Skandal und Betrug oder nur zuviel Fantasie?

Skandal und Betrug oder nur zuviel Fantasie?

Es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass ich mich harscher Kritik aussetzen musste, wen ich auf diversen Blogs nach Kontoauszügen gefragt habe – nein, schlimmer noch: manchmal haben sogar noch andere Leser behauptet man könne mit einem Kontoauszug nichts anfangen, da man ja nur lernen wolle und lediglich die veröffentlichten  Trades nachvollziehen möchte.

Ein Trader der keine Kontoauszüge veröffentlicht muss nicht gleich zum Lügner erklärt werden; wenn man jedoch bei einem öffentlich handelnden Trader, der seine Performance als Publikumsmagnet nutzt und damit Werbung macht, öffentlich oder vertraulich per Mail Kontoauszüge einfordert und einem diese verweigert werden, so muss man dringend skeptisch sein! Eigentlich spricht grundsätzlich nichts gegen eine Veröffentlichung im Blog. Ich erkläre dies an einem Beispiel und hoffe, dass damit jedem die Relevanz meines Hinweises bewusst wird:

Beispiel:

Wie sieht der Plan aus?

Jemand veröffentlicht  seinen finalen Kontostand und regelmäßig seine Gewinn-Trades. Damit keiner misstrauisch wird, werden natürlich ab und an auch Verlusttrades aufgeführt, jedoch niemals im Detail. Er macht jede Woche ca. 20 Trades … die guten zeigt er Euch, sobald sie mit Gewinn anlaufen, die schlechten blendet er einfach aus da sie ausgestoppt wurden – den Verlust zahlt er bar wieder auf das Konto ein.

Habe ich das richtig gelesen?

Ja, richtig gelesen, er gleicht den Verlust mit eigenen Barmitteln wieder aus.

Was hat er davon?

Ganz einfach: Alle Welt sieht sein Konto ständig wachsen und es lesen immer mehr seinen Blog. Irgendwann sind die Werbeinnahmen und die sonstigen, sich positiv finanziell auswirkenden Nebeneffekte so groß, dass er damit allein schon die Verluste im Konto decken kann … und vielleicht kann er noch viel mehr Einnahmen nur über dieses Image erzielen: Er verkauft Bücher, er hält Vorträge,  holt Sponsoren ins Boot – jeder Klick zählt – abgesehen davon, dass er auch ab und zu Treffer landet. Die Legende ist geboren!

Warum fliegt das nicht auf?

Grundsätzlich kann er das Ganze deshalb machen, weil kein Broker bzw. keine Bank auf Grund des Bankgeheimnisses diese Geschichte auffliegen lassen kann – selbst wenn er kündigt. Mit allen anderen Mitwissern schließt er natürlich entsprechende Verträge ab.

Wo ist der Skandal, wo der Trugschluss?

Der Skandal ist das Vorgehen an sich – die arglistige Täuschung. Da gibt es die Menschen, die sich die gezeigten Strategien aneignen möchten -  sie wollen lernen. Leider lernen sie nur die eine (positive) Seite kennen und glauben von dieser, sie hätte einen hohen Erwartungswert … hat sie aber nicht – nur das weiß keiner.  Wenn man versucht diese Strategien umzusetzen scheitert man und weiss nicht warum – ein Trugschluss zu glauben man lernt dort etwas.

Man kann dieses Beispiel unendlich ausschmücken, aber ich denke den Rest überlasse ich Eurer Fantasie.

Zeigt Euch jemand den Kontoauszug, wisst Ihr, es ist alles in Ordnung  – einen Kontoauszug zu fälschen ist zwar möglich, aber ein hohes Risiko auf Grund des Straftatbestandes der Urkundenfälschung.

Natürlich kann man jetzt argumentieren,  dass eine Geheimhaltung aus diversen Gründen nötig ist. In diesem Fall gibt es jedoch alternative Methoden, um eine ordnungsgemäße Kontoführung zumindest pseudonymisiert zu belegen.

LG Aurelius

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Über den Autor

Kommentare (7):

  1. Coole Sache!

    Natürlich alles nur zuviel Fantasie, wir haben es bei den Performern nur mit ehrlichen Menschen zu tun – zum Totlachen.

    Glaubt mir, jeder Blog, der mit Perfomance prahlt ist am Ende darauf aus dicke Kohle mit Lesern zu machen – Seminare, Bücher, Live-Trading, bla bla bla.

    Funny days Pita

    • Ich kann die Skepsis ja nachvollziehen (sonst hätte ich das ja nicht geschrieben) aber ganz so extrem sehe ich es nicht. Ich denke einfach nur, wenn es um Geld geht, sollte man alles mehrfach hinterfragen – und da ich hier Parallelen sehe z.B. zu Menschen, die eine fondsgebunde Lebensversicherung abgeschlossen haben, ohne zu wissen, woraus der Fonds besteht, habe ich die Wichtigkeit des Belegs noch mal betont. Blindes Vetrauen in finanziellen Dingen ist schlecht.

      Ich habe gar nichts gegen Kommerz und von mir aus können auch alle Bücher verkaufen und mit Seminaren Geld verdienen – aber sie sollen halt vorher beweisen, dass das was sie vermitteln transparent ist und Substanz hat – mehr nicht. Naja – und mal ehrlich, was ist daran so kompliziert, dass mit einem Kontoauszug zu belegen?

      LG Aurelius

  2. Tja, ich finde es schwer, herauszufinden, wer hier nur betrügt oder wirklich handelt. Sobald mir mehr Werbung ins Auge fällt als Beiträge, bin ich schon skeptisch. Und da gibt es so einige Seiten.
    Desweiteren ist es von Vorteil, wenn die Beiträge eine gute Qualität besitzen und nicht selbstverherrlichend sind. Negativ auffällig ist natürlich auch, wenn der Blogger nur positive Trades tätigt.

    Zt. meine Lieblingsblogs sind
    plantrader (sehr gute Beiträge über das Trading, Keine Werbung!!)
    eachtradingday (leider jetzt mit auffällig viel Werbung, aber gute Artikel)
    Daytradingteam (gute Beiträge, Keine Werbung)

    Gruss
    GeDi

  3. @GeDi

    Den Blog von Plantrader finde ich auch gut, ist aber noch sehr neu, daher habe ich ihn noch nicht aufgeführt.

    Dein Hinweis auf die Werbung ist natürlich goldrichtig; ich denke das ist ein schwieriges Thema und für Einsteiger kann man das auch verteten, die brauchen ja vielleicht jeden Cent, aber wer sein Depot in die Sphären performt, sollte eigentlich auf Werbung verzichten können.

    Wenn Werbung, dann sollte sie zumindest so gewählt werden, dass der Blogbetreiber auch voll und ganz hinter den Produkten stehen kann – sonst ist es schon ein wenig fragwürdig.

    LG Aurelius

  4. @Aurelius
    Du stellst die Frage in den Raum, warum dann eigentlich ein Trader öffentlich handelt.

    Ich weiß nicht was bei anderen Blogs der Grund dafür ist.

    Bei mir war es eigentlich nur aus Motivationsgründen, dass ich mich dafür endschieden habe.
    Ich will durch das führen eines echten Kontos “zusätzlich” zum Blog einen Trader und seine Trades durchleuchten. In diesem Fall mich selbst. Von einem gehandelten Konto lassen sich viele sinnvolle Blogbeiträge ableiten finde ich.
    Noch dazu motiviert es mich den Blog konstant & regelmässig zu führen in Verbindung mit einem echten Handelskonto.

    Klar habe ich anfangs zwar ein wenig zu hoch gepokert mit meinen Trades, aber ich wollts halt wissen ;-) und das Konto ein bisschen antreiben.

    Ich betreibe meinen Blog rein zum Privatvergnügen und natürlich um mich und mein Tradig mir selbst vor Augen zu führen, zu verbessern, beständiger und fehlerfrei zu machen.

    Wenn zusätzlich jemand aus meinen Blogbeiträgen etwas für sich selbst herausfiltern kann, um sein eigenes Trading zu verbessern, freu ich mich natürlich auch für jeden Trader, oder der es werden möchte, wenn er damit beginnt, sich nur noch auf das wesentliche zu fixieren und es schafft profitabler zu werden.

    Werbung ?
    Ich hatte diesbezgl. schon 2 Anfragen in diese Richtung.
    Aber …. Never !
    Ich verabscheue ehrlichgesagt diese ganze “Brut” in der Branche und würde mich niemals an irgendwas beteiligen.
    Genauso hat mir auch schon jemand Geld geboten, um mein Handeln in Form von EA´s zu automatisieren. *lol* Das sind dann so Dinge, auf die ich garnicht antworte.

    Ich könnte auch mit einem Klick sofort so Google Adsense Werbung auf den Blog hauen. Mach ich aber auch net. Solange mich mein Blog ausser “Zeit” nichts anderes kostet ist alles in Ordnung. ;-)

    Gruss

    Plantrader

  5. @Plantrader

    Das trifft es sehr gut und ist auch genau meine persönliche Meinung, sowohl der Punkt mit der Werbung als auch der zur Motivation einen Blog zu betreiben.

    Mir fehlt in einigen Erfolgsblogs vor allen Dingen einfach die andere Seite. Verluste werden kaum beschrieben, sind aber ein wichtiger Bestandteil – man muss nicht alle diskutieren, aber zeigen dass es sie gibt.

    LG Aurelius

  6. “Verluste werden kaum beschrieben, sind aber ein wichtiger Bestandteil – man muss nicht alle diskutieren, aber zeigen dass es sie gibt.”

    Davon kann ich aktuell ein Lied singen. *lol*

    Gruss
    PT

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