen habe ich eine Zeit lang die Zeitschrift „Traders“ kostenlos zugeschickt bekommen. In der Ausgabe vom 11. November 2007 war ein Interview von Nick. Da die Tradingstrategie von ihm kommt und diese auch sehr ausführlich dargestellt wurde, sollte man sich zuerst Informationen über die Person holen. Letzten Endes tradet man ja seine Idee und je mehr man über den Macher kennt, desto eher weiß man diese umzusetzen. Für alle, die der Meinung sind, dass ich bestimmt nur eine primitive Sicht auf die Dinge habe und die Zusammenfassung sehr subjektiv sei, gibt es das ganze Interview sogar im Netz. Hier meine persönliche Zusammenfassung des Interviews mit Nick McDonald: Welche Strategien handelt er? Verschiedene Scalping-, Intraday- und Swing-Trade-Strategien anhand von Technischer Analyse. Was handelt er? Forex wie auch den Dow Jones-Future. Wie wird Verlust verursacht? Man geht ohne klaren Plan in Trades hinein und wieder heraus und häufig erweist sich die anfängliche Idee als richtig. Wie läuft das Trading heute so ab, aus Sicht der fundamentalen Analyse? Bloomberg TV wird angeschaut und die Wirtschaftsdaten für kommende Woche werden ausgedruckt, ansonsten keine großartige fundamentale Analyse. Wann wird nicht getradet? Bei wichtigen wirtschaftlichen Ankündigungen wird nicht getradet, sehr wohl aber die technische Reaktion auf solche Nachrichten (das heißt erst nach Bekanntgabe). Wie lange wird es wohl dauern bis man großen Erfolg hat? Nach ca. zwei Jahren, könnte man mehr verdienen, als man das davor tat. Nick hat mit einem kleinen Konto angefangen. Kann man ihm das nachmachen? Wenn man etwas entschlossen will und ansonsten auch wirklich überhaupt keine Möglichkeiten mehr hat, dann gelingt es einem durch Entschlossenheit und Ausdauer. Was ist besonders wichtig bei einem kleinen Konto? Money- und Risiko-Management. Zudem ein System mit sehr geringem Risiko bei sehr großer Chance (Anm. von mir: wohl 2,48 oder 3,48 CRV). Das Risiko betrug 1 % oder weniger für das Konto. Vor allem aber Disziplin. Welche Art Trader ist er? Forex wird Intraday gehandelt. Fallen die kurzfristigen und längerfristigen Charts zusammen, wird der Intradayeinstieg für eine Swing-Position genutzt. Danach wird nur 80-90 % am Intradayziel verkauft, der kleinere Teil wird als Swing-Position weiterlaufen. Dow wird viel gescalpt – zusätzlich zu geringfügig längeren Intraday-Trades, was bei FX nie gemacht wird. Wie traden? Immer so viele Gründe (Divergenz, Trends, Fibonacci-Levels, Pivot-Punkte und Cluster von Unterstützungen und Widerständen) wie nur möglich für den Einstieg in einen Trade zu haben. Wie oft kommen Tradingchancen vor? 5-15-mal pro Woche im FX 2-5-mal pro Tag beim Mini-Dow Systematischer Trader? 85 % mechanisch 15 % diskretionär Wie umgehen mit der Diskretion? Alle Eingebungen notieren, um sie auf Stichhaltigkeit prüfen, vorerst nicht tätig werden, das kommt erst mit der Zeit. Wie sieht es mit den Zeitrahmen aus? Ein-Minuten und Tick-Charts fürs Scalping. Tages-, Wochen- und Monats-Charts für Swing-Trades. Werden Indikatoren verwendet? Ja, aber nur Frühindikatoren, wie Divergenz Pivot Punkte und Fibonacci. MACD ist ein Spätindikator, aber eine MACD-Divergenz ist ein Frühindikator. Spielt das Volumen eine Rolle? Das Volumen spielt bei Nick's Ansätzen keine große Rolle. Was ist noch wichtig für den Erfolg? Man muss Strategien finden, die zu einem passen. Psychologie als Grundstein. Emotionen im Griff haben. Angst und Gier sind gefährlich, beides darf nicht vorhanden sein. Beständigkeit und Entschlossenheit. Welche Setups werden verwendet? „Precision FX Strategy“: Sehr starke Trends in allen Zeitrahmen. Bei Pull Backs in den Markt. Nur in Trendrichtung. Und nur wenn der Pull Back in einer starken Ballung von Unterstützung und Widerstand erfolgt. Das ist die Hauptstrategie, alle anderen fünf oder sechs Strategien sind im Wesentlichen auf den gleichen Prinzipien, jedoch mit kleinen Unterschieden wie Markt, Zeitrahmen und Ziel. Wie wird das Risiko gemanagt? Zu jedem Zeitpunkt beträgt das Risiko immer nur zwei Prozent. Handele Dinge, die lange Handelszeiten haben und wo das Risiko eines Gaps gering ist. Wie wird gehandelt? Bevor man einen Trade eingeht, kennt man seinen Einstieg, seinen Stopp sowie sein Ziel. Es gibt keine Verlierer, Verlierer sind nur solche Trades, wenn man nicht nach seinem Plan handelt. Wie legt man ein Gewinnziel fest? CRV, vorherige Hochs oder Tiefs im Trend und auch Fibonacci-Extensions. Was besagt das Risiko-Management aus? Es besagt auch wie viel Gewinn oder Verlust man sich pro Tag/Woche/Monat erlaubt, bevor man aufhört. Wie viel ist Psychologie beim Traden? 75 % ist Psychologie 25 % Strategie und Fundamentales Psychologie ist also der Erfolgsfaktor. Man muss fokussiert sein, beständig, wählerisch, diszipliniert, intuitiv, offen und volle Kontrolle behalten – alles zur selben Zeit. Die Tradingsstrategie Nick nennt seine Strategie selbst PFX, diese stelle ich nun vor mit ergänzenden Informationen von mir, die teilweise auch aus dem Interview stammen: 1. Vorfilter ? ADX Nach Long-Trades suchen, wenn a. der grüne DMI über dem roten DMI ist (die Käufer haben dann die Oberhand), b. der ADX steigt und über 20 liegt (Zeichen für einen starken Trend), c. der Kursverlauf aufwärts geht (tiefere Tiefs und tiefere Hochs). Nach Short-Trades suchen, wenn a. der rote DMI über dem grünen DMI ist (die Verkäufer haben dann die Oberhand), b. der ADX steigt und über 20 liegt (Anzeige für einen starken Trend), c. der Kursverlauf abwärts geht (tiefere Tiefs und tiefere Hochs). Nicht traden, wenn a. der ADX unter 20 liegt. b. Ein ADX unter 20 zeigt an, dass der Markt stark schwankt oder kein Trend vorhanden ist. c. Zwischen den Hochs und Tiefs keine eindeutige Kurstätigkeit stattfindet. d. man vor Veröffentlichung von fundamentalen Daten ist. 2. Zeitrahmen Art: Präzisions-Chart -> kurzer -> mittlerer -> langer Scalping: 5 -> 15 -> 30 -> 60 Day Trading: 15 -> 60 -> 240 -> täglich Swing Trading: 60 -> 240 -> täglich -> wöchentlich Der lange Zeitrahmen dient zur Beurteilung großer Trends, Muster, Unterstützung und Widerstand. Der mittlere Zeitrahmen dient zur Bestätigung des Trends, in dem man handeln sollte, sowie auch für eventuelle Muster und Unterstützung/Widerstand. Der kurze Zeitrahmen liefert die Trade-Setups, und der Präzisions-Chart (auch Trigger- oder Einstiegs-Chart genannt) wird für das Timing des Einstiegs in einen Trade benutzt. (Angaben in Minuten) 3. Cluster Sind Bereiche von mehreren auf einander fallenden Eigenschaften (von 0 bis 7 Pips): Unterstützung und Widerstand im Kursverlauf Fibonacci Retracements-Niveaus Pivot Punkte – täglich, wöchentlich und monatlich Runde Zahlen – 00 und 000 Es müssen mindestens zwei dieser Eigenschaften vorkommen, damit es eine starke Unterstützung oder Widerstand wird. Je mehr auftreten, desto stärker ist dies anzusehen. 4. Trading-Strategie Finden Sie eine Währung mit starkem Trend: Der Kursverlauf muss sich im mittleren und großen Zeitrahmen in einem starken Trend befinden. Es muss Konvergenz zwischen dem Kurs und den Indikatoren vorliegen. Zur Bestätigung des Trends muss der ADX steigen und über 20 sein. Die DMI-Linien müssen bestätigen, dass die Käufer die Oberhand im Markt haben, wenn Sie Long gehen, oder dass die Verkäufer die Oberhand haben, wenn Sie Short gehen. Irgendwann muss der Kurs zurückfallen. Überprüfen Sie bei Beginn einer solchen Korrektur wie oben beschrieben, ob ein Cluster für Unterstützung oder Widerstand vorliegt, bis zu welchem der Rückschlag gehen könnte. Ohne Cluster kein Trade. Das Cluster muss drei oder mehr Unterstützungs- und Widerstands-Levels enthalten, davon muss mindestens eines ein Pivot sein. Wenn die genannten Bedingungen vorliegen, haben Sie ein Trade-Setup mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit und können wie unten beschrieben eine Limit Order platzieren 5. Einstieg Bei Long gehen Sie zwei bis drei Pips über dem höchsten Punkt des Clusters in den Markt. Bei Short gehen Sie zwei bis drei Pips unter dem tiefsten Punkt des Clusters in den Markt. 6. Stopp-Loss Stopp-Losses sollten immer eine technische Absicherung haben, egal wie gering. Das bedeutet, man muss vom Cluster ausgehen und über den geeignetsten Platz für einen Stopp-Loss entscheiden. Als Minimum sollte der Stopp hinter dem nächsten Fibonacci-Retracement-Level liegen, d.h. wenn man bei einem 50 prozentigen Rückschlag eingestiegen ist, sollte der Stopp mindestens bei 61,8 Prozent oder größer liegen. 7. Ziel Stellen Sie sicher, dass Sie bei Chance zu Risiko mindestens eins zu eins liegen. Das sollten Sie dadurch erreichen, dass Sie nur die stärksten Trends handeln, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie ihre Richtung beibehalten. Riskieren Sie nicht mehr als ein Prozent Ihres Trading-Kapitals. Nehmen Sie immer etwas Gewinn mit und ziehen den Stopp auf Einstand bei gleich großer Chance im Verhältnis zum Risiko. Weitere sinnvolle Stellen für Gewinnziele sind: Das alte Hoch oder Tief (Unterstützung/Widerstand im Trend) Fibonacci-Ausdehnungen Runde Zahlen Weitere Ideen Anstatt von ADX wollte ich Heikin-Ashi oder Ichimoku verwenden. Leider gibt das mein Zeitpensum nicht her. Für das Projekt an sich macht das aber keinen Unterschied. Die Intention und Ziele sind ja bekannt. Umsetzung Das Geld ist bereits bei der RBS eingetroffen. Das Risiko pro Trade ist 0,25-1 % vom Grundkapital. Sollte sich wider Erwarten (kleiner Seitenhieb) ein Gewinn ergeben, bin ich mit Geld welches nicht mir gehört aggressiver, d.h. 0,5-2 %. Ich fange mit dem niedrigsten sinnvollen Risiko an. Nein, ich bin ganz gewiss nicht Risiko Avers, aber wer sich Monte Carlo Simulationen angeschaut hat, der weiß, dass der Start eines Tradingsystems sehr wichtig ist. Der Hebel ist auf 5:1 in marketindex eingestellt. Getradet wird nebenher. Ich studiere und arbeite Nebenbei und auch sonst bleibt mir immer recht wenig Zeit. Ein Tradingtagebuch wird geführt und alle paar Wochenenden ein Zwischenbericht erstellt. Schlussbemerkung Bisher habe ich nicht viel kommentiert. Das lag nicht daran, dass ich nicht kommunikationsfreudig wäre, aber ich sah darin keinen Mehrwert und die Zeit ist kostbar. Ich möchte mich für alle bisherigen Kommentare bedanken und jeden zu motivieren seine Gedanken zu teilen. Nun haben wir eine gute Ausgangsbasis für eine Diskussion und ich nehme mir die Zeit auf möglichst viele Kommentare einzugehen. Des Weiteren versuche ich wieder zu twittern. Disclaimer Das ist kein Aufruf zum Nachtraden oder soll sonst in irgendeiner Form eine Empfehlung darstellen. Ich sehe mich selbst als absoluten Anfänger und ich erhoffe, aber erwarte mir keinen monetären Gewinn aus dem Projekt. Informationsverarbeitung auf eigene Gefahr.
Gespannt habe ich die einzelnen Kommentare verfolgt. Prinzipiell kommentiere ich nicht, möchte aber dennoch auf ein paar Fragen eingehen. Die meisten dieser Fragen betreffen meine bereits gemachten Erfahrungen. Da ich schon einmal meine geistlichen Ergüsse niedergeschrieben habe, werde ich aus Effizienz (ganz gewiss nicht Faulheit) dies nicht hier wiederholen. Leider sind meine Beiträge in dem Forum nicht öffentlich zugänglich. Um niemanden eine unnötige Anmeldung zuzumuten und auch sonst nicht den Eindruck des Betreibens von Werbung zu erwecken, ist – nur für euch – das ganze etwas aufbereitet worden. Was wurde bearbeitet oder geändert? Die Reihenfolge ist nun chronologisch richtig Zusätzliche Forumsfunktionen wurden entfernt Beachtet deshalb bitte noch folgende Anmerkungen. Früher war der Nick "Pii", der später in "Dzeus" in dem Forum geändert wurde. Die ursprüngliche Reihenfolge ist genau umgekehrt, d.h. der aktuellste Beitrag ist eigentlich ganz oben und zuletzt kommt der aller erste und zeitlich am weitesten entfernten. Falls "weiter unten" in einem Beitrag erwähnt wird, dann ist ein älterer Eintrag gemeint der sich nun "weiter oben" befindet. Um die Verwirrung komplett zu machen, kann es sein, dass ich mich manchmal auf Beiträge beziehe die mittlerweile gelöscht sind. Von mir wurde inhaltlich nichts überarbeitet. Somit entschuldige ich mich für meine Rechtschreib- und Grammatikfehler. Wer diese findet darf den Finderlohn behalten. ; ) Genug erklärt. Original und unverblümt – Die Vorgeschichte.
Mittlerweile habe ich eine Menge Bücher studiert, ich habe mich in unzähligen Zeitschriften vertieft und habe alle auffindbaren Blogs und Webseiten verschlungen. Ich habe mir die verschiedensten Systeme und Techniken zu Gemüte geführt. Und jetzt, nach gefühlten 10.000 gelesenen Interviews mit erfolgreichen Tradern und dem Verständnis von verschiedenen Ansichten, Systemen und Prinzipien, muss ich zugeben, dass ich genau so weit bin wie davor. Ich trade immer noch nicht. Das ist das Einzige, was mich an der ganzen Sache stört. Einiges konnte ich aber für mich mitnehmen: Es gibt jede Menge offene Systeme, die eine bessere Chance liefern als 1:1. Es gibt genug erfolgreiche Trader, die aus ihrem Ansatz keinen Hehl machen und behaupten, dass das schlichte System keinen erfolgreichen Trader ausmacht. Jeder besteht auf Money- und Riskmanagement oder erachtet diese als sehr wichtig. Jeder hat sein Lehrgeld bezahlt. Manche mussten zuerst mehrmals das gesamte Konto gegen die Wand fahren um letzten Endes erfolgreich zu sein. Einige der erfolgreichsten Trader sind eigentlich unbekannt. Ich muss endlich etwas ändern, wenn ich Trader werden will. Vielleicht habt ihr euch schon ein Bild über meine tolle Performance gemacht. Um mich kurz zu fassen: Von 3.000 € sind noch ca. 300 € übrig. Dazu kommen 5.000 €, die in Microsoft-Aktien investiert sind. Diese müssten auch ca. 1.000 € im Minus sein. Den letzten Trade habe ich vor so langer Zeit getätigt, dass ich mir nicht mehr sicher bin, wann. Es müsste aber zwei Jahre her sein. Bisher gingen alle meine Versuche schief. Prinzipiell lässt sich sagen, dass jeder Trade, den ich begonnen habe, im Verlust endete. Ein Mal gab es einen Gewinner, das ist aber eher statistisch zu erklären und lag weniger am Können. Jeder Trader in den unzähligen Interviews, die ich gelesen habe, ist derselben Meinung : Traden ist vor allem Psychologie. Diese Tatsache und alles, was ich bisher erlebt habe, bringt mich zu dem Punkt an dem ich gerade stehe. Projekt: Emotionen. Ich werde im Januar mein Konto bei der RBS reaktivieren und 1.000 € darauf überweisen. Das Ziel ist innerhalb von drei Monaten nur noch 700 € auf dem Konto zu haben. Es wird Forex getraded (EUR/USD). Ich werde hier das System vorstellen, nach dem ich traden werde. Dieses habe ich aus mehreren Trader’s Zeitschriften und es spricht mich am meisten an. Ein weiteres Ziel wird sein, pro Monat 100 € zu verlieren, um nach drei Monaten auf die besagten 700 € zu kommen. Das Ganze soll aber nicht eine Wette sein, denn ich könnte alles auf eine Karte setzen und würde mein Ziel erreichen. Es sollen alle Methoden und Prinzipien verwendet werden, die ich bisher gelernt habe. Es geht vor allem um meine Emotionen. Ich habe nicht das Geld für einen Coach. Somit coache ich mich selbst auf ungewöhnliche Art. Meine These ist: Habe deine Gefühle im Griff und du wirst Erfolg haben. Ich will einfach nur traden.
Ich bin jetzt seit einem Jahr Vollzeit-Trader und musste eine Weile darüber sinnen, ob ich diesen Artikel überhaupt schreiben möchte, da er natürlich eine sehr private Note bekommen könnte. Insbesondere kann ich diesen Artikel nicht schreiben, ohne mir einige Feinde zu machen, denn letzten Endes gehen hier auch Erfahrungen ein, die ich aus vielen Gesprächen mit anderen Tradern gemacht habe. Ich habe ganz bewusst nach meinem Urlaub einen kompletten weiteren Monat eine Tradingpause eingelegt, d.h. nur wenig Traden, wenig bloggen (und Blogs lesen) und noch weniger Kurse verfolgen. In dieser Zeit habe ich mir vor allen Dingen noch mal ins Leben gerufen, wie ich Leben will und was ich von der Zukunft erwarte und um die Spannung vorweg zu nehmen: Ich bleibe natürlich Vollzeittrader und Blogger. Dieser Artikel soll die wichtigsten Dinge im erstes Jahr beschreiben und vor allen Dingen auch aufzeigen, was nötig ist, um durchzustarten. Was Spass macht ... Am meisten Spass macht wider Erwarten nicht das Gewinnen! Die erfahreneren Trader wissen, dass man die Gewinne irgendwann emotional glättet und man schon gedanklich beim nächsten Trade ist, bevor man Verluste und Gewinne an sich heranlässt (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel s.u.). Was mir wirklich Spaß gemacht hat, ist das gemeinsame Trading mit anderen Tradern. Das ist eine großartige Erfahrung, egal ob der andere erfolgreich ist oder nicht; es einfach unterhaltsam und und ähnelt der Atmosphäre in einem Büro mit netten Kollegen. Ich denke daher auch, dass ich mich vorbereiten werde, zukünftig andere, feste Strukturen zum gemeinsamen Trading zu schaffen. Was keinen Spass macht ... Wenn man als Intraday-Trader nur wenige Märkte handelt und sich tagelang keine guten Chancen anbieten wird man unruhiger als wenn man verliert. Die Frage nach Spass ist gerade hier wichtig, denn eine Arbeit, die einem Spaß macht, nimmt man viel lieber auf als eine Arbeit, die einen langweilt oder zu schwer ist. Um nicht das Berufsfeld wechseln zu müssen oder wie die Supertrader ein Yacht zum chillen kaufen zu müssen, habe ich zu diesem Zweck Zocker-Konten gehandelt, die mir die Langeweile vertreiben und mit gleichzeitig die Möglichkeit bieten neue Dinge zu auszutesten (und mich nicht ruiniert - die Yacht ist nicht drin). Das schlimmste ist allerdings, das die Zeit vor dem Bildschirm so schnell verrinnt, dass man nicht mehr merkt wie einem der Bart wächst. Seit gut einem Jahr skype ich mit einem meiner "Lieblingskollegen", der quasi 10km Luftlinie von mir entfernt wohnt absolut regelmäßig (zeitweise täglich) ... aber wir haben es bis heute nicht geschafft uns mal kurz auf 'nen Drink zu treffen. Gleiches gilt für meine Blogging-Partner auf dieser Seite. Der Alltag Wer meine Vorgeschichte kennt, weiss dass ich ein recht erfolgreiches mittelständisches Unternehmen leite(te), welches mich nicht nur jahrelang ernährte, sondern dem auch meine große Leidenschaft gehörte. Trading war eine Neben- und Freizeitbeschäftigung und ich habe gute zwölf Jahre gebraucht um profitabel zu werden - von Talent also weit entfernt. Hinzu kommt, dass ich zu dem Personenkreis gehöre, die auf Grund ihres Egos mehrere Anläufe benötigen, um Fehler einzugestehen und aus ihnen zu lernen. Nun habe ich seit gut einem Jahr wieder mal einen 16h-Arbeitstag, da ich natürlich viele Dinge in meiner Firma weiterhin abwickeln muss und ansonsten viel mit dem Trading beschäftigt bin. Um diesen Aufwands zu stemmen ist meine tägliches Journaling auf ein Mindestniveau gesunken und meine Freizeitaktivitäten auf die Zeit mit der Familie beschränkt. Ich schreibe das, weil mir in den letzten Monaten in meinem Umfeld besonders stark aufgefallen ist, dass manche Menschen keine Ahnung haben was man alles opfern muss, um heutzutage einigermaßen beruflich erfolgreich zu sein; es gibt tatsächlich Menschen, die überzeugt sind, dass man mit einem 8h-Arbeitstag den sorgenfreien Wohlstand erreichen kann. Es gab Phasen in meinem Leben, da habe ich die Menschen mit mehr als 10 Tagen Urlaub im Jahr beneidet, heute sehe ich das anders; denn ich bin so wie ich lebe, glücklich und weiss, dass meine Arbeit einen großen Teil meiner Erfüllung ausmacht. Weil es so ist, bin ich ausgeglichen und verbringe meine Freizeit auch intensiver. Jeder Erfolg ist individuell und es ist mir mehr denn je klar geworden, dass ein wichtiger Erfolgsfaktor des Tradings die eigene Umgebung und das Verständnis von Liebe zum Beruf ist. Wenn man nicht die Zeit hat, unentwegt am Ball zu bleiben, zu lernen und konzentriert dem Trading nachzugehen, wird es nichts werden; wer z.B. also einen Lebenspartner oder ein familiäres Umfeld hat, dass nicht nur den Börsenhandel ablehnt, sondern auch indirekt Druck ausübt wird früher oder später ein Problem bekommen (spätestens bei größeren Drawdownphasen). Mein Alltag ist also geprägt durch viel Arbeit, frühes Aufstehen, disziplinierte Aufgaben- und Zeiteinteilung, späte Abendruhe - es hat sich also bis auf die Zahl der Stunden nichts dramatisch in meinem "neuen" Berufsleben geändert. Erfolg und Mißerfolg Bevor ich Vollzeit-Trader war, war ich bezogen auf meinen Arbeitsaufwand und die Trefferquote erfolgreicher. Mit zwei bis vier Stunden täglich, war mein Output durchaus akzeptabel. Seit nunmehr zwei Jahren habe ich sukzessive die Märkte gewechselt und trade kaum noch Aktien und Forex, sondern fast ausschließlich Futures und binäre Optionen. Insbesondere die Futures habe mich in Ihren Bann gezogen und die ersten Futures-Monate waren ein Fiasko für mein Depot. Nach vielen Jahren ohne signifikante Verluste (prozentual) habe ich in den ersten 5 Monaten viele Euros abgegeben, aber ich musste quasi einige Dinge neu lernen, insbesondere, dass sich meine Positionen erheblich vergrößert haben und ich dementsprechend ganz andere Zahlen "ertragen" musste. Wer selbst Futures handelt, weiss wie schnell ein FDAX-Kontrakt innerhalb eines Monats im Depot ein mittelständisches Jahreseinkommen produzieren oder vernichten kann. Es gab Momente, da dachte ich nicht mehr Herr er Lage zu werden, aber mein Ehrgeiz trieb mich voran und nach einer kleinen Pause und einigen Modifikationen lief es wieder in geordneten Bahnen. Für mich ist und bleibt die Wurzel allen Übels die Angst, die Gier und die damit zusammenhängende Wahl der Positionsgröße. Hat man Angst und Gier im Griff und wählt man die Positionsgröße derart, dass das Risiko unmerklich wird, läuft es von ganz allein! ... glaubt es oder glaubt es nicht. Handelsansätze Ich sehe keinen Grund vernünftige Handelsansätze zu verheimlichen, insbesondere deshalb nicht, da die meisten nicht in der Lage sein individuelle Stile zu kopieren; ich nenne hier ein paar Ideen, die vielleicht den einen oder anderen inspirieren ähnliches zu versuchen. Das was ich mache ist nicht revolutionär, für den, der es allerdings live verfolgt, allerdings um so kontroverser, da ich immer ein sehr hohes Einzelrisiko fahre, was natürlich von vielen arg kritisiert wird; mein Gesamtrisiko ist aus meiner Sicht aber durchaus moderat. Hier also ein paar grobe Informationen zu meiner Vorgehensweise, wobei ich die Futures-Strategien in den kommen Wochen im Blog detaillierter vorstellen werde und hier nur anreisse: Ca. 15 Prozent meines Depots sind auf 20 MT4-Konten verteilt. Die Konten sind klein und es werden ausschliesslich Mikrolots gehandelt. Der Großteil der Konten ist mit vollautomatischen Systemen bestückt die 24h laufen und unter dem Strich für kleine Gewinne sorgen; insgesamt laufen dort seit drei Jahren ca. 60 Systeme (wechselnd), von denen einige käuflich erworben und andere sowohl von mir als auch frei verfügbare (z.T von mir modifizierte) sind. Natürlich sind auch die viel diskutierten Klassiker (Fapturbo, Euroblaster, MegaDroid, Blessing, etc.) dabei - was auch immer der eine oder andere davon hält, amortisiert haben sich bereits alle. Der Clou an dieser Idee ist einfach: Die Gewinne (und Verluste) sind im Einzelnen nicht signifikant und ich "merke" diese kaum. Bisher musste ich bis auf regelmäßiges Optimieren der Parameter nicht viel Arbeit reinstecken und das ganze gibt mir auch bzgl. der Bucket-Shop-Broker ein adäquates Gefühl der Risikoverteilung - insbesondere weil, die Positionen "unbedeutend" sind. Ca. 35% des Depots sind langfristig angelegt in diversen Fonds und ETFs. Bei den ETFs handelt es sich um speziell ausgewählte Rohstoff-Kombis, dividendenstarke Aktienpacks und Index-ETFs (z.B. ETF063, ETF051, DBX1LC, DBX1DG, LYX0AD), dies ist auch der einzige Ansatz bei dem ich mich langfristig orientiere. Der Aufwand ist auch hier recht gering. Der restliche Depotanteil ist ein reiner Daytrading-Anteil mit "flat on daily-close". Ich handle dabei zu 25% Forex (EUR/USD, EUR/JPY), 15% Binäre Optionen und den Rest Index-Futures. Die beiden erstgenannten indizieren i.d. R nur Trades in den ersten Morgenstunden, die Futures bestimmen mein Tagesablauf. Forex und Binaries handle ich trendfolgend und auf Ausbruch, während ich bei den Futures unterschiedliche Ansätze nutze (wie erwähnt, beschreibe ich einige in den nächsten Posts). Das angesprochene Risiko ist deshalb relevant und erwähnenswert, weil ich nahezu alle guten Gewinner aus Pyramiden und Scaling ziehe; so kommt es nicht selten vor, dass ich einen Tagesgewinn komplett wieder abgebe, weil ich einen neue Position im Laufe des Tages so stark vergrößert habe, dass Korrekturen den Buchgewinn und realisierten Tagesgewinn auslöschen. Short-Range-Days sind dann ziemlich bittere Handelstage. Genauso kommt es vor, dass ich beim Einstieg nahezu 80% des Margins ausreize, um mich aus der Position durch Teilverkäufe rauszuscalen - diese MM ist nicht unüblich, aber für Trader mit geringer TQ ein Todesurteil; erfahrungsgemäß sollte die TQ für diesen Ansatz bei über 75% liegen. Das Prinzip das hier zu Grunde liegt ist letzten Endes die Tatsache, dass es immer leichter ist mehrere Bewegungen zu kleinen Zielen zu erreichen als wenige zu Großen. Kann man davon Leben? Ich kann diese Frage derzeit nicht eindeutig positiv oder negativ votieren, denn einerseits hatte ich bisher nur eine kurze Drawdownphase und andererseits habe ich einen recht hohen Anspruch. Ich würde sagen ein alleinstehender Student hätte wie Gott in Frankreich leben können, als verwöhnter Familienvater sähe es bescheiden aus - das Ganze ist immer eine Frage der Depotgröße und des individuellen Anspruchs, aber wir wissen ja alle: der Weg ist das Ziel ... und bisher ist der Weg absolut in Ordnung und sollte er zum Scheitern oder zu unermesslichen Erfolg führen wird es hier zu lesen sein :-) LG Aurelius
Im Netz kursieren die wildesten Gerüchte was Heikin-Ashi heißt und wer es „erfunden“ hat. Mal soll es ein Schwede gewesen sein, mal die Japaner (dem Namen nach eher japanisch als schwedisch, was?) Da wir hier aber keinen historischen Exkurs machen wollen, sondern nur kurz und knapp die Fakten darlegen wollen, ist es uns im Grunde egal wer’s erfunden hat. ;-) Heikin-Ashi ist eine relativ neue Art (angeblich sweit 2004), OHLC-Werte ähnlich Candlesticks darzustellen. Der Unterschied in der Darstellung ist recht schnell ersichtlich: Trends werden klarer dargestellt, Rauschen wird gefiltert und neben der Trendrichtung kann man sofort die Trendstärke und deren eventuelles abflauen sehen. Zur Berechnungen einer Heikin-Ashi Candle gelten einige modifizierte Berechnungen gegenüber der Standard-Candle: OpenHA[t] := (OpenHA[t-1] + CloseHA[t-1]) / 2 CloseHA[t] := (Open[t]+High[t]+Low[t]+Close[t]) / 4 LowHA[t] := Min(Low[t], OpenHA[t], CloseHA[t]) HighHA[t] := Max(High[t], OpenHA[t], CloseHA[t]) wobei für die erste Kerze gilt: OpenHA[t-1] := Open[t-1] und CloseHA[t-1] := Close[t-1] Anders ausgedrückt gilt für Heikin-Ashi-Charts: 1. OpenHA ist der Mittelwert der gestrigen HA Open und Close Werte (dadurch beginnt die neue Kerze immer in der Mitte des Körpers der gestrigen Kerze) 2. CloseHA ist der Mittelwert der heutigen OHLC-Kurse 3. LowHA ist das Minimum aus heutigem Low, OpenHA und CloseHA 4. HighHA ist das Maximum aus heutigem High, OpenHA und CloseHA Nehmen wir einmal den Chart des Dax seit dem 01.06.2010 und stellen ihn in klassisch Candlestick und Heikin Ashi dar: Interpretation: 1. Im Aufwärtstrend haben wir lange grüne Kerzen die mit steigender Trendstärke immer länger werden. Eine Verkürzung der Körper zeigt nachlassende Trendstärke und eine bevorstehende Konsolidierung oder Seitwärtsphase an. 2. Kerzen mit Docht und Lunte deuten Anfang/Ende eines Trends an (Doji). 3. Wechselnde rote und grüne Kerzen zeigen eine Konsolidierungsphase 4. Im starken Bullenmarkt haben die Kerzen keine Lunte. 5. Im starken Bärenmarkt haben die Kerzen keinen Docht. 6. Gaps existieren nicht mehr. Starke Kurssprünge in hochvolatilen Werten werden gefiltert. Tabellarisch könnten wir das Aussehen der Kerzen in den verschiedenen Trendphasen dann wie folgt zusammenfassen: Wie können wir diese Informationen für das Trading nutzen? Heikin Ashi ist eine Bereicherung für das Trading aller Währungspaare, insbesondere die volatileren wie GBPJPY oder EURJPY. Aber nicht nur diese. Alle gut trendierenden Werte sind bestens geeignet. Heikin Ashi ist eine sehr gute Darstellungsmöglichkeit für alle Zeiteinheiten, von Minuten bis Wochen. Die gap-lose, rauscharme und gefilterte Darstellung kann aber auch von Vorteil für Anfänger sein, da sie kontinuierlichere und „ruhigere“ Charts erzeugt als der klassische Candlestick-Chart. Emotionen lassen sich so eventuell besser steuern und man wartet „bis der Trend ordentlich läuft. Wenn wir uns obiges Bild mit Bär und Bulle ansehen stellen wir fest, dass es schon gereicht hätte bei der ersten grünen Kerze zu kaufen und der ersten roten zu verkaufen bzw. zu shorten. So simpel kann Trading sein (es ist natürlich der Markt insgesamt richtig zu beurteilen und evl. der eine oder andere Indikator zu Rate zu ziehen). Im zweiten Teil zum Thema Heikin Ashi werde ich auf Indikatoren eingehen. juliettpapa
Für den aktiven und belesenen Trader steht hier vermutlich nicht viel Neues - ich schreibe diese Dinge deshalb auf, weil sie für mich die wichtigsten Schritte darstellen. Im dritten Teil schreibe ich wie ich persönlich meine Aktivitäten plane, welche Märkte ich handle (insbesondere mit welchen Methoden) und wie ich verusuche "über die Runden zu kommen". Wer ist mein Freund, wer ist mein Feind, was für ein Leid – was soll das bedeuten? Es soll aufzeigen, was auf dem Weg wirklich hilft und was nicht. Natürlich ist die Herangehensweise für jeden individuell zu betrachten – ich stelle daher nur meine Meinung dar und behaupte mitnichten, dass diese besonders richtig ist. Leid ist das, was man auch als die Schattenseiten bezeichnen könnte: Verluste, Verlieren und die Verdammung zu ewigen Lernen und Üben. Seminare, Bücher und Coaching Als ich anfing mich für die Finanzmärkte zu interessieren (nein ich war nicht 13 – ich war schon richtig erwachsen) habe ich nahezu alles an Literatur verschlungen, was auf dem Markt zu bekommen war, wobei ich relativ schnell feststellte, dass sich die Inhalte im Laufe der Zeit immer mehr wiederholten – irgendwann war es dann so schlimm, dass ich die Hälfte des Buches überblättern musste, da die Einleitungen stets bekannt waren – seit Jahren habe ich nun gar keine Börsenliteratur mehr angefasst. Sehr ähnlich verhält es sich mit Seminaren und Coachings – die letzten Jahre habe ich großen Abstand dazu gewonnen. Nun habe ich mich allerdings gefragt, ob ich diesen wichtigen Schritt zum Vollzeit-Trader nicht noch mal mit Büchern, Seminaren oder Coachings begleiten lassen sollte – und was soll ich sagen ... es gibt keine Seminare, Coachings oder Bücher für weit fortgeschrittene Trader – ein Witz – es gibt keine Literatur, Seminare oder ähnliches, die einen in dieser Phase an die Hand nimmt und Alternativen aufzeigt; also im übertragenen Sinne befinde ich mich in einem Land, in dem es etliche Grundschulen und Grundschullehrer gibt, aber keine weiterführenden Schulen. Und genau so ist es ... in dieser Landschaft tummeln sich stattdessen mehr Räuber als Retter. Es gibt keine Vertiefung von Trading, keine wissenschaftlich gestützte Lehrmethodik, keine pädagogischen Leitfäden – nichts (nichts was mir persönlich in dieser Phase hilft). Aber es gibt unglaublich viele Seminare und Bücher von Menschen, die gerade mal halb so alt sind wie ich, aber schon zehnmal solange an der Börse handeln. Seminare für Freizeit- und Hobby-Trader , Trading neben dem Beruf, etc. Am meisten frage ich mich, ob diese Leute auch so viel Schmerz an der Börse erfahren mussten, so viele Konten an die Wand gefahren haben wie ich – können die mich überhaupt verstehen? Können die meine hart erworbenen Fähigkeiten ausbauen und verbessern? Und die größte Frage: Können Sie auch von sich behaupten, fast jeden Fehler schon gemacht zu haben? Coachings sind noch das sinnvollste, aber da fehlt mir die Realitätsnähe, die meisten coachen über das Internet und per Telefon – aus meiner persönlichen Sicht eine günstige Alternative – aber nichts was mit gefällt. Beim Coaching erwarte ich auch wesentlich mehr als von einem Seminar, in dem Grundlagen und Techniken vermittelt werden. Bei einem Coaching erwarte ich von einem Profi gecoacht zu werden, ein Trader, der mir zumindest schon mal schwarz auf weiß nachweist, dass er in den letzten 5 Jahren besser getradet hat als ich – und ... er sollte bezahlbar sein; also Minimum: Nachweise per Depotauszug oder nur direkte Empfehlungen – ansonsten lasse ich davon einfach die Finger. Bei jedem ernstzunehmenden Auftrag in der Wirtschaft (auch im Mittelstand) werden die Referenzen ganz selbstverständlich abgefragt – Blender werden dadurch häufig entlarvt - so hätte ich es hier gerne auch. Fazit: Mir kann keiner helfen – ich muss da alleine durch. Ich bin seit fünfundzwanzig Jahren mit Leib und Seele dem Sport verschrieben und habe immer viele Parallelen in den zentralen, traditionell gelehrten japanischen Kampfsportarten (Karate, Judo, Aikido) zur Börse festgestellt – Neben der konsequenten und kontinuierlichen Übung ist vor allen Dingen bemerkenswert, das man ab einem gewissen Niveau sich nur noch selbst weiterentwickeln kann, da die Lehrer, die besser sind als man selbst mit jedem Dan-Grad und jeder gewonnenen Meisterschaft weniger (oder erheblich kostspieliger) werden und nur wenige es vermögen, dass vollständige Potential ihres Schülers herauszuarbeiten. Immer und überall: Die Psychologie Oft hört man, dass Psychologie eine wesentliche Rolle spielt: In vielen Büchern wird oft über psychologische Phänomene geschrieben und diese erklärt – ich bin kein Psychologe und vermag die Dinge, die ich dort lese und auch logisch finde, nicht wirklich zu beurteilen; daher will ich also an dieser Stelle nicht die typische Aspekte im Bereich der Tradingpsychologie erwähnen, sondern vielmehr darlegen, dass ich der Meinung bin, dass die Psychologie schon außerhalb der Börse und insbesondere bei bzw. vor der Entscheidung Trader zu werden, eine wichtige Rolle spielt: Es ist selbstverständlich, dass man hier keine allgemeingültige Regel aufstellen kann, denn jeder Mensch ist anders, aber eines haben wir häufig gemeinsam: Uns wird immer irgendwann langweilig und wir finden immer zu unseren liebsten Tätigkeiten zurück. Was machen also Vollzeit-Trader den ganzen Tag so? Viele Neueinsteiger denken über den Erfolg an der Börse sicherlich, man könne ja, nachdem die Trades im System sind, Sport machen oder in Café’s sitzen oder die Ladies am Pool massieren, etc. Ich denke allerdings, hier verhält es sich ähnlich wie in anderen Geschäftsbereichen: In der Regel sind erfolgreiche Menschen eng mit ihrer Geschäftspassion verbunden; letzten Endes finden sie immer wieder zu ihrer Arbeit zurück und gönnen sich nur angemessene Freizeit. IMHO glaube ich, dass auch genau das der Kern erfolgreicher Arbeit ist; denn eine Arbeit, die man leidenschaftlich und mit Spaß an der Freud leistet, wird mit wesentlich höherer Wahrscheinlichkeit zu einem guten Arbeitsergebnis führen, als Arbeit die man lediglich "nebenbei" erledigt ... oder um meine persönliche Erfahrung und Meinung in wenige Worte zu fassen und das ganze stärker abzugrenzen: Gewinner bleiben Gewinner, Verlierer bleiben Verlierer; denn wer niemals darüber nachgedacht hat zu den Besten zu gehören, sich abzuheben und grundsätzlich mehr zu Leisten als andere - oder schlussendlich zur Erreichung eines höheren Ziels niemals Opfer gebracht hat - wieso sollte dieser Mensch auf einmal an der Börse eine Ausnahmeerscheinung sein? Wie kann so ein Mensch an der Börse überhaupt zu den langfristigen Gewinnern gehören? Wenn man nicht an verkanntes Talent und Märchen glaubt, muss man kein Psychologe sein, um sich diese Frage selbst zu beantworten – denn einig sind sich die meisten: ohne harte Arbeit und Opfer gibt es keine Trader-Karriere. Fazit: Ohne eine gesunde Psyche und bestimmte, damit eng verbundene, mentale Fähigkeiten ist keine Trader-Karriere möglich. Man muss in der Lage sein harte und kontinuierliche Arbeit zu leisten, ohne eine absehbares Ende vor Augen zu haben. Egal wie viel Rückschläge es gibt, ich muss die Fähigkeit haben immer wieder aufzustehen und den eisernen Willen haben, zu den Besten zu gehören. Übung macht den Meister Die Märkte sind wie ein stockfinstere Höhle ohne Ausgang und keiner kann nur die eigene Hand vor Augen sehen. Die, die lange in diese Höhle sind, kennen sie besser als diejenigen, die sie neu beitreten ... ein kleiner Vorteil. Für das Umschiffen von tödlichen Fallen bei Bewegung in dieser Höhle kann dieser Vorteil plötzlich eine wesentlich größere Bedeutung haben und lerne ich jeden Zentimeter diese Höhle auswendig und achte ich auf die Schreie der Sterbenden, fange ich an zu den wenigen in dieser Höhle zu gehören, die langfristig überleben. Lesen, Lernen, Üben, Traden, Traden, Traden, ... und wieder von vorne ... etliche Male - dies ist die Grundausbildung. Wissen aufsaugen, eigene Ideen und Meinungen bilden ist der erste Transfer des Erworbenen, gefolgt vom ersten Praktikum: Ein Demokonto nach oben zu traden (z.B. 1000 Trades als Kurzfristtrader bzw. 100 als langfristig orientierter Trader) unter Anwendung von MM und RM ist der krönenden Abschluss dieses „Praktikums“. Alles das sind unumgängliche Lernschritte: Aber wer am Demokonto scheitert oder das nicht mehrmals schafft, hat meiner Meinung nach keine Chance langfristig erfolgreich an der Börse handeln. Das sehen viele anders, aber da ich überwiegend nur nach Indikatoren, Chart und Volumen handle, baue ich auf eine gewisse Reproduzierbarkeit und glaube daran, dass man dies in Ansätzen gut im Demokonto simulieren und sich selbst beweisen kann. Nach erfolgreichem „Praktikum“ kann ich meinen Job beginnen und versuchen ihn bestmöglich im Realhandel auszuführen. Der folgende Teil ist nicht wenig polarisierend und ich werde deshalb häufig angefeindet: Man liest häufiger von Tradern, die ihr Konto vernichtet haben – dies ist zwar keine schöne aber sehr wichtige Erfahrung; nur jetzt kann man lernen aufzustehen und nur hier fängt man an, den persönlichen Bezug zum Geld zu verstehen – wenn mein Konto ruiniert ist und ich darunter leide, habe ich das „falsche Kapital“ verwendet. Ich habe Geld verwendet, das ich nicht zu verlieren bereit war und das führt unweigerlich dazu, dass ich mein Arbeitsmaterial nicht optimal einsetzen konnte. Mein Arbeitsmittel (das Geld) ist wie der Samen eines Bauers; ... er weint niemals, wenn er ihn unter die Erde bringt, ... wenn er tausende davon verliert, kann er das ertragen. Selbst der Totalverlust hindert ihn nicht daran, im nächsten Jahr neu auszusähen. Der Samen ist Mittel zum Zweck, so wie das Kapital des Traders - nicht mehr nicht weniger ... und alles zu verlieren will gelernt sein. Abschließend sei erwähnt, dass man wichtige Erlebnisse beim Trading mittels eines Tagebuchs dokumentieren muss – keine Geschichte ohne Geschichtsschreibung, keine Lehre ohne Lehrbuch: Anfangs sollte man viel schreiben, später nur notwendiges. Was in guten Firmen dem jährlichen Review entspricht ist beim Trading das regelmäßige Blättern in alten Aufzeichnungen des Tagebuchs. Fazit: Übung macht den Meister! Routine festigt das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten – und ich sollte meinem kleinen, begrenzten menschliches Gehirn helfen und es nicht überschätzen (Tagebuch). Wer kein Tagebuch führt und sich nichts notiert, ist schlicht zu faul oder überschätzt sich - beides übrigens typische Verlierereigneschaften. Die Motivation und das dazugehörige Fachgebiet Was möchte ich traden? Wie lange möchte ich investiert sein? Was bin ich für ein Typ? Hier gibt es unzählige weitere Fragen, die schon tausendmal irgendwo aufgeführt und erklärt wurden. Eigentlich kann man dazu gar nicht genug schreiben, ich möchte mich aber nur auf einen wesentlichen Punkt beschränken, der mit den oben genannten Inhalten im Zusammenhang steht: Ich muss mich immer und jederzeot wohl fühlen! Es ist mir egal, ob ich 10 Minuten oder 20 Stunden am Rechner sitze – natürlich ist es anstrengend, aber ich möchte nichts anderes machen, auch wenn das Gehalt mal nicht so rosig ist. Ich trade was ich sehe und wenn ich es sehe und wenn ich sogar beginne nur aus Spaß am Spiel zu traden wechsle ich auf ein eigens dafür eingerichtetes Übungs- oder Zocker-Konto. Trading ist mein Leben. An dieser Stelle sind viele Trader anderer Meinung und ich betone deshalb, dass das meine ganz persönliche Ansicht ist – wer nebenbei tradet muss dies nicht beachten, aber wer davon Leben will, sollte sich entscheiden: Ente oder Trente. Fazit: Teste alle Märkte und Zeitebene, berücksichtige dabei die persönlichen Vorlieben und guten (z.B. Geduld) sowie schlechten Eigenschaften (z.B. Ungeduld) – fühl' dich wohl mit dem was Du wählst. Der Traum vom Trading zu Leben Wir kennen alle die Schwätzer der Szene; gerade in Foren und Blogs gibt es mehr, die angeblich davon Leben können als es statistisch prozentuale Gewinner an der Börse gibt. Unter den offiziell geführten Listen von aufgeführten Top-Verdienern oder Millionären ist mir noch kein Trader in Deutschland aufgefallen - ist auch nicht so einfach, wie man gleich sieht. Im Folgenden sind alle Kosten in Euro pro Monat zu verstehen, unter Gesunderhaltung verstehen wir Essen-, Hygiene- und Reinigungsartikel. Sonstige Einnahmen und somit evtl. anfallende Einkommenssteuer und Gewerbesteuer werden nicht berücksichtigt – wir wählen einen Idealfall von nur 25% Abgeltungssteuer. Diese 25% müssen also gedanklich immer auf die folgenden Grobschätzungen aufgeschlagen werden (man muss also immer mehr Gewinn erzielen als Kosten angegen sind). Hier also mal die Kosten die verschiedene Personengruppen haben - Trading- bzw. Opportunitätskosten, Erstanschaffungen von Autos, Fernsehern oder jeglichen Luxusartikel werden nicht im Detail berücksichtigt. Die roten Summen entsprechen dann Variariationen von Ein- bis Mehrfamilienhaushalten unter verschienden persönlichen Anspruchs-Gesichtspunkten. Beispiel 1 – Geringer Anspruch: Wohnung inkl. Nebenkosten: WG oder Studentwohnheim: 50,00 - 150,00 Gesunderhaltung: Billgste Dicounter-Ware: 100,00 - 200,00 Versicherungen und Altersvorsorge: 0,00 Mobilität: Öffentliche Verkehrmittel: 0,00 - 30,00 Freizeit/ Hobbies: Nur kostenlose Aktivitäten: 0,00 Luxus: Keiner: 0,00 Ausgabenspanne: 150,00 - 380,00 Dieser bettelarme, auf niedrigstem Niveau lebende Mensch, sollte sich an Hartz IV orientieren, Trading ist schlicht nicht nötig. Mit diesem Beispiel will ich andeuten, dass man sich nicht mit Trading beschäftigen sollte und schon gar nicht davon träumen sollte davon leben zu wollen, wenn man sich mit niedrigsten Ansprüchen zufrieden gibt. Es gibt in diesem Rahmen wesentlich einfache Möglichkeiten zu überleben. Beispiel 2 – Durchschnittsanspruch: Wohnung inkl. Nebenkosten: 400,00 - 800,00 Gesunderhaltung: 150,00 - 300,00 Versicherungen und Altersvorsorge: 50,00 - 200,00 Mobilität: Öffentliche Verkehrmittel/ Auto: 50,00 - 200,00 Freizeit/ Hobbies: Kino, Museum, etc.: 60,00 - 100,00 Luxus: Alkohol/ Zigaretten/ Süssigkeiten: 40,00 Ausgabenspanne: 750,00 – 1640,00 In dieser Gruppe dürften sich die meisten Durchschnittverdiener wiederfinden. Der monatliche Trading-Gewinn sollte also im Durschnitt klar über 1000,00 Euro liegen - Verlustphasen eingerechnet. Beispiel 3 – Gehobener Anspruch: Wohnung/ Haus inkl. Nebenkosten: 800,00 - 1500,00 Gesunderhaltung: 250,00 - 650,00 Versicherungen und Altersvorsorge: 200,00 - 600,00 Mobilität: Auto: 200,00 - 500,00 Freizeit/ Hobbies: Kino, Museum, etc.: 100,00 - 200,00 Luxus: Alkohol/ Zigaretten/ Süssigkeiten/ Elektro-Artikel: 50,00 - 100,00 Ausgabenspanne: 1600,00 – 3550,00 An dieser Stelle kann jetzt jeder für sich selbst überlegen, wie schwer es ist vom Trading zu leben. Manche sind sich über ihre Kosten gar nicht im Klaren oder nehmen an, das die derzeitige Kosten eine Leben lang konstant bleiben: ein Puffer wird gar nicht erst eingeplant. Ich habe bewusst auf die Schickeria-Anspruchsklasse verzichtet; denn um dieses Niveau zu leben sind sehr hohe monatliche Gewinne notwendig - mir ist derzeit kein öffentlich handelnder Trader namentlich bekannt, den man zu dieser Klasse zählen könnte. Fazit: Bescheidenheit, Planungssicherheit und realistische Herangehensweisen sind notwendige Tugenden. Ein Nebenjob mit festen Einnahmen kann nicht schaden, um eine Gesamtstabilität des eigenen Wirtschaftskreislaufes zu sichern. Kann man seinen Lebensunterhalt langfristig nicht durch Trading sichern ist Trading "just for fun" oder "langfristiges Investieren" die bessere Alternative. Abschliessend eine häufig unterschätzte Komponente - für mich der beste Freund oder der größte Feind: Glück oder „kein Pech“ haben Auch wenn ich ein gutes reproduzierbares System gefunden habe, sollte mir immer klar sein, dass auch Glück (und/ oder Pech) eine vorhandene Komponente ist. Es ist immer möglich, dass sich etwas nicht wie geplant entwickelt und das auch noch absolut ohne ersichtlichen Grund. Ebenso kann ich nur planen, was ich verliere möchte - wie viel ich Gewinne wird stark vom Glück beeinflusst. Man kann das ein wenig mit einer Vollbremsung bei Höchstgeschwindigkeit vergleichen, dort zählen auch Größen wie Übung, Erfahrung, Reaktion, Straßenverhältnisse etc. - aber ein wenig Glück ist außerhalb der Tests in Idealumgebungen ist dann doch notwendig; denn nur eine kleine Pfütze oder ein ungünstiger Windstoß kann bei einer Vollbremsung aus z.B. 300 km/h heraus fatale Folgen haben. LG Aurelius ... to be continued
Im ersten Artikel gingen wir auf die Frage ein, ob das Traden erlernbar wäre. - Ja, es kommt aber auf die Erwartungen an. Zu den Besten zu gehören wird sich nicht von Anfang an ergeben. Es heißt nicht umsonst: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen". Vor einiger Zeit bin ich auf diesen Blog-Eintrag gestoßen. Es handelte sich um nichts Geringeres als die Überlegung wie lange es dauern könnte bis eine Person ein Experte auf einem Gebiet wird. Dabei kommen diese Überlegungen aus dem Buch "Outliers" von Malcolm Gladwell. Dort hat er untersucht wie viele Übungsstunden ein professioneller Eishockeyspieler, ein Pianist und ein Komponist jeweils gebraucht haben um wirklich gut auf ihrem Gebiet zu werden. Zu meiner Überraschung waren es lediglich 10.000 Stunden. Klingt nicht viel und möglicherweise sind wir schon Milliarden gewöhnt und alles andere erscheint uns wenig. Wir haben somit ein Arbeitspensum von 10.000 Stunden. Würden wir jeden Tag diszipliniert eine Stunde mit dem Trading verbringen, dann wären das 27 Jahre. Bei drei Stunden am Tag, wären es noch etwas mehr als 9 Jahre. Dies bedeutet aber, dass sowohl am Wochenende jeweils drei Stunden am Tag in das Traden zu investieren ist - als auch während des Urlaubs. Für mich ist das erschreckend und enttäuschend zugleich. Gehen wir von einem Angestellten aus, der acht Stunden am Tag arbeiten muss. Meistens ist die Pause nicht bezahlt, also 8,5 Stunden. Kommt noch die Anfahrt hinzu, sagen wir idealerweise 30 Minuten inkl. der Rückfahrt. Sind wir bei neun Stunden. Leider gehöre ich zu den Menschen die etwas mehr schlaf brauchen. Manchmal sind es neun Stunden manchmal acht. 9 + 8,5 = 17,5. Bleiben in diesem Fall 6,5 Stunden übrig, wovon Körperpflege, Essenszeiten und Haushaltsarbeit noch abzuziehen ist. Mir fällt es leider oft schwer mit meiner Zeit klar zu kommen. Deshalb möchte ich hier auch die Dringlichkeit formulieren sich mit seiner Zeit auseinander zu setzen. Was möchte ich erreichen? Wo möchte ich in fünf oder zehn Jahren stehen? Verfalle nicht dem angenehmen Glauben schnell erfolgreich an der Börse zu sein. Mir ist es so ergangen und mein dritter Neustart lässt noch immer auf sich warten.