Jeder aktive Händler/ Trader kennt vermutlich die Situation, dass sich viele Vorgänge des Alltags auf die Abläufe an der Börse projizieren lassen. Begriffe wie Panik und Massenhysterie sind in diesem Zusammenhang sicher die bekanntesten psychologischen Phänomene und die Frage die sich oft stellt:
Gehe ich mit dem Trend oder stelle ich mich gegen ihn … oder verhalte ich mich neutral?
Da meine berufliche Heimat in der medizinischen Biometrie liegt und ich mich auch im alltäglichen Leben der Statistik oder allgemein der Mathematik sehr verbunden fühle, sind die derzeit auftretenden Panikphänomene und Hystereien für mich nicht sehr überraschend und oben genannte Frage wird sich sicher der eine oder andere selbst schon gestellt haben.
Impfen oder nicht, das ist hier die Frage!
Ich löse für mich das Problem nach einem festen Schema, so wie die meisten Probleme in meinem Leben. Dieses Schema ist übertragbar und wer mit solchen Methoden etwas anfangen kann, findet es vielleicht interessant; wer nur emotional lebt, sollte das Folgende nicht weiter beachten. Fett und in Klammern sind die passenden Börsenbegriffe aufgeführt.
Als Trader könnte man das Problem der Fragestellung z.B. unter Berücksichtigung des Umfeldes (Familie/ Hobby, etc.) folgendermaßen lösen:
“Neutral” verhalten (Flat) könnte bedeuten: … dass Haus nicht mehr zu verlassen oder nur mit Gummihandschuhen und Mundschutz das Haus zu verlassen. Ich werde vermutlich nicht erkranken, habe auch keine Nebenwirkungen (kein Verlust) – wie lange ich so rumlaufen muss, weiss ich nicht und ob es realistisch und umsetzbar ist bleibt fraglich. (Muss ich vom Börsenkapital leben?/ Reichen meine Ersparnisse?).
Die Antwort auf “Impfung oder Verzicht” bedarf einer persönlichen Risikoabschätzung:
Dazu kann ich z.B. folgende “Indikatoren” und Fragestellungen einbeziehen:
Kann ich diese Fragen für mich klären, komme ich zu einer Entscheidung – ich kann durch dieses Regelwerk ein ausschliesslich emotionalgesteuertes Handeln gut einschränken.
Natürlich lassen sich die Begriffe auch umverteilen oder ein wenig anders anordnen und sicherlich gibt es noch mehr, was man auflisten könnte … Ich will hiermit vor allen Dingen die möglichen Parallelen und Schemata bzgl. der Entscheidungsfindung im Trading und Alltag darstellen.
LG Aurelius
P.S.: Ich bin kein Verschwörungtheoretiker, aber möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass die Bevölkerung der Bundesrepublik derzeit Zeuge wird, wie handlungsunfähig unsere Regierung um Falle einer dramtischer verlaufenden Pandemie wäre – unsere Bevölkerung wäre schneller dezimiert als wir Zahlen aktualisieren könnten (natürlich mit Ausnahme von Politik und Militär, die selbstverständlich bevorzugt behandelt werden). Anmerkung: Das ist kein hohle Floskel sondern basiert u.a. auf Fakten wie z.B. Planungs- und Organisationsmängeln, Honorierungsmißständen und Dosierungsproblematik der Medikation.
P.P.S.: FLUTRENDS
P.P.P.S.:
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10. November 2009 um 21:30
Super gemacht Aurelius
10. November 2009 um 23:06
@Scotty und Aurelius
– “All in” eben.
Jep, netter Artikel, geht mir ständig so, dass ich Vergleiche ziehe. Sehr passendes Thema!
Man kann allerdings auch die emotionale Seite mit System bewerten und somit ein wenig lenken. Es kommt wohl immer darauf an wie man abstrahiert.
Wer sich impfen lässt, muss die Nebenwirkungen in Kauf nehmen und darf sich nicht beklagen. Wer sich nicht impfen lässt, darf sich aber auch nicht beklagen wenn er stirbt
Grüße outsidebar
11. November 2009 um 10:50
hi aurelius,
ich persönlich finde zwar das ganze hinkt etwas, aber der ansatz gefällt mir trotzdem.
bei einem trade versuche ich ja “niemals” mein gesamtes kapital zu riskieren, bei der impfung sehe ich das allerdings als argumentationsgrundlage.
wenn ich die grippe, auch ohne impfung, überlebe warum ist dann eine impfung notwendig? der crv ist zu gering
oder ist die gefahr tatsächlich so gross?
und hier beginnt das problem. sehe es als grosse marktmanipulation an und das ist allerdings eine persönliche einschätzung.
gruss
morvan
eachtradingday
11. November 2009 um 11:39
@CFD Trading
Ja, Du hast natürlich recht: ein wenig hinkt das, aber ich finde die Schweinegrippe (und der zugehörige Impfprozess) ist ein schönes Beispiel, um das Prinzip von Risikoabschätzungen und daraus resultierenden Entscheidungen zu demonstrieren. Ein in allen Punkten übereinstimmendes Parallelbeispiel zu finden ist vermutlich auch nicht möglich.
… genau so habe ich es gemeint
– Ich muss daher berücksichtigen, dass ich hier nur “all in” wählen kann, es sei denn ich habe ein Kleinkind zu impfen, da gibt es tatsächlich halbe Dosen auf zwei Termine verteilt, um das Nebenwirkungsrisiko zu verringern.
Da habe ich eine ganz einfache Antwort und WOHLGMERKT: DIES IST NUR MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG: Seit Monaten diskutiere ich mit Freunden und Familie zu diesem Thema und muss mir immer anhören: der Verlauf ist recht mild, es sind nur Risikopatienten bedroht, etc.
) und vermeide die Ansteckung von Risikopatienten. Ich helfe bei der Eindämmung der Pandemie, so wie ich auch helfe Müll zu trennen, Spenden zu verteilen oder allg. zu helfen, wo ich nur kann – inwiefern all meine Bemühungen im Leben sinnvoll sind, möchte ich allerdings an dieser Stelle nicht hinterfragen …
Ich sehe das anders, was vielleicht daran liegt, dass ich eine Familie mit Kindern und einen großen Freundeskreis habe – für den ich mich auch mitverantwortlich fühle … ich kann nicht sicherstellen, ob alle Menschen in meiner Umgebung (auch die, die ich nicht unmittelbar kenne) nicht zu Klasse der Risikopatienten zählen und wenn ich mir vorstelle, dass ich selbst einen milden Verlauf bei einer Infektion erfahre und vielleicht nicht mal merke, dass ich infiziert bin und in meiner Umgebung den Virus verteile und somit indirekt am Tod von Risikopatienten schuld sein könnte, so ist dies keine schöne Vorstellung.
Keiner weiss, ob er nicht selbst inzwischen Risikopatient ist – noch weniger weiss ich es von anderen, von daher ist es für mich eine soziale Verpflichtung mich impfen zu lassen. Der Mensch neigt dazu, sich selbst zu schützen und denkt mehr über die einwöchigen eigenen Nebenwirkungen nach, als über das Leid was eine Ansteckung durch ihn auslösen kann – das ist die Natur. Daher steigt der Impfwunsch auch erst dann, wenn die Mortalität drastisch zunimmt.
Fazit: CRV bei Impfung sehr gut: Ich ertrage eventuelle Nebenwirkungen (wie ein Mann
Da gebe ich Dir auch absolut recht – das ist es, ohne Zweifel- Ich kenne die Pharmaindustrie natürlich berufsbedingt sehr gut und verurteile deren Vorgehen genauso. Den Preis muss ich leider bezahlen, um das Restrisiko auszuschalten.
LG Aurelius
11. November 2009 um 11:44
@CFD Trading
Da ich ja Leser Deines Blogs bin, kann ich – in diesem Zusammenhang und zu diesem Thema – natürlich allen dieses wirklich sehenswerte Posting aus Deinem Blog empfehlen:
http://www.eachtradingday.com/propheten-und-moneten-dokumentation/
LG Aurelius
11. November 2009 um 14:04
Gilt dann auch: Wer sich impfen lässt, braucht sich auch nicht über teils drastische Nebenwirkungen beschweren, weil er ja vorher wusste, dass der Impfstoff nicht ausreichend getestet wurde?
Aurelius: “…Ich bin kein Verschwörungtheoretiker, aber möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass die Bevölkerung der Bundesrepublik derzeit Zeuge wird, wie handlungsunfähig unsere Regierung um Falle einer dramtischer verlaufenden Pandemie wäre…”
Das glaube ich sofort. Man kann es jeden Tag sehen, wie “handlungsfähig” unsere Regierung, auch bei anderen Themen, ist.
Grüsse
Marvin
11. November 2009 um 14:37
@marvin
11. November 2009 um 15:40
“und wenn ich mir vorstelle, dass ich selbst einen milden Verlauf bei einer Infektion erfahre und vielleicht nicht mal merke, dass ich infiziert bin und in meiner Umgebung den Virus verteile und somit indirekt am Tod von Risikopatienten schuld sein könnte, so ist dies keine schöne Vorstellung.”
und jetzt haste einem Risikopatienten den Termin weggeschnappt und er stirbt trotzdem.
11. November 2009 um 17:29
@ibelieve
Ja, da hast Du nicht ganz unrecht, aber wenigstens hat man da in unserem Land soweit nachgedacht, dass man Risikopatienten einen Vorzug eingeräumt hat.
Und ansonsten gilt wie fast überall im Leben: “Wer zuerst kommt, malt zuerst”. Unterschied zwischen privat und gesetzlich versichert kommen hier weniger zum Tragen.
Trägheit und zu spätes Aufspringen (zögern) wird – so wie an der Börse auch – schnell bestraft.
LG Aurelius
11. November 2009 um 19:59
@aurelius
ok, an das weitergeben, hatte ich noch nicht gedacht!
meines wissens ist eine impfung mit nichten ohne risiken. auch daran kannst du sterben! das ist für mich die nebenwirkung die ich nicht möchte
11. November 2009 um 23:10
@eachtradingday
– ich gebe zu, das das wiederum ich bisher noch nicht näher in Betracht gezogen habe und wie man heute unter folgendem Link lesen konnte hast Du damit vollkommen recht.
… wie schön, dass wir immer alle voneinander lernen
http://www.time-news.de/2009/11/11/tod-nach-schweinegrippeimpfung-wie-gefhrlich-ist-die-impfung-wirklich/
Also muss man die Riskoabschätzung definitiv um diesem Punkt erweitern.
LG Aurelius
14. November 2009 um 19:11
Aurelius, ich finde diese Analogie sehr gut. Man könnte noch hinzufügen: Jeder muss am Ende für sich selbst entscheiden, wie er mit Schweinegrippe, Impfung etc. umgeht. Und er muss Verantwortung für mögliche Konsequenzen übernehmen. So wie wir auch volle Verantwortung für unsere Trades übernehmen müssen.
Grüße, Holger
14. November 2009 um 19:26
Gutes Fazit! Man sollte diesen Satz nicht hinzufügen, sondern voranstellen, dieser Satz ist letztendlich die Grundlage; denn wer nicht bereit ist, zu seiner Entscheidung zu stehen, kann niemals richtig entscheiden
LG Aurelius
25. November 2009 um 10:16
Der Risikoforscher Ortwin Renn von der Universität Stuttgart sagte dem «Focus», bisher verlaufe die Schweinegrippe in Deutschland eher harmlos …
… erklärte der Soziologe.
Für diejenigen, die sich für derartige Risiko-Untersuchungen interessieren: http://ortwin.gingedas.net/node/15
LG Aurelius
16. Dezember 2009 um 10:45
Jetzt wird es noch mal spannend
siehe Artikel im Tagesspiegel
LG Aurelius
16. Dezember 2009 um 12:20
@Aurelius
Daraus:
“Weil die WHO nicht parlamentarisch kontrolliert werde, müssten dort nun die Regierungen Konsequenzen verlangen, fordert Wodarg. Es könne nicht sein, dass man die Pandemie-Definition einer Organisation überlasse, die offensichtlich dem Einfluss von Pharmaverkäufern unterliege. Viele der Entscheidungsträger dort kämen aus der Industrie und gingen wieder dahin zurück, sagte Wodarg.”
Als hätte man es nicht sowieso schon geahnt: Die WHO ist gekauft (von der Pharmaindustrie), warum sollte es auch anders sein als sonst, wenn (viel) Geld im Spiel ist… Je schneller man dies akzeptiert, desto “verständlicher” wird die Welt für einen. Fragt Euch einfach bei jeder neuen (großen) Sache: Wem nutzt sie am meisten und vieles wird danach einfacher… Mir war von Anfang an suspekt, dass die WHO urplötzlich ihre Definition einer Pandemie massiv geändert hatte und so viele Regierungen überhaupt erst zum aktiven Handeln genötigt hatte.
Dass die Pharmaindustrie aus reinem Profitstreben hier einen Massentest bisher unvorstellbaren Ausmaßes an einem Teil der Weltbevölkerung durchziehen kann, sagt doch eigentlich alles. Und nebenbei: Dies sagt auch so einiges aus über unsere Politiker als Entscheidungsträger, die den ganzen Mist auch noch mitmachen.
“Zu untersuchen sei zudem die Rolle von und die Einflussnahme auf Paul-Ehrlich- und Robert-Koch-Institut, die in Deutschland entscheidenden Stellen.”
Ja, das würde mich auch mal brennend interessieren, wie diese Organisationen sich zusammensetzen und wer die wahren Entscheider sind.
Grüsse
Marvin
16. Dezember 2009 um 12:24
Naja, vielleicht ein bisschen pauschal
LG Aurelius
9. Juni 2010 um 16:07
Nein, überhaupt nicht, s. z.B.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,699427,00.html
Wer ist heute nicht “gekauft”?
9. Juni 2010 um 16:33
Ja, ist ein Greul, aber das ändert natürlich nicht meine Einstellung zur Impfung.
Jetzt müssen mal ordentliche Massenklagen angestossen werden
9. Juni 2010 um 16:44
@Aurelius
Was für eine Scheixx-Welt… diese weit verbreitete “Jeder-bescheixxt-jeden” Einstellung (und immer auf seinen eigenen Vorteil bedachte Grundhaltung) geht mir schon ziemlich lange auf den Strich. Scheinbar kann man nur noch seinem eigenem gesunden Menschenverstand trauen.
Ich erinnere mich, dass es auch damals einige Ärzte gab, die diesen Unfug nicht mitgemacht haben. Immerhin scheint es noch ein paar zu geben, die selbst denken können und wollen.
Grüsse
Marvin