Viele kennen sicherlich die Situation genau am Tief/ Hoch eingestiegen zu sein und müssen zusehen, wie kurz darauf der Kurs dreht und ins vorher anvisierte Ziel läuft.
Scalper kennen, auf Grund ihrer hohen Handelsfrequenz, besonders die Tücken, die an markanten Punkten entstehen, wissen aber auch, dass Durchbrüche manchmal, inbesondere zu volatilen und volumenstarken Zeiten, erhebliches Potential bieten können.
Eine mit Vorsicht zu geniessende Lösung stellt das systematische Nachkaufen einer Position (im Verlust) dar.
Anfängern ist diese Methodik nicht nahezulegen, da etwas mehr Erfahrung benötigt wird – ich halte es dennoch für sinnvoll die Methodik vorzustellen, weil dieses Beispiel zeigt, dass nicht jede plakative Börsenweisheit als ungeschriebenes Gesetz akzeptiert werden muss – in diesem Zusammenhang z.B.: “Niemals verbilligen, niemals im Verlust nachkaufen”.
Diese Art Strategien findet man im Verhältnis ziemlich selten, was vermutlich daran liegt, dass nur wenige sie benutzen oder darüber sprechen (B. Schäfermeier hat, wenn ich mich recht erinnere, mal den Nachkauf von halben Position zu fest definierten Marken vorgestellt).
Was benötigt man?
Welche Kompressionen sind zu empfehlen?
Ich persönlich verwende Charts von 5 Minuten bis zum Stundenchart; kleinere Einheiten würde ich wegen der sinkenden Relevanz der Fibonacci-Level nicht empfehlen.
Wann sollte ich diese Methodik anwenden?
Den meisten sind “Fibonacci Retracements” sicherlich bekannt, wer sie nicht kennt, sollte an dieser Stelle “googlen” und sich das Basiswissen aneignen. Ich verwende hier lediglich die Eigenschaft, dass ich diversen Zonen (level) höhere Umkehrwahrscheinlichkeiten für den Kurs zuordne.
Der Einstieg sollte den eigenen Regeln folgen und sollte natürlich sinnvoll gewählt sein. Als Beispiel verwende ich hier die Kreuzungen von Durchschnitten mit dem Kurs (mittleres Bollinger-Band) und Ausbrüche aus dem Bollinger-Band, die einige Trader als Signal nutzen (Bollinger-Breakout). Ich persönlich verwende häufiger den Super-Trend-Indikator; als Beispiel soll aber der hier gezeigte Trade von heute mit Bollinger-Bändern genügen.
Vorarbeiten und Einstiegsregeln:
In diesem Beispiel können wir die Stops leider nicht mehr sehen, da der Gewinn sehr schnell ausgelöst wurde.
Ich habe danach noch einen Trade im 15min Chart durchgeführt, bei dem man das Procedere ein wenig anschaulicher verdeutlichen kann.
Abschließend ist nochmals zu betonen, dass die Positionsgrößen-Strategie und die Auflösung des Trades besonders an die eigenen Bedürfnisse und Strategien anzupasssen sind. Im letzten Beispiel hätte man die Position sicherlich noch weiter laufen lassen können oder zumindest trailern – ich tendiere allerdings persönlich dazu, einen Trade, der sehr stark zurückläuft, schnell aufzulösen und hätte ihn beinahe auch noch früher geschlossen, da sich derzeit auch im übergeordneten Chart (ohne Abbildung) die Situation änderte.
Ich persönlich wähle im Regelfall die Positionsgrößen-Strategie 1,1,2. Nur im Forex-Markt, in dem Fibonaccis eine auffällige Relevanz haben, erhöhe ich manchmal die letzte Positionsgröße auf 4.
LG Aurelius
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17. September 2009 um 08:59
Hallo Aurelius,
sehr interessant. Ich verwende einen ähnlichen Ansatz, nur dass ich die reentries nicht durch fibs sondern durch n-vielfache bestimme, wobei n mittels durchschnittlicher Abweichungen des Kurses vom Indikator bestimmt wird. Hast Du noch weitere Systeme dieser Art in der Hinterhand? Wäre sehr daran interessiert.
Gruß outsidebar
17. September 2009 um 20:43
Ich kenne einen ähnlichen Ansatz mit “n”-Vielfachen (den Begriff finde ich ein bisschen mißverständlich gewählt): Dabei werden die Nachkauf-Level durch einen 8er- und 10er-Quotient einer festgelegten Preisdifferenz ermittelt – meinst Du das?
Ansonsten gibt es noch Strategien mit den Abweichungslevels zwischen gleitenden Durchschnitten gleicher Periode und unterschiedlicher Berechnungsart (z.B. SMA(100), EMA(100), WMA(100), etc.). Ich stelle die bei Gelegenheit hier vor.
LG Aurelius