Das sind die Festtage, auf die wir Daytrader warten - über Monate sitzen wir vor den Screens und studieren die Charts, nehmen kleine Gewinne mit, zahlen viel Gebühren und dann kommt unsere Zeit: Kleine und große Crashs sind die Essenz des Daytradings - alle Anfänger werden jetzt aus den Märkten gekegelt, viele kehren nie zurück, aber die, die erkennen was für ein Potential in den heftigen Bewegungen steckt - wenn man sie erkennt und die, die wissen was es im Anschluss für gute Einkaufsgelegenheiten geben wird, die werden in ein paar Jahren die Früchte ihrer schmerzhaften Lehre ernten. This is ten percent luck, Twenty percent skill, Fifteen percent concentrated power of will, Five percent pleasure, Fifty percent pain, And a hundred percent reason to remember the name. http://www.youtube.com/watch?v=VDvr08sCPOc
Bevor ich im nächsten Artikel einige größere Veränderungen und Neuerungen ankündigen werde, möchte ich noch mal einige Gedanken, Beobachtungen und Erlebnisse der letzten zwei Monate (auch für mich) zusammenfassen. Der Artikel hat keinen tieferen Sinn, sondern soll lediglich zum Denken anregen. Seit meinem ersten Trade sind nun nahezu 20 Jahre vergangen, zwar wäre ich damals nie auf die Idee gekommen einen stinknormalen Aktienkauf als "Trade" zu bezeichnen, jedoch ohne es zu Wissen war es der Start meines Börsenlebens. Ich glaube, dass es damals viel einfacher war, man hat eine Aktie gekauft und diese ist entweder langfristig gestiegen oder gefallen - warum liess sich im Nachhinein oft sehr einfach erklären. Heute empfinde ich es völlig anders: Die Deutung von technischen und fundamentalen informationen ist selbt im Nachgang erheblich schwerer sowie unrationeller und Backtests vieler Ansätze zeigen dies auch deutlich ihn Ihren Zahlen - viele Dinge funktionieren schlicht nicht mehr - insbesondere der kurzfristige Bereich ist eine enorme Herausforderung, denn häufige Richtungswechsel im Kursverlauf gehören zu Tagesordnung. Seit ich als Vollzeitrader am Markt bin, stelle ich mir oft die Frage nach dem reellen Stundenlohn; man sitzt Stunde um Stunde vorm Rechner und weiss bis zum Abend nicht, ob man dafür bezahlt wird oder am Ende sogar noch drauf zahlen muss. Letzten Endes stellt sich der Erfolg nur durch kontinuierliche und konstante Arbeit und erhebliche Risikobereitschaft ein. Ich habe mir mal ausgerechnet, dass ich allein die letzten fünf Jahre ca. 20.000 Stunden Screentime hinter mir habe (das ist dopplet soviel wie ein Durchschnittsstudium) und das mindert den Studenlohn mächtig. Nun aber das Interessante: Während ich in den ersten 17 Jahren nur wenigen Tradern begegnet bin, die erfolgreich waren (habe ja selbst die meiste Zeit meines Lebens Verluste geschrieben), so begegnen einem heute permantent erfolgreiche Alleskönner und Alleswisser (steigend in der Zahl der letzten drei Jahre). Ich treffe in der letzten Zeit ständig angehende Trader, die mir erzählen, dass Sie 1%-5% täglich machen - jeden Tag! Ermahnungen an die Realität helfen nicht, die Leute sind sowas von überzeugt und kommen mit tollen Tabellen zum Reichrechnen daher - natürlich zeigen sie einem nicht ihren Trackrecord oder Ihr Konto - aber sie sind alle unglaublich erfolgreich. Einige schicken täglich irgendwelche Trades, die sie angeblich gemacht haben, einige erzählen nur davon, dass sie dass ja alles vor einigen Tagen/ Wochen genauso vorausgesagt hätten und andere wiederum fragen mich, ob Sie mir helfen sollen ein erfolgreicher Trader zu werden. In manchen Communities wimmelt es geradzu von CFD-Tradern, die ausnahmslos reich mit trading werden wollen oder geworden sind - was Trading ausmacht scheint dabei völlig unterzugehen. An dieser Stelle frage ich mich, was ich die letzten Jahre verpasst habe. Wenn ich den Fernseher einschalte höre ich irgendwelche schrägen Typen mit krächzender Stimme, die Sänger werden wollen, dann die vielen kleinen fetten Mädels und Jungs, die darum buhlen Model oder Popstar zu werden und Politiker, die Ihren Focus darauf setzen die Gegenpartei zu diffamieren und dabei erklären man selber würde es besser machen. Ihn allen fehlt der klare Blick für die Realität und die notwendige Portion Bescheidenheit und Zurückhaltung. Beim Trading ist es noch viel schlimmer: Es gibt Buchautoren, die Bestseller herausbringen und nicht mal erklären können an welcher Börse es welche Finanzinstrumente gehandelt werden, da werden Seminare und Webinare gehalten und Ansätze vorgestellt, die keinem Backtest standhalten, es laufen Typen herum, die Coachings in anderen Ländern anbieten, weil dort die Sonne scheint, obwohl schon einschlägig bekannt ist, dass der Anbieter ein in Deutschland verschuldeter Auswanderer ist. Andere Trader bestreiten Ihren Lebensunterhalt mit einem 30K-Konto, wieder andere behaupten für 90$ bekommt man die größten Tradinggeheimnisse der Welt mitgeteilt. Gegen diese Gruppen sind Gebrauchtwagenverkäufer die seriösesten Kaufleute der Welt. Was für ein kranke Branche - und der Witz täglich kommen mehr hinzu. Warum sollte Trading anderes sein als die Wirtschaft an sich und die Politik? Eines der größten Geheimnisse des Tradings besteht nach wie vor darin, die Anfänger auszusaugen und weitere Idioten zu finden, die man langfristig und kontinuierlich melken kann. Gute Vermögensberater oder performante Trader zu finden ist schwerer denn je - nicht weil es sie nicht gibt, sondern weil sie in der Menge der Blender kaum zu finden sind. Das ganze mündet in der immer wieder beschriebenen Erkenntnis: Ohne Fleiss kein Preis. Wer das hier liest und nicht länger als ein zwei jahre am Markt ist, dem sollte jetzt noch mal ein Licht aufgehen - es ist viel schwerer als man denkt und man kann im Haifischbecken nicht mit Schwimmflügeln punkten - Untergehen ist dort das geringste Risiko. Geld macht gierig und Gier macht blind und dumm - wenn man das merkt ist es meist zu spät. Man muss immer wieder nach neuen Wegen und Fortbildungen suchen und einer der besten Wege ist es Gleichgesinnte zu finden, die ebenfalls kontinuierlich an sich arbeiten (das kann ich zumindest für mich als erfolgreich und gelungen abhaken). Dieser Artikel kann als Einleitung für meine kommende Anlündigung verstanden werden, denn die Initiatoren und Hauptakteure dieses Blogs haben neue Ideen und ich stelle mich dem sicher nicht in den Weg.
im Laufe der Zeit werden wir immer wieder Zeugen des Fortschritts. Als ehemaliger VC20 und C64-Beginner, bin ich immer wieder beeindruckt.
Ein kleiner verbaler Schlagabtausch in der Chatroll bewegt mich dazu, hier einen off topic-Artikel zum Thema "Motiv des Blogs" zu eröffnen. Hier der Chat: Jan 11 2011, 6:22 PM pullbacktrader: Hi Jan 11 2011, 6:27 PM pullbacktrader: ich verstehe es einfach nicht. Warum stecken ein paar Leute so viel Zeit in diesen Blog. ich würde wirklich gerne wissen, was euer Motiv ist. bitte Jan 11 2011, 6:28 PM pullbacktrader: Nicht falsch verstehen. Ist nur ne verständnisfrage, keine kritik Jan 11 2011, 6:51 PM pullbacktrader: Ich kann verstehen, dass sich Neulinge im Anfangsstadium stärker einbringen, um ihr Ziel zu erreichen, aber "alte Hasen" sollten doch irgendwann doch aus diesem Bereich raus sein. Jan 11 2011, 6:53 PM pullbacktrader: Naja, für einen forumsartikel denke ich ist das nichts, vielleicht antwortet ja der eine oder andere... Jan 11 2011, 6:54 PM pullbacktrader: ansonsten schönen Abend noch.. Bin morgen wieder da... Jan 11 2011, 8:24 PM juliettpapa: ...wir sind alle Neulinge...das kann man ja wohl an der Qualität der Artikel erkennen Jan 11 2011, 9:36 PM Guest147 (guest): es ist gemütlich hier Jan 11 2011, 9:54 PM Aurelius: @pullbacktrader Das ist einfach zu erklären. Reich sind wir alle nicht, sondern nur gut im rennen. Wir sind keine Vollprofis und arbeiten nur in die private Tasche. Der Blog dient unter anderem auch dem Austausch und gerade die alten Hasen die sich verbessern wollen profitieren davon immens. Jan 11 2011, 9:57 PM Aurelius: Das ganze ist ausserdem eine Einstellungsfrage - es gibt ja auch Menschen, die niemals ehrenamtliche Aufgaben machen oder niemals Spenden und sich fragen wie man das nur machen kann - man macht Dinge aus Überzeugung und Spass an der Freud - und das reicht schon als Argument. Jan 11 2011, 10:24 PM juliettpapa: gut, dass es dich gibt... ich Zyniker würde nur alle vergraulen Jan 12 2011, 8:48 AM pullbacktrader: @aurelius: nicht reich, aber gut im Rennen. Verstehe ich nicht. Entweder man hat einen Weg gefunden, kontinuierlich profitabel zu handeln, oder nicht. Was ist dann noch der Unterschied zu einem Vollprofi? Ob man mit fremden Geld handelt oder "nur" mit dem eigenen, ist dafür nicht der ausschlaggebende Punkt, sondern schlicht und einfach die Frage, ob man kontinuierlich profitabel handelt. Jan 12 2011, 8:52 AM pullbacktrader: Ich bin der Meinung, wer dazu nicht in der Lage ist und sich auch nicht weiterentwickelt, der kann keine Erfahrungen weitergeben von denen andere profitieren, denn er selbst hilft sich ja nicht weiter... Jan 12 2011, 8:53 AM pullbacktrader: ...wie soll er dann anderen eine Hilfe sein... Jan 12 2011, 9:49 AM Aurelius: Es ist wohl ein Unterschied, ob man mit eigenem oder fremden Geld handelt, oder glaubst Du tatsächlich es spielt auch keine Rolle, ob man auf ein eigenes oder ein fremdes Kind aufpasst? Jan 12 2011, 9:52 AM Aurelius: Also das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Nur weil ich einen Weg gefunden habe, soll ich nicht bloggen? Sehe da Null Zusammenhang. Und natürlich können wir alle auch von Menschen lernen, die noch keine Profis sind, dies liegt in der Tatsache der unterschiedlichen Fehlerverarbeitung begründet. Viele lernen aus den Fehlern anderer, andere werden inspiriert durch eine neutrale Sichtweise. Wir zwingen niemanden uns zu verstehen, genauso wie wir niemanden zwingen hier zu lesen. Jan 12 2011, 10:20 AM pullbacktrader: War mir klar, dass Du so reagierst. Irgendwann seit Ihr alle Kritiker los und bekommt nur noch Beifall. Sorry, ich bin halt Zielorientiert und verstehe hier manches Drumherum nicht. Bei Forumskommentaren muss ich auch oft schmunzeln, auch da werden Kritiker überrollt. Ich denke Du bekommst das in den falschen Hals. Lass gut sein aurelius. Jan 12 2011, 10:54 AM Aurelius: Wieso, wie habe ich denn reagiert? Ich habe doch nur gesagt, dass alles freiwillig ist und wir niemanden zwingen können uns zu verstehen. Was soll ich denn noch dazu sagen? Wir machen alles weil es uns spass macht, was gibt es denn dazu noch mehr zu sagen und vor allen Dingen was gibt es misszuverstehen? Ich habe auch keine Kritik gelesen? Du hast Unverständnis geäussert, warum wir das machen und ich habe Dir klar geantwortet! Jan 12 2011, 10:56 AM Aurelius: Was wolltest Du denn kritisieren? Ich habe das mehr als Frage verstanden. Jan 12 2011, 10:56 AM Aurelius: Zitat: " ich verstehe es einfach nicht. Warum stecken ein paar Leute so viel Zeit in diesen Blog. ich würde wirklich gerne wissen, was euer Motiv ist. bitte"
... wünscht Euch allen das DaytradingTeam! Wir möchten uns vor allen Dingen bei den Lesern bedanken, die - trotz der Fülle an Blogs und Foren im Internet - immer wieder mitlesen und zum Teil auch kommentieren. Vielen Dank auch von mir persönlich an alle, im letzten Jahr mitwirkenden Co-Autoren des Blogs (Dirk für seine Updates, Dzeus und Carsten für Ihre Einblicke) und alle persönlichen Kontakte, die im Laufe der letzten Jahre durch diesen Blog entstanden sind und insbesondere an die Macher und Mitglieder der TomNext-Community. Mein besonderer Dank gilt auch meinen Freunden Marvin und juliettpapa, ohne die dieser Blog nicht denkbar wäre. Der rege Austausch war inspirierend und immer äusserst unterhaltsam! In diesem Sinne ... gute Trades und ... naja, das mit der "Macht" eben: Star Wars Christmas Time - MyVideo