In der letzen Woche habe ich bei mir beobachtet, dass es vielleicht gar nicht so sinnvoll ist ein Tagesziel zu haben. Warum ? Nun ja, meine These ist folgende: Durch das Tagesziel ist man verpflichtet, dieses auch zu erreichen. Erreicht man dieses nicht, z.B. durch Minus-Trades bleibt logischerweise zum Wochenziel nur noch entsprechend weniger Tage. Also klebt man vor dem Rechner von 8-22 Uhr. Es sei denn, dass Tagesziel ist bereits um 9:13h (wie bereits mehrfach geschehen) schon erreicht. Dann wird der Rechner abgeschaltet. Aber in der Praxis ist es doch so, das man, nur um das Tagesziel zu erreichen, auch qualitativ geringwertigere Setups nimmt. Eben genau die, die dann so "lala" sind. Frei nach dem Motto: "Ach, nur schnell noch ein paar Punkte aus dem Markt holen, dann habe ich mein Tagesziel erreicht und Freizeit." Und wenn ich es recht bedenke, ist das von qualitativen Trading weit entfernt. Nicht das ich hier falsch verstanden werde: Ziele sind sehrwohl vorhanden, ohne Ziele - kein Weg der dorthin führt. Es geht es darum, ob der "Weg" der Richtige ist? Also Qualität vor Overtrading. Mehr Freiheit des Tradingalltags geniessen und nur die sauberen 5 Sterne Setups handeln ? ABER: Setzt man sich nicht gerade dadurch unter mehr Druck als eigentlich sein muss? Ist es nicht gerade die Unbedeutssamkeit des einzelnen Trades der den Gesamterfolg sichert ? Andererseits hingegen, wenn ich mein Setup auf 60min suche, bekomme ich solche 5 Sterne Setups natürlich nicht jeden Tag. Ich kann also, um mein Tagesziel zu erreichen, nur solche Zeitrahmen wählen, die mir ein solches 5 Sterne Setup gewährleisten. ( z.B. 10min oder Tick Basis ) Oder ich suche solche 5 Sterne Setups auf EOD Basis aus. Ein weiterer Lösungsansatz ist halbautomatisches Handeln. Also wenn das Setup passt, aber noch lange Zeit braucht um sich zu entwickeln. Dann einfach Order ins System, entsprechenden Stopp der Handelslogik hinzugefügt und laufen lassen - Wandern gehen ;-) Eingeweihte wissen was ich meine ;-) Aber irgendwie bin ich mit diesem Gedankenspiel noch nicht ganz zu Ende. Eigentlich kann nur durch die Kunst des Weglassens, der qualitativ minderwertigen Trades, das Ergebniss verbessert werden. Vermieden werden soll das bloße Rumgeklicke: Buy-Sell- Eingezahlt. Schon wieder ein Minus-Trade. Ich möchte hiermit eine Diskussion anstossen, in der es um die Qualität im Trading und deren Handhabung im Trading geht.
Da hat man nun 100.000 Euro zur freien Verfügung, im Sinne von "habe ich über". Soll ich die jetzt komplett auf das Future-Tradingkonto packen ? Lasst uns doch kurz mal durchrechnen, wieviel Margin man, für sagen wir, für 10 Kontrakte beim Bund (FBGL) braucht, wenn wir Intraday handeln. Der durchschnittliche Future Broker in Europa nimmt zwischen 2.000 und 3.000 Euro als Intradaymargin. (Es soll ja Broker in Übersee geben, die nehmen als IntradayMargin nur 500 US Dollar. Dann wird das Rechenbeispiel noch interessanter.) Die OvernightMargin hingegen ist bei allen Brokern gleich, da diese direkt von Eurex / Cbot / etc. festgelegt wird. Somit reichen also für den Bund 10 x 3.000 Euro = 30.000 Euro plus Reserve aus. Weiterhin angenommen wir handeln eine Position mit 10 Kontrakten und diese läuft gegen uns. 1 Tick = 10 Euro. Also macht die Postion mit 10 Kontrakten pro Tick 100 Euro Minus. Da wir aber nicht unvorbereitet sind, wollen wir aufgrund Risiko-und Moneymanagement max. einen Betrag von 1000,- Euro verlieren. Warum? Weil die Wahrscheinlichkeit das 14 Trades in Folge verlieren, nur max. 1 % beträgt. Die Statistiker unter Euch können das sicher nachrechnen. Somit können wir unseren Stopp Loss nun 10 Ticks entfernt von unserem Einstiegspreis setzen. Das kann, je nach gehandelter Zeiteinheit, viel oder wenig sein. In einem 3 Min. Chart kann der Stopp Loss reichen, um diesen sinnvoll an einer Unterstützung oder Widerstand zu platzieren. Auf einem 60 Min oder Tageschart dagegen sind wir hoffnungslos verloren. Aber zurück zu unseren 100.000 Euro. Wir handeln also nur einen Markt den Bund (FGBL) mit 10 Kontrakten und benötigen somit 30.000 Euro, weiterhin gehen wir davon aus maximal 14 Trades in Folge zu verlieren. Dann sieht unsere Rechnung so aus: 30.000 Euro Margin 14.000 Euro Reserve (14 Verlierer a 1.000 Euro) = 44.000 Euro. Was machen wir mit dem Rest? Die restlichen 56.000 Euro kommen aufs Tagesgeldkonto. Bei 4,5 % Zinsen bringen die uns im Monat nochmal 210,- Euro. Das reicht um die monatlichen Gebühren für die Handelsplattformen bei europäischen Brokern zu finanzieren. Fazit: 100.000 gehören nicht komplett aufs Tradingkonto, sondern sinnvoll aufgeteilt.