Vorwort Das Jahr 2011 ist angebrochen und es wird das Jahr des Umbruchs sein. Die Zeit ist begrenzt und ich bin noch nicht so weit selbst Tradingstrategien zu überlegen und umzusetzen. Deshalb ist die Devise für dieses Projekt: „Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen.“ – Pablo Picasso Beim vielen Lesen fallen einem dann doch ein oder zwei Menschen auf, die einen auf gewisse Weise begeistern oder in ihren Bann ziehen. So einer war für mich Nick McDonald. Aus mir immer noch nicht nachvollziehbaren Gründen habe ich eine Zeit lang die Zeitschrift „Traders“ kostenlos zugeschickt bekommen. In der Ausgabe vom 11. November 2007 war ein Interview von Nick. Da die Tradingstrategie von ihm kommt und diese auch sehr ausführlich dargestellt wurde, sollte man sich zuerst Informationen über die Person holen. Letzten Endes tradet man ja seine Idee und je mehr man über den Macher kennt, desto eher weiß man diese umzusetzen. Für alle, die der Meinung sind, dass ich bestimmt nur eine primitive Sicht auf die Dinge habe und die Zusammenfassung sehr subjektiv sei, gibt es das ganze Interview sogar im Netz. Hier meine persönliche Zusammenfassung des Interviews mit Nick McDonald: Welche Strategien handelt er? Verschiedene Scalping-, Intraday- und Swing-Trade-Strategien anhand von Technischer Analyse. Was handelt er? Forex wie auch den Dow Jones-Future. Wie wird Verlust verursacht? Man geht ohne klaren Plan in Trades hinein und wieder heraus und häufig erweist sich die anfängliche Idee als richtig. Wie läuft das Trading heute so ab, aus Sicht der fundamentalen Analyse? Bloomberg TV wird angeschaut und die Wirtschaftsdaten für kommende Woche werden ausgedruckt, ansonsten keine großartige fundamentale Analyse. Wann wird nicht getradet? Bei wichtigen wirtschaftlichen Ankündigungen wird nicht getradet, sehr wohl aber die technische Reaktion auf solche Nachrichten (das heißt erst nach Bekanntgabe). Wie lange wird es wohl dauern bis man großen Erfolg hat? Nach ca. zwei Jahren, könnte man mehr verdienen, als man das davor tat. Nick hat mit einem kleinen Konto angefangen. Kann man ihm das nachmachen? Wenn man etwas entschlossen will und ansonsten auch wirklich überhaupt keine Möglichkeiten mehr hat, dann gelingt es einem durch Entschlossenheit und Ausdauer. Was ist besonders wichtig bei einem kleinen Konto? Money- und Risiko-Management. Zudem ein System mit sehr geringem Risiko bei sehr großer Chance (Anm. von mir: wohl 2,48 oder 3,48 CRV). Das Risiko betrug 1 % oder weniger für das Konto. Vor allem aber Disziplin. Welche Art Trader ist er? Forex wird Intraday gehandelt. Fallen die kurzfristigen und längerfristigen Charts zusammen, wird der Intradayeinstieg für eine Swing-Position genutzt. Danach wird nur 80-90 % am Intradayziel verkauft, der kleinere Teil wird als Swing-Position weiterlaufen. Dow wird viel gescalpt – zusätzlich zu geringfügig längeren Intraday-Trades, was bei FX nie gemacht wird. Wie traden? Immer so viele Gründe (Divergenz, Trends, Fibonacci-Levels, Pivot-Punkte und Cluster von Unterstützungen und Widerständen) wie nur möglich für den Einstieg in einen Trade zu haben. Wie oft kommen Tradingchancen vor? 5-15-mal pro Woche im FX 2-5-mal pro Tag beim Mini-Dow Systematischer Trader? 85 % mechanisch 15 % diskretionär Wie umgehen mit der Diskretion? Alle Eingebungen notieren, um sie auf Stichhaltigkeit prüfen, vorerst nicht tätig werden, das kommt erst mit der Zeit. Wie sieht es mit den Zeitrahmen aus? Ein-Minuten und Tick-Charts fürs Scalping. Tages-, Wochen- und Monats-Charts für Swing-Trades. Werden Indikatoren verwendet? Ja, aber nur Frühindikatoren, wie Divergenz Pivot Punkte und Fibonacci. MACD ist ein Spätindikator, aber eine MACD-Divergenz ist ein Frühindikator. Spielt das Volumen eine Rolle? Das Volumen spielt bei Nick's Ansätzen keine große Rolle. Was ist noch wichtig für den Erfolg? Man muss Strategien finden, die zu einem passen. Psychologie als Grundstein. Emotionen im Griff haben. Angst und Gier sind gefährlich, beides darf nicht vorhanden sein. Beständigkeit und Entschlossenheit. Welche Setups werden verwendet? „Precision FX Strategy“: Sehr starke Trends in allen Zeitrahmen. Bei Pull Backs in den Markt. Nur in Trendrichtung. Und nur wenn der Pull Back in einer starken Ballung von Unterstützung und Widerstand erfolgt. Das ist die Hauptstrategie, alle anderen fünf oder sechs Strategien sind im Wesentlichen auf den gleichen Prinzipien, jedoch mit kleinen Unterschieden wie Markt, Zeitrahmen und Ziel. Wie wird das Risiko gemanagt? Zu jedem Zeitpunkt beträgt das Risiko immer nur zwei Prozent. Handele Dinge, die lange Handelszeiten haben und wo das Risiko eines Gaps gering ist. Wie wird gehandelt? Bevor man einen Trade eingeht, kennt man seinen Einstieg, seinen Stopp sowie sein Ziel. Es gibt keine Verlierer, Verlierer sind nur solche Trades, wenn man nicht nach seinem Plan handelt. Wie legt man ein Gewinnziel fest? CRV, vorherige Hochs oder Tiefs im Trend und auch Fibonacci-Extensions. Was besagt das Risiko-Management aus? Es besagt auch wie viel Gewinn oder Verlust man sich pro Tag/Woche/Monat erlaubt, bevor man aufhört. Wie viel ist Psychologie beim Traden? 75 % ist Psychologie 25 % Strategie und Fundamentales Psychologie ist also der Erfolgsfaktor. Man muss fokussiert sein, beständig, wählerisch, diszipliniert, intuitiv, offen und volle Kontrolle behalten – alles zur selben Zeit. Die Tradingsstrategie Nick nennt seine Strategie selbst PFX, diese stelle ich nun vor mit ergänzenden Informationen von mir, die teilweise auch aus dem Interview stammen: 1. Vorfilter ? ADX Nach Long-Trades suchen, wenn a. der grüne DMI über dem roten DMI ist (die Käufer haben dann die Oberhand), b. der ADX steigt und über 20 liegt (Zeichen für einen starken Trend), c. der Kursverlauf aufwärts geht (tiefere Tiefs und tiefere Hochs). Nach Short-Trades suchen, wenn a. der rote DMI über dem grünen DMI ist (die Verkäufer haben dann die Oberhand), b. der ADX steigt und über 20 liegt (Anzeige für einen starken Trend), c. der Kursverlauf abwärts geht (tiefere Tiefs und tiefere Hochs). Nicht traden, wenn a. der ADX unter 20 liegt. b. Ein ADX unter 20 zeigt an, dass der Markt stark schwankt oder kein Trend vorhanden ist. c. Zwischen den Hochs und Tiefs keine eindeutige Kurstätigkeit stattfindet. d. man vor Veröffentlichung von fundamentalen Daten ist. 2. Zeitrahmen Art: Präzisions-Chart -> kurzer -> mittlerer -> langer Scalping: 5 -> 15 -> 30 -> 60 Day Trading: 15 -> 60 -> 240 -> täglich Swing Trading: 60 -> 240 -> täglich -> wöchentlich Der lange Zeitrahmen dient zur Beurteilung großer Trends, Muster, Unterstützung und Widerstand. Der mittlere Zeitrahmen dient zur Bestätigung des Trends, in dem man handeln sollte, sowie auch für eventuelle Muster und Unterstützung/Widerstand. Der kurze Zeitrahmen liefert die Trade-Setups, und der Präzisions-Chart (auch Trigger- oder Einstiegs-Chart genannt) wird für das Timing des Einstiegs in einen Trade benutzt. (Angaben in Minuten) 3. Cluster Sind Bereiche von mehreren auf einander fallenden Eigenschaften (von 0 bis 7 Pips): Unterstützung und Widerstand im Kursverlauf Fibonacci Retracements-Niveaus Pivot Punkte – täglich, wöchentlich und monatlich Runde Zahlen – 00 und 000 Es müssen mindestens zwei dieser Eigenschaften vorkommen, damit es eine starke Unterstützung oder Widerstand wird. Je mehr auftreten, desto stärker ist dies anzusehen. 4. Trading-Strategie Finden Sie eine Währung mit starkem Trend: Der Kursverlauf muss sich im mittleren und großen Zeitrahmen in einem starken Trend befinden. Es muss Konvergenz zwischen dem Kurs und den Indikatoren vorliegen. Zur Bestätigung des Trends muss der ADX steigen und über 20 sein. Die DMI-Linien müssen bestätigen, dass die Käufer die Oberhand im Markt haben, wenn Sie Long gehen, oder dass die Verkäufer die Oberhand haben, wenn Sie Short gehen. Irgendwann muss der Kurs zurückfallen. Überprüfen Sie bei Beginn einer solchen Korrektur wie oben beschrieben, ob ein Cluster für Unterstützung oder Widerstand vorliegt, bis zu welchem der Rückschlag gehen könnte. Ohne Cluster kein Trade. Das Cluster muss drei oder mehr Unterstützungs- und Widerstands-Levels enthalten, davon muss mindestens eines ein Pivot sein. Wenn die genannten Bedingungen vorliegen, haben Sie ein Trade-Setup mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit und können wie unten beschrieben eine Limit Order platzieren 5. Einstieg Bei Long gehen Sie zwei bis drei Pips über dem höchsten Punkt des Clusters in den Markt. Bei Short gehen Sie zwei bis drei Pips unter dem tiefsten Punkt des Clusters in den Markt. 6. Stopp-Loss Stopp-Losses sollten immer eine technische Absicherung haben, egal wie gering. Das bedeutet, man muss vom Cluster ausgehen und über den geeignetsten Platz für einen Stopp-Loss entscheiden. Als Minimum sollte der Stopp hinter dem nächsten Fibonacci-Retracement-Level liegen, d.h. wenn man bei einem 50 prozentigen Rückschlag eingestiegen ist, sollte der Stopp mindestens bei 61,8 Prozent oder größer liegen. 7. Ziel Stellen Sie sicher, dass Sie bei Chance zu Risiko mindestens eins zu eins liegen. Das sollten Sie dadurch erreichen, dass Sie nur die stärksten Trends handeln, bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie ihre Richtung beibehalten. Riskieren Sie nicht mehr als ein Prozent Ihres Trading-Kapitals. Nehmen Sie immer etwas Gewinn mit und ziehen den Stopp auf Einstand bei gleich großer Chance im Verhältnis zum Risiko. Weitere sinnvolle Stellen für Gewinnziele sind: Das alte Hoch oder Tief (Unterstützung/Widerstand im Trend) Fibonacci-Ausdehnungen Runde Zahlen Weitere Ideen Anstatt von ADX wollte ich Heikin-Ashi oder Ichimoku verwenden. Leider gibt das mein Zeitpensum nicht her. Für das Projekt an sich macht das aber keinen Unterschied. Die Intention und Ziele sind ja bekannt. Umsetzung Das Geld ist bereits bei der RBS eingetroffen. Das Risiko pro Trade ist 0,25-1 % vom Grundkapital. Sollte sich wider Erwarten (kleiner Seitenhieb) ein Gewinn ergeben, bin ich mit Geld welches nicht mir gehört aggressiver, d.h. 0,5-2 %. Ich fange mit dem niedrigsten sinnvollen Risiko an. Nein, ich bin ganz gewiss nicht Risiko Avers, aber wer sich Monte Carlo Simulationen angeschaut hat, der weiß, dass der Start eines Tradingsystems sehr wichtig ist. Der Hebel ist auf 5:1 in marketindex eingestellt. Getradet wird nebenher. Ich studiere und arbeite Nebenbei und auch sonst bleibt mir immer recht wenig Zeit. Ein Tradingtagebuch wird geführt und alle paar Wochenenden ein Zwischenbericht erstellt. Schlussbemerkung Bisher habe ich nicht viel kommentiert. Das lag nicht daran, dass ich nicht kommunikationsfreudig wäre, aber ich sah darin keinen Mehrwert und die Zeit ist kostbar. Ich möchte mich für alle bisherigen Kommentare bedanken und jeden zu motivieren seine Gedanken zu teilen. Nun haben wir eine gute Ausgangsbasis für eine Diskussion und ich nehme mir die Zeit auf möglichst viele Kommentare einzugehen. Des Weiteren versuche ich wieder zu twittern. Disclaimer Das ist kein Aufruf zum Nachtraden oder soll sonst in irgendeiner Form eine Empfehlung darstellen. Ich sehe mich selbst als absoluten Anfänger und ich erhoffe, aber erwarte mir keinen monetären Gewinn aus dem Projekt. Informationsverarbeitung auf eigene Gefahr.
Gespannt habe ich die einzelnen Kommentare verfolgt. Prinzipiell kommentiere ich nicht, möchte aber dennoch auf ein paar Fragen eingehen. Die meisten dieser Fragen betreffen meine bereits gemachten Erfahrungen. Da ich schon einmal meine geistlichen Ergüsse niedergeschrieben habe, werde ich aus Effizienz (ganz gewiss nicht Faulheit) dies nicht hier wiederholen. Leider sind meine Beiträge in dem Forum nicht öffentlich zugänglich. Um niemanden eine unnötige Anmeldung zuzumuten und auch sonst nicht den Eindruck des Betreibens von Werbung zu erwecken, ist – nur für euch – das ganze etwas aufbereitet worden. Was wurde bearbeitet oder geändert? Die Reihenfolge ist nun chronologisch richtig Zusätzliche Forumsfunktionen wurden entfernt Beachtet deshalb bitte noch folgende Anmerkungen. Früher war der Nick "Pii", der später in "Dzeus" in dem Forum geändert wurde. Die ursprüngliche Reihenfolge ist genau umgekehrt, d.h. der aktuellste Beitrag ist eigentlich ganz oben und zuletzt kommt der aller erste und zeitlich am weitesten entfernten. Falls "weiter unten" in einem Beitrag erwähnt wird, dann ist ein älterer Eintrag gemeint der sich nun "weiter oben" befindet. Um die Verwirrung komplett zu machen, kann es sein, dass ich mich manchmal auf Beiträge beziehe die mittlerweile gelöscht sind. Von mir wurde inhaltlich nichts überarbeitet. Somit entschuldige ich mich für meine Rechtschreib- und Grammatikfehler. Wer diese findet darf den Finderlohn behalten. ; ) Genug erklärt. Original und unverblümt – Die Vorgeschichte.
Mittlerweile habe ich eine Menge Bücher studiert, ich habe mich in unzähligen Zeitschriften vertieft und habe alle auffindbaren Blogs und Webseiten verschlungen. Ich habe mir die verschiedensten Systeme und Techniken zu Gemüte geführt. Und jetzt, nach gefühlten 10.000 gelesenen Interviews mit erfolgreichen Tradern und dem Verständnis von verschiedenen Ansichten, Systemen und Prinzipien, muss ich zugeben, dass ich genau so weit bin wie davor. Ich trade immer noch nicht. Das ist das Einzige, was mich an der ganzen Sache stört. Einiges konnte ich aber für mich mitnehmen: Es gibt jede Menge offene Systeme, die eine bessere Chance liefern als 1:1. Es gibt genug erfolgreiche Trader, die aus ihrem Ansatz keinen Hehl machen und behaupten, dass das schlichte System keinen erfolgreichen Trader ausmacht. Jeder besteht auf Money- und Riskmanagement oder erachtet diese als sehr wichtig. Jeder hat sein Lehrgeld bezahlt. Manche mussten zuerst mehrmals das gesamte Konto gegen die Wand fahren um letzten Endes erfolgreich zu sein. Einige der erfolgreichsten Trader sind eigentlich unbekannt. Ich muss endlich etwas ändern, wenn ich Trader werden will. Vielleicht habt ihr euch schon ein Bild über meine tolle Performance gemacht. Um mich kurz zu fassen: Von 3.000 € sind noch ca. 300 € übrig. Dazu kommen 5.000 €, die in Microsoft-Aktien investiert sind. Diese müssten auch ca. 1.000 € im Minus sein. Den letzten Trade habe ich vor so langer Zeit getätigt, dass ich mir nicht mehr sicher bin, wann. Es müsste aber zwei Jahre her sein. Bisher gingen alle meine Versuche schief. Prinzipiell lässt sich sagen, dass jeder Trade, den ich begonnen habe, im Verlust endete. Ein Mal gab es einen Gewinner, das ist aber eher statistisch zu erklären und lag weniger am Können. Jeder Trader in den unzähligen Interviews, die ich gelesen habe, ist derselben Meinung : Traden ist vor allem Psychologie. Diese Tatsache und alles, was ich bisher erlebt habe, bringt mich zu dem Punkt an dem ich gerade stehe. Projekt: Emotionen. Ich werde im Januar mein Konto bei der RBS reaktivieren und 1.000 € darauf überweisen. Das Ziel ist innerhalb von drei Monaten nur noch 700 € auf dem Konto zu haben. Es wird Forex getraded (EUR/USD). Ich werde hier das System vorstellen, nach dem ich traden werde. Dieses habe ich aus mehreren Trader’s Zeitschriften und es spricht mich am meisten an. Ein weiteres Ziel wird sein, pro Monat 100 € zu verlieren, um nach drei Monaten auf die besagten 700 € zu kommen. Das Ganze soll aber nicht eine Wette sein, denn ich könnte alles auf eine Karte setzen und würde mein Ziel erreichen. Es sollen alle Methoden und Prinzipien verwendet werden, die ich bisher gelernt habe. Es geht vor allem um meine Emotionen. Ich habe nicht das Geld für einen Coach. Somit coache ich mich selbst auf ungewöhnliche Art. Meine These ist: Habe deine Gefühle im Griff und du wirst Erfolg haben. Ich will einfach nur traden.
Im ersten Artikel gingen wir auf die Frage ein, ob das Traden erlernbar wäre. - Ja, es kommt aber auf die Erwartungen an. Zu den Besten zu gehören wird sich nicht von Anfang an ergeben. Es heißt nicht umsonst: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen". Vor einiger Zeit bin ich auf diesen Blog-Eintrag gestoßen. Es handelte sich um nichts Geringeres als die Überlegung wie lange es dauern könnte bis eine Person ein Experte auf einem Gebiet wird. Dabei kommen diese Überlegungen aus dem Buch "Outliers" von Malcolm Gladwell. Dort hat er untersucht wie viele Übungsstunden ein professioneller Eishockeyspieler, ein Pianist und ein Komponist jeweils gebraucht haben um wirklich gut auf ihrem Gebiet zu werden. Zu meiner Überraschung waren es lediglich 10.000 Stunden. Klingt nicht viel und möglicherweise sind wir schon Milliarden gewöhnt und alles andere erscheint uns wenig. Wir haben somit ein Arbeitspensum von 10.000 Stunden. Würden wir jeden Tag diszipliniert eine Stunde mit dem Trading verbringen, dann wären das 27 Jahre. Bei drei Stunden am Tag, wären es noch etwas mehr als 9 Jahre. Dies bedeutet aber, dass sowohl am Wochenende jeweils drei Stunden am Tag in das Traden zu investieren ist - als auch während des Urlaubs. Für mich ist das erschreckend und enttäuschend zugleich. Gehen wir von einem Angestellten aus, der acht Stunden am Tag arbeiten muss. Meistens ist die Pause nicht bezahlt, also 8,5 Stunden. Kommt noch die Anfahrt hinzu, sagen wir idealerweise 30 Minuten inkl. der Rückfahrt. Sind wir bei neun Stunden. Leider gehöre ich zu den Menschen die etwas mehr schlaf brauchen. Manchmal sind es neun Stunden manchmal acht. 9 + 8,5 = 17,5. Bleiben in diesem Fall 6,5 Stunden übrig, wovon Körperpflege, Essenszeiten und Haushaltsarbeit noch abzuziehen ist. Mir fällt es leider oft schwer mit meiner Zeit klar zu kommen. Deshalb möchte ich hier auch die Dringlichkeit formulieren sich mit seiner Zeit auseinander zu setzen. Was möchte ich erreichen? Wo möchte ich in fünf oder zehn Jahren stehen? Verfalle nicht dem angenehmen Glauben schnell erfolgreich an der Börse zu sein. Mir ist es so ergangen und mein dritter Neustart lässt noch immer auf sich warten.
Als Neuling beschäftigt einen die Frage über kurz oder lang. Ist es nun möglich das Traden an sich von Null zu lernen? Einige vertreten standhaft die Ansicht, dass man dafür bestimmte Gene besitzen müsse, also dass es angeboren sei. Hier sollte wohl der Name "Richard Dennis" fallen. Er hat sich in den 80ern genau dieser Frage gestellt und ein Experiment mit völlig unbescholtenen Anfängern durchgeführt. Zu empfehlen sei hier das Buch "The Complete Turtle Trader" von Michael Covel. Nun, dies liegt ja schon gute 25 Jahre zurück. Das Experiment wurde so ähnlich von "Lex Van Dam" wiederholt. Die Reportage "Million Dollar Traders: Make Me A Trader" auf BBC begleitet acht Trader zwei Monate lang. (Hier erst einmal ein Dank an jjoey, der den Link in einem Kommentar gepostet hat). Der Mythos Schildgröte bleibt, jetzt sind wir an der Reihe. Kann man das Traden wirklich erlernen oder muss es angeboren sein. Lasst es mich wissen. Ich werde nach einer gewissen Weile auch meine persönliche Einschätzung als Kommentar preisgeben.