Der Anlass der folgenden Artikelserie ist eher ein trauriger. Aber wie es im Leben so oft ist: wenn man sich von bekannten und angeblich unersetzbaren „Sachen“ oder auch Menschen trennt, stellt man hinterher fest: „wie konnte man nur so lange an dieser Sache festhalten“? Na ja, der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier – meistens sehr nützlich, mitunter aber auch sehr hinderlich. Wie auch immer: Ich habe mich vor einigen Monaten komplett mit meinem bisherigen Chartanbieter Tradesignal völlig überworfen. Die Gründe sollen hier mal außen vorbleiben. Nur soviel: mittlerweile will auch Aurelius mit denen nichts mehr zu tun haben und Marvin plant gerade den Umstieg. Dadurch bedingt hatte ich „von einem Tag auf den anderen“ keine Charts mehr (für daytrader völlig uninteressant, ich weiß). Da ich aber meistens in Wochencharts unterwegs bin, waren die Analysen von vielen Monaten/Jahren dahin. Was nun? Alle möglichen Chartsoftwareanbieter testen und vergleichen natürlich. Das habe ich mehr oder weniger auch im Schnelldurchlauf getan. Bei diesen Tests bin ich auf einen eher unbekannten Anbieter aus Tunesien (sic!) gestoßen, der hierzulande eher unbekannt ist: Quantshare (www.quantshare.com) Das Programm (das habe ich erst später bemerkt) „lehnt sich sehr stark an Amibroker an“. Meine Erfahrungen und kleine „HowTo“-Schnitzel möchte ich hier demnächst weitergeben. Mein Fazit mit Vor- und Nachteilen gleich mal vorneweg, dann können Interessierte sich evtl. sofort mit der Software selbst auseinandersetzen: Anbieter: www.quantshare.com Firma: Corporate Trading Company Gründung: 2007 (!) Sitz: Tunis, Tunesien Vor- und Nachteile: + sehr preiswert (nur für die Softwareentwicklung! Kein Feed!) + Support (schnell, kompetent, bis hin zu kostenloser Programmierung von kleineren Sachen) + Forum + share server (die Mitglieder teilen scripte, Indikatoren, Systeme) - wenn gewollt + unwahrscheinlich flexibel (geht nicht, gibt’s nicht) - kein Datenfeed, alles per Downloader von Yahoo oder Google - kein Realtime - Programmfehlerchen bzw. –unzulänglichkeiten (man merkt, die Software ist relativ neu) Folgende Funktionalitäten kann man als Eckpunkte angeben – wobei ich erst einen Bruchteil davon getestet habe: - Charting: +300 Indikatoren, - mandantenfähig bzw. mehrere accounts - advanced downloader - global scripting tool (vectororientierte eigene Sprache,, sowie JScript und C#) - backtest und Optimierung - Sharing Server und Forum für Zusammenarbeit - screener - Portfolio plugin - Advanced Money Management - Rules und Ranking incl. Analyzer - diverse innovative Sachen, z. B. neuronale Netze Aus meiner Sicht ist das Programm auf einem sehr guten Weg, wobei kleinere Unzulänglichkeiten noch vorhanden sind. Diese werden aber durch den Preis und den guten support ausgeglichen. Es wird interessant zu sehen, wie die Software in einigen Jahren aussieht. Spannend erwartet wird auch die demnächst erscheinende Realtime-Version (bis dahin nur für Positionstrader geeignet!). Soweit erstmal für heute. Demnächst hier „Tipps und Tricks für Quantshare“. Ich werde hier nicht die Grundlagen besprechen, sondern Besonderheiten oder Tricks, die mir in den letzten Monaten beim Arbeiten mit QS aufgefallen sind Bis dahin juliettpapa
Ein kleiner verbaler Schlagabtausch in der Chatroll bewegt mich dazu, hier einen off topic-Artikel zum Thema "Motiv des Blogs" zu eröffnen. Hier der Chat: Jan 11 2011, 6:22 PM pullbacktrader: Hi Jan 11 2011, 6:27 PM pullbacktrader: ich verstehe es einfach nicht. Warum stecken ein paar Leute so viel Zeit in diesen Blog. ich würde wirklich gerne wissen, was euer Motiv ist. bitte Jan 11 2011, 6:28 PM pullbacktrader: Nicht falsch verstehen. Ist nur ne verständnisfrage, keine kritik Jan 11 2011, 6:51 PM pullbacktrader: Ich kann verstehen, dass sich Neulinge im Anfangsstadium stärker einbringen, um ihr Ziel zu erreichen, aber "alte Hasen" sollten doch irgendwann doch aus diesem Bereich raus sein. Jan 11 2011, 6:53 PM pullbacktrader: Naja, für einen forumsartikel denke ich ist das nichts, vielleicht antwortet ja der eine oder andere... Jan 11 2011, 6:54 PM pullbacktrader: ansonsten schönen Abend noch.. Bin morgen wieder da... Jan 11 2011, 8:24 PM juliettpapa: ...wir sind alle Neulinge...das kann man ja wohl an der Qualität der Artikel erkennen Jan 11 2011, 9:36 PM Guest147 (guest): es ist gemütlich hier Jan 11 2011, 9:54 PM Aurelius: @pullbacktrader Das ist einfach zu erklären. Reich sind wir alle nicht, sondern nur gut im rennen. Wir sind keine Vollprofis und arbeiten nur in die private Tasche. Der Blog dient unter anderem auch dem Austausch und gerade die alten Hasen die sich verbessern wollen profitieren davon immens. Jan 11 2011, 9:57 PM Aurelius: Das ganze ist ausserdem eine Einstellungsfrage - es gibt ja auch Menschen, die niemals ehrenamtliche Aufgaben machen oder niemals Spenden und sich fragen wie man das nur machen kann - man macht Dinge aus Überzeugung und Spass an der Freud - und das reicht schon als Argument. Jan 11 2011, 10:24 PM juliettpapa: gut, dass es dich gibt... ich Zyniker würde nur alle vergraulen Jan 12 2011, 8:48 AM pullbacktrader: @aurelius: nicht reich, aber gut im Rennen. Verstehe ich nicht. Entweder man hat einen Weg gefunden, kontinuierlich profitabel zu handeln, oder nicht. Was ist dann noch der Unterschied zu einem Vollprofi? Ob man mit fremden Geld handelt oder "nur" mit dem eigenen, ist dafür nicht der ausschlaggebende Punkt, sondern schlicht und einfach die Frage, ob man kontinuierlich profitabel handelt. Jan 12 2011, 8:52 AM pullbacktrader: Ich bin der Meinung, wer dazu nicht in der Lage ist und sich auch nicht weiterentwickelt, der kann keine Erfahrungen weitergeben von denen andere profitieren, denn er selbst hilft sich ja nicht weiter... Jan 12 2011, 8:53 AM pullbacktrader: ...wie soll er dann anderen eine Hilfe sein... Jan 12 2011, 9:49 AM Aurelius: Es ist wohl ein Unterschied, ob man mit eigenem oder fremden Geld handelt, oder glaubst Du tatsächlich es spielt auch keine Rolle, ob man auf ein eigenes oder ein fremdes Kind aufpasst? Jan 12 2011, 9:52 AM Aurelius: Also das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Nur weil ich einen Weg gefunden habe, soll ich nicht bloggen? Sehe da Null Zusammenhang. Und natürlich können wir alle auch von Menschen lernen, die noch keine Profis sind, dies liegt in der Tatsache der unterschiedlichen Fehlerverarbeitung begründet. Viele lernen aus den Fehlern anderer, andere werden inspiriert durch eine neutrale Sichtweise. Wir zwingen niemanden uns zu verstehen, genauso wie wir niemanden zwingen hier zu lesen. Jan 12 2011, 10:20 AM pullbacktrader: War mir klar, dass Du so reagierst. Irgendwann seit Ihr alle Kritiker los und bekommt nur noch Beifall. Sorry, ich bin halt Zielorientiert und verstehe hier manches Drumherum nicht. Bei Forumskommentaren muss ich auch oft schmunzeln, auch da werden Kritiker überrollt. Ich denke Du bekommst das in den falschen Hals. Lass gut sein aurelius. Jan 12 2011, 10:54 AM Aurelius: Wieso, wie habe ich denn reagiert? Ich habe doch nur gesagt, dass alles freiwillig ist und wir niemanden zwingen können uns zu verstehen. Was soll ich denn noch dazu sagen? Wir machen alles weil es uns spass macht, was gibt es denn dazu noch mehr zu sagen und vor allen Dingen was gibt es misszuverstehen? Ich habe auch keine Kritik gelesen? Du hast Unverständnis geäussert, warum wir das machen und ich habe Dir klar geantwortet! Jan 12 2011, 10:56 AM Aurelius: Was wolltest Du denn kritisieren? Ich habe das mehr als Frage verstanden. Jan 12 2011, 10:56 AM Aurelius: Zitat: " ich verstehe es einfach nicht. Warum stecken ein paar Leute so viel Zeit in diesen Blog. ich würde wirklich gerne wissen, was euer Motiv ist. bitte"
... oder doch keine? Ich möchte heute mal ein wenig auf Gold eingehen. Wie man aus meinen Posts im Gold-Thread des Forums sehen kann, bin ich sehr bullish bzgl. Gold eingestellt. Wenn man sich die Äußerungen der FED von dieser Woche mal durch den Kopf gehen lässt (Anleihekäufe in Höhe von 600 Mrd. USD) un die bereits getätigten "Maßnahmen zur Konjunkturankurbelung" der letzten Monate und Jahre beachtet, kann man nicht anders als sich zu fragen: Wo soll das viele Geld hin? Um das beantworten zu können, wäre ein kleiner Diskurs in Sachen Geldtheorie nötig. Was ist Geld und was passiert wenn es zuviel davon gibt? Stellen wir uns einen Bäcker (nennen wir ihn Ludwig) vor, der in einer freien Dorfgemeinschaft vor 2000 Jahren lebt. Seine tägliche Produktion umfasst 10 Laib Brot. Um die Bäckerei am Laufen zu halten sowie all seine übrigen Bedürfnisse über Brot hinaus zu befriedigen, muss Ludwig den Weg des direkten Tauschs gehen. Nehmen wir an, Ludwig hat heute Lust auf Tomaten; um mit einem Überschuss an Brot Tomaten erwerben zu können, muss Ludwig einen Tauschpartner finden der über einen Tomatenüberschuss verfügt und gleichzeitig selbst einen ungedeckten Bedarf an Brot hat. Wenn Ludwig niemanden findet der Brot in Tomaten direkt tauschen möchte, wird er wahrscheinlich versuchen einen Tauschpartner zu finden der ein haltbares Gut in Brot tauschen möchte. Ludwig wird also versuchen sein Tauschziel indirekt zu erreichen. Den indirekten Weg würde Ludwig auch gehen, wenn er ein unteilbares Gut gegen mehrere verschiedenartige im Besitz verschiedener Personen befindlicher Güter tauschen möchte. Beim indirekten Tausch wird Ludwig zwei wesentliche Faktoren berücksichtigen: (1) je haltbarer das Tauschgut ist umso besser (2) Marktgängigkeit / Absatzfähigkeit: die Nachfrage nach manchen Gütern ist konstanter und allgemeiner, Ludwig wird daher versuchen ein sehr haltbares, absatzfähiges Gut bei seinem indirekten Tausch zu erwerben. Ludwig wird daher versuchen auf dem Markt im ersten Schritt sein Brot gegen das gebräuchlichste Tauschmittel zu tauschen. Mit dem gebräuchlichen Tauschmittel in Händen kann Ludwig nun recht bequem und ohne weitere Umschweife (also ohne weitere indirekte Tauschakte) seine Tauschziele erreichen. In diesem Prozess entsteht ein ‚Positive Feedback Loop’. Dadurch, dass die marktgängigsten Güter zu Tauschmitteln werden, steigt ihre Differenzierung und Marktgängigkeit gegenüber anderen Gütern weiter an. Die Wahl der Tauschmittel war zunächst von Dorf zu Dorf und von Land zu Land unterschiedlich. Aber mit fortlaufender Erweiterung der Tauschkreise (Globalisierung ist nichts anderes als die kontinuierliche Erweiterung von Tauschkreisen) fiel die Wahl der Menschen auf zwei wirtschaftliche Güter: Gold und Silber. Gold und Silber haben aufgrund Ihrer herausragenden Eigenschaften bezüglich Haltbarkeit, Teilbarkeit und natürlich auch aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit, alle anderen marktgängigen Tauschmittel im Verlauf der Jahrhunderte aus dem Rennen geworfen. Geld ist daher nichts anderes, als die Bezeichnung für das marktgängigste Tauschmittel einer Volkswirtschaft. Und um in den Besitz des marktgängigsten Tauschmittels zu kommen muss jedes Wirtschaftssubjekt eine entsprechende auf dem Markt nachgefragte Gegenleistung erbringen. Man spricht daher auch von einem durch Waren gedecktes Geld. Der geübte Beobachter kann schnell erkennen, dass dieses System sehr clever ist, denn es gewährleiste dass alle Wirtschaftssubjekte eine vom Markt gewünschte Leistung erbringen müssen um in den Besitz der Tauschmittel zu kommen und damit ihr Überleben zu sichern. Marktteilnehmer die leere Versprechungen abgeben und mangelhafte Leistungen abliefern werden frühzeitig zurechtgestutzt und können ihren Einfluss nicht ausbreiten. Abgesehen von Diebstahl gibt es keine andere Möglichkeit, als den Dienst an der Allgemeinheit, um in den Besitz des marktgängigsten Tauschmittels zu kommen und damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Aus dem markgängigsten Tauschmittel wird auf natürlichem Weg das Zahlungsmittel einer Volkswirtschaft. Leider wird dieses clevere System durchbrochen wenn nicht der Markt selbst über das Zahlungsmittel bestimmen darf, sondern das Zahlungsmittel von einer übergeordneten Instanz festgelegt und kontrolliert wird. Wird dieser Kreislauf durchbrochen, so eröffnen sich allerlei Schlupflöcher. Insbesondere jene Wirtschaftssubjekte, die der übergeordneten Instanz am nächsten stehen, können andere Marktteilnehmer um die wohlverdienten Früchte Ihrer Arbeit bringen, ohne dass der Diebstahl offensichtlich wird. Es reicht daher nicht aus, dass Privateigentum an Produktions- und Konsumgütern erworben werden kann, um bereits von einer freien Marktwirtschaft sprechen zu können. Die andere wichtige und absolut unerlässliche Komponente ist die freie Wahl des Zahlungsmittels. Wirklich erstaunlich ist der Umstand wie absurd dieser Gedanke für uns heutzutage geworden ist. Die freie Wahl des Zahlungsmittels durch Marktkräfte ist fast unvorstellbar; wahrscheinlich auch deshalb weil historisch betrachtet vollkommen unabhängig von der Staats- oder Regierungsform das Zahlungsmittel immer zentral kontrolliert und manipuliert wurde und wird. Diese Kontrolle und Manipulation erfolgt bis heute natürlich auch aus gutem Grund, da sie für die Regierenden die Kontrolle und Manipulation über die Ressourcenverteilung vereinfacht. Dem Großteil der Bevölkerung ist der Schaden der ihnen durch die zentrale Geldmanipulation zugefügt wird, nicht einmal bewusst. Die freie Wahl des Zahlungsmittels würde zu einer gerechteren Realgüterverteilung führen und den Lebensstandard für alle Wirtschaftssubjekte erhöhen. Denn ohne Leistung, die vom Markt gewünscht ist, gäbe es keine Chance auf Gegenleistung, also in den Besitz des marktgängigsten Tauschmittels zu kommen. Ein Markt basierend auf einem freien Tauschmittel, wäre die Kontrollinstanz zum Wohle Aller, er würde bereits das geringste Aufflackern von Misswirtschaft ausmerzen und im Keim ersticken. Jedes Wirtschaftssubjekt müsste sich ehrlich zum Wohle und Besten seiner Mitmenschen anstrengen, um das eigene Überleben zu sichern. Ein Leben auf Kosten anderer wäre nicht möglich, es sei denn offensichtlich durch Diebstahl. Obwohl es uns nicht mehr so ganz bewusst ist, leben wir nach wie vor in einer arbeitsteiligen Tauschgesellschaft. Jeder Arbeitnehmer, jedes Unternehmen, tauscht in einem ersten Schritt seine Waren und Dienstleistungen in das marktgängigste Tauschmittel bzw. das offizielle Zahlungsmittel. Reale Wohlstandszuwächse könne nur erzielt werden wenn mehr Tauschgüter in besserer Qualität allen Menschen zur Verfügung stehen. Entgegen dem Irrglauben so mancher Theoretiker führt eine Erhöhung der zentral kontrollierten Zahlungsmitteleinheiten zu keinem Wohlstandszuwachs. Das ist so als würde man allen Ernstes glauben, dass ein von blau auf rot umlackiertes Auto, danach in roter Farbe schneller fahren könnte als mit blauer Farbe. Stellen wir uns beispielsweise eine einsame Inselgemeinschaft, wir wollen sie Maupiti nennen, vor. Maupiti verfügt über eine arbeitsteilige Wirtschaft, die als marktgängigstes Tauschmittel Kaurimuscheln verwendet und zwar genau 1,000 Stück. Plötzlich wird über Nacht, ein Großteil der Produktionsmittel von Maupiti durch einen Tropensturm ausgelöscht. Von der Naturkatastrophe ist jedoch der Bestand an Kaurimuscheln gänzlich unversehrt geblieben, ganz im Gegenteil durch den Sturm wurden sogar noch weitere 1,000 Kaurimuscheln an den Strand gespült. Nachdem sich durch den Tropensturm die Anzahl der Kaurimuscheln auf Maupiti verdoppelt hat, würde John Maynard Keynes ‚Heureka’ rufen, und feststellen, dass nun wie durch ein Wunder alle Bewohner Maupiti’s doppelt so reich geworden sind und der Tropensturm ein wahrer Segen war. Befragen wir jedoch die Einwohner unmittelbar nach der Katastrophe, so werden diese eine andere Sichtweise der Dinge haben. Durch den plötzlichen Verlust von Produktionsmitteln müssen die Bewohner Einschränkungen ihres realen Lebensstandards hinnehmen, obwohl sich ihr Bestand an Zahlungsmitteln verdoppelt hat. Dieses Beispiel soll verdeutlichen, dass die Messung des Wohlstandes einer Gesellschaft in Zahlungsmitteleinheiten vollkommen absurd ist. Wir leben in einer arbeitsteiligen Tauschgesellschaft und unser Wohlstand hängt einzig und allein von der Anzahl und Qualität der Konsum- und Produktionsgüter ab, über die wir als Gesellschaft verfügen. (Quelle: Gerald Walek, CFA, in Erste Bank Research: Spezial Report Gold) Die o.a. Ausführungen mögen als Begründung einer bullishen Einstellung schon genügen. Jeder mit halbwegs gesundem Menschenverstand kann nachvollziehen was momentan in den USA (und nachfolgend sicher auch in Europa, Stichwort PIGS) passieren kann und wahrscheinlich auch wird. Also weg vom Papier... hin zu Werten die seit Jahrtausenden anerkannte Tauschmittel sind: Gold und Silber. Weitere Fakten der letzten Monate und Jahre zum Thema Gold sind: die Notenbanken sind erstmals seit 20 Jahren wieder Gold-Nettokäufer (und das bei dem Preis!) lt. Congressional Budget Office wird die USA in den nächsten 70 Jahren kein Budgetplus schaffen (weitere Schulden) inflationsbereinigt müsste der Goldpreis auf 7000-10000 USD steigen um das Hoch von 1980 zu erreichen Gold korreliert zum DowJones mit -0,1 - ist also Ideal zur Diversifizierung (nur 0,3 zum MSCI World ex. USA) Chinesen kaufen seit 2009 kaum noch US-Treasuries..... haben aber auch nur Gold i. H. von 1000 Tonnen, Aufstockung bis 10000 geplant Die o. a. Gründe und viele mehr bewegen mich zur Zeit langfristig sehr bullish in Gold zu sein..... Gold and silver are money. Everything else is credit J.P. Morgan Die o. a. Fakten sind natürlich keine eigenen Recherchen, sondern stammen aus einem "must read" Papier zum Thema Gold der Erste Bank Österreich. Hier kann man es laden: Spezial Report Gold - Erste Bank juliettpapa
Im Netz kursieren die wildesten Gerüchte was Heikin-Ashi heißt und wer es „erfunden“ hat. Mal soll es ein Schwede gewesen sein, mal die Japaner (dem Namen nach eher japanisch als schwedisch, was?) Da wir hier aber keinen historischen Exkurs machen wollen, sondern nur kurz und knapp die Fakten darlegen wollen, ist es uns im Grunde egal wer’s erfunden hat. ;-) Heikin-Ashi ist eine relativ neue Art (angeblich sweit 2004), OHLC-Werte ähnlich Candlesticks darzustellen. Der Unterschied in der Darstellung ist recht schnell ersichtlich: Trends werden klarer dargestellt, Rauschen wird gefiltert und neben der Trendrichtung kann man sofort die Trendstärke und deren eventuelles abflauen sehen. Zur Berechnungen einer Heikin-Ashi Candle gelten einige modifizierte Berechnungen gegenüber der Standard-Candle: OpenHA[t] := (OpenHA[t-1] + CloseHA[t-1]) / 2 CloseHA[t] := (Open[t]+High[t]+Low[t]+Close[t]) / 4 LowHA[t] := Min(Low[t], OpenHA[t], CloseHA[t]) HighHA[t] := Max(High[t], OpenHA[t], CloseHA[t]) wobei für die erste Kerze gilt: OpenHA[t-1] := Open[t-1] und CloseHA[t-1] := Close[t-1] Anders ausgedrückt gilt für Heikin-Ashi-Charts: 1. OpenHA ist der Mittelwert der gestrigen HA Open und Close Werte (dadurch beginnt die neue Kerze immer in der Mitte des Körpers der gestrigen Kerze) 2. CloseHA ist der Mittelwert der heutigen OHLC-Kurse 3. LowHA ist das Minimum aus heutigem Low, OpenHA und CloseHA 4. HighHA ist das Maximum aus heutigem High, OpenHA und CloseHA Nehmen wir einmal den Chart des Dax seit dem 01.06.2010 und stellen ihn in klassisch Candlestick und Heikin Ashi dar: Interpretation: 1. Im Aufwärtstrend haben wir lange grüne Kerzen die mit steigender Trendstärke immer länger werden. Eine Verkürzung der Körper zeigt nachlassende Trendstärke und eine bevorstehende Konsolidierung oder Seitwärtsphase an. 2. Kerzen mit Docht und Lunte deuten Anfang/Ende eines Trends an (Doji). 3. Wechselnde rote und grüne Kerzen zeigen eine Konsolidierungsphase 4. Im starken Bullenmarkt haben die Kerzen keine Lunte. 5. Im starken Bärenmarkt haben die Kerzen keinen Docht. 6. Gaps existieren nicht mehr. Starke Kurssprünge in hochvolatilen Werten werden gefiltert. Tabellarisch könnten wir das Aussehen der Kerzen in den verschiedenen Trendphasen dann wie folgt zusammenfassen: Wie können wir diese Informationen für das Trading nutzen? Heikin Ashi ist eine Bereicherung für das Trading aller Währungspaare, insbesondere die volatileren wie GBPJPY oder EURJPY. Aber nicht nur diese. Alle gut trendierenden Werte sind bestens geeignet. Heikin Ashi ist eine sehr gute Darstellungsmöglichkeit für alle Zeiteinheiten, von Minuten bis Wochen. Die gap-lose, rauscharme und gefilterte Darstellung kann aber auch von Vorteil für Anfänger sein, da sie kontinuierlichere und „ruhigere“ Charts erzeugt als der klassische Candlestick-Chart. Emotionen lassen sich so eventuell besser steuern und man wartet „bis der Trend ordentlich läuft. Wenn wir uns obiges Bild mit Bär und Bulle ansehen stellen wir fest, dass es schon gereicht hätte bei der ersten grünen Kerze zu kaufen und der ersten roten zu verkaufen bzw. zu shorten. So simpel kann Trading sein (es ist natürlich der Markt insgesamt richtig zu beurteilen und evl. der eine oder andere Indikator zu Rate zu ziehen). Im zweiten Teil zum Thema Heikin Ashi werde ich auf Indikatoren eingehen. juliettpapa