September2009

Feierabend Scalping * UPDATE *

Manche schwören ja darauf, am frühen Morgen (oder auch vorbörslich), mittags oder am Abend (oder auch nachbörslich) zu scalpen, weil dort die Gefahr von sonstigen Beeinflussungen des Markts wie Nachrichten oder hysterischer Handel relativ gering sind. Ich mag eigentlich lieber das Handeln zu Zeiten mit maximalem Volumen, wenn ich aber abends erst spät nach Hause komme, ist dieser Ansatz unter gewissen Rahmenbedingungen (s.u.) recht einfach zu handeln. Die Vorteile des Handelns in den oben genannten Zeiten sind: ruhiger Markt, stabile Richtung. Die Nachteile dagegen sind: wenig Volumen, weniger starke Bewegungen. Aufgrund der Nachteile empfiehlt es sich, nur kleine Positionen zu handeln, da die Slippage um diese Zeit größer sein kann und ein Verbilligen bei den kleinen Bewegungen nicht wirklich Sinn macht. Wer Lust hat, kann sich das Video vom Mini-Scalp (ein Kontrakt) des Mini-Russel anschauen; Start kurz vor 22.00 Uhr und 6,5 Minuten Langeweile pur. Hier eine kurze Erläuterung zum Ein- und Ausstieg (ein bisschen Setup) - kurz weil, dass beim Scalpen auch ziemlich schnell gehen muss :) : Als erstes verschaffe ich mir einen kurzen ÜBERBLICK über den Markt (heller Chart). Dort fällt eine Region besonders auf (die ich mit einem blauen Rechteck markiert habe). SETUP: Der Kurs befindet sich zufällig auch genau dort, und damit ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass aus dieser Region in den letzten Handelsminuten kein Ausbruch mehr erfolgt. Nur in diesem Fall sollte man kurz vor Toreschluss noch kurzfristig für ein paar Ticks handeln. EINSTIEG: Anschliessend setzte ich zwei Order (OCO) in den Markt in die Grenzen der Region, in der ich noch ein wenig Bewegung in einer Range erwarte (innerhalb des Rechtecks). AUSSTIEG: Nach Auslösung der Order werden Stop- und Zielorder in den Markt gelegt (OCO). EVTL. AUSSTIEGS-ANPASSUNG: Zur Visualisierung der Ziele und Widerstände zeichen ich dann noch die relevanten Trendlinien ein. Den Rest, den ich dort mache, muss man eigentlich nicht weiter kommentieren, warten und beobachten und so schnell es geht, den Stop nachziehen (NOTAUSSTIEG) ... Bitte nicht wundern, wenn ab und zu mal eine Stimme 'order filled' sagt, ohne dass sich das auf den aktuellen Trade bezieht , im Hintergund laufen noch Systeme, dessen Ausführungsbestätigung ich leider nicht ausblenden kann. Scalping Mini-Russel near market close from Aurelius on Vimeo. Das Video endet mit einem neuen Setup auf Fibonacci-Retracement-Levels. Das hatte ich zwar auch auf Video aufgenommen, war aber noch langweiliger, daher nur ein kurzer Screenshot, mit dem bereits im Gewinn abgesicherten Folge-Trade. Kurz danach habe ich ihn manuell aufgelöst, da kaum noch Bewegung im Markt war. In Summe waren das nun 80$ (abzüglich kleiner Gebühren), nicht viel, dafür in ca. 12 Minuten mit sehr geringem Risiko. LG Aurelius **************** UPDATE **************** Eigentlich wollte ich gestern (22.09.2009) noch ein weiteres Video zum Thema Feierabend-Scalp einstellen, aber nach dem ich nur mit Mühe auf Break-Even kam und gute 60min. Videomaterial hatte, habe ich beschlossen dies nicht zu veröffentlichen, da die vorangehenden Fehler auch keinen Lerneffekt hatten - ich war schlicht gehetzt und übereilt in den Markt und habe jedes mal, trotz richtig antizipierter Richtung, zu früh geschlossen. Nun dafür aber ein ganz frisches Video (vor gut einer Stunde 23.09.2009), dass noch mal die Relevanz der Trendlinien, auch im kurzfristigen Bereich, zeigen könnte. Hier sind sowohl meine eigenen (im dunklen Chart) als auch die von der Software automatisch berechneten (im hellen Chart) ein gute Hilfe gewesen und hatten durchaus Relevanz. Da das Video wieder ewig dauert habe ich es auf ca. 11 min. geschnitten und zusätzlich einen Screenshot angehängt, der die Situation kurz vor Exit zeigt - kurz nach dem Screenshot habe ich die erste Position geschlossen, die zweite dann auf +2 Ticks gesetzt, bis sie ausgestoppt wurde. Scalping FDAX (unsing trendlines filter) from Aurelius on Vimeo. Der Screenshot kurze Zeit später ... ... und noch ein Bild zu den Trendlinien kurze Zeit später, was zeigt, dass der Ausstieg durchaus berechtigt war. LG Aurelius

Skandal und Betrug oder nur zuviel Fantasie?

Es ist nicht nur einmal vorgekommen, dass ich mich harscher Kritik aussetzen musste, wen ich auf diversen Blogs nach Kontoauszügen gefragt habe – nein, schlimmer noch: manchmal haben sogar noch andere Leser behauptet man könne mit einem Kontoauszug nichts anfangen, da man ja nur lernen wolle und lediglich die veröffentlichten  Trades nachvollziehen möchte. Ein Trader der keine Kontoauszüge veröffentlicht muss nicht gleich zum Lügner erklärt werden; wenn man jedoch bei einem öffentlich handelnden Trader, der seine Performance als Publikumsmagnet nutzt und damit Werbung macht, öffentlich oder vertraulich per Mail Kontoauszüge einfordert und einem diese verweigert werden, so muss man dringend skeptisch sein! Eigentlich spricht grundsätzlich nichts gegen eine Veröffentlichung im Blog. Ich erkläre dies an einem Beispiel und hoffe, dass damit jedem die Relevanz meines Hinweises bewusst wird: Beispiel: Wie sieht der Plan aus? Jemand veröffentlicht  seinen finalen Kontostand und regelmäßig seine Gewinn-Trades. Damit keiner misstrauisch wird, werden natürlich ab und an auch Verlusttrades aufgeführt, jedoch niemals im Detail. Er macht jede Woche ca. 20 Trades ... die guten zeigt er Euch, sobald sie mit Gewinn anlaufen, die schlechten blendet er einfach aus da sie ausgestoppt wurden – den Verlust zahlt er bar wieder auf das Konto ein. Habe ich das richtig gelesen? Ja, richtig gelesen, er gleicht den Verlust mit eigenen Barmitteln wieder aus. Was hat er davon? Ganz einfach: Alle Welt sieht sein Konto ständig wachsen und es lesen immer mehr seinen Blog. Irgendwann sind die Werbeinnahmen und die sonstigen, sich positiv finanziell auswirkenden Nebeneffekte so groß, dass er damit allein schon die Verluste im Konto decken kann ... und vielleicht kann er noch viel mehr Einnahmen nur über dieses Image erzielen: Er verkauft Bücher, er hält Vorträge,  holt Sponsoren ins Boot – jeder Klick zählt – abgesehen davon, dass er auch ab und zu Treffer landet. Die Legende ist geboren! Warum fliegt das nicht auf? Grundsätzlich kann er das Ganze deshalb machen, weil kein Broker bzw. keine Bank auf Grund des Bankgeheimnisses diese Geschichte auffliegen lassen kann – selbst wenn er kündigt. Mit allen anderen Mitwissern schließt er natürlich entsprechende Verträge ab. Wo ist der Skandal, wo der Trugschluss? Der Skandal ist das Vorgehen an sich - die arglistige Täuschung. Da gibt es die Menschen, die sich die gezeigten Strategien aneignen möchten -  sie wollen lernen. Leider lernen sie nur die eine (positive) Seite kennen und glauben von dieser, sie hätte einen hohen Erwartungswert ... hat sie aber nicht – nur das weiß keiner.  Wenn man versucht diese Strategien umzusetzen scheitert man und weiss nicht warum - ein Trugschluss zu glauben man lernt dort etwas. Man kann dieses Beispiel unendlich ausschmücken, aber ich denke den Rest überlasse ich Eurer Fantasie. Zeigt Euch jemand den Kontoauszug, wisst Ihr, es ist alles in Ordnung  - einen Kontoauszug zu fälschen ist zwar möglich, aber ein hohes Risiko auf Grund des Straftatbestandes der Urkundenfälschung. Natürlich kann man jetzt argumentieren,  dass eine Geheimhaltung aus diversen Gründen nötig ist. In diesem Fall gibt es jedoch alternative Methoden, um eine ordnungsgemäße Kontoführung zumindest pseudonymisiert zu belegen. LG Aurelius

Flash-Trading

Gestern stand im Wirtschaftsblatt ein interessanter Artikel zum Thema Flash Trading, was für einigevon Euch sicherlich nichts unbekanntes darstellt. Aber man staune über das Tempo ... die Börsenaufsicht ist nun auch da und will aktiv werden :) Diese Links sind ganz interessant, für diejenigen die eine gute Technik und erstklassige Kusrversorgung haben und davon überzeugt sind, dass ihnen das Vorteile im Markt bringen kann - hier sieht man die wahren Profiteure  modernster Technik: Aktuell dazu: Flash Trading (Börsenaufsicht) Weitere Hintergrundinformationen Flash 1 Flash 2 Wen es interessiert, insbesondere technikinteressierte können natürlich weitere Informationen über Google finden. LG Aurelius

Off-Topic

Nun ist es nicht mehr lange bis zur nächsten Wahl. Meine Eltern predigten früher immer: "Sohn, geh' wählen, sonst gibst du indirekt deine Stimme den falschen". Ich möchte nicht klagen; denn mir ging es in der Regel immer gut - unter welcher Regierung auch immer - aber dennoch: Falscher konnte dieser Satz nicht sein, ich ging immer wählen und kann heute mit ziemlicher Gewissheit sagen, dass ich auch mit Wahl die "falschen" gwählt habe. Nun dachte ich diesmal ich mach es mal ganz besonders gut und habe die Programme der Parteien per Post angefordert, um sie in Ruhe zu lesen ... und damit begann eine Serie von Paketen, Päckchen und Briefen, die ich nie zuvor sah. In meinem Flur stappelten sich zeitweise die Kartons, da manche Parteien anscheinen noch überschüssiges Werbematerial loswerden mussten - DAS ALLES KANN UND WILL KEIN MENSCH LESEN UND VERGLEICHEN! ... dabei suche ich eigentlich nur Informationen, wie Parteien zu Kapitalanlagen, insbesondere natürlich den kurzfristigen stehen. In Summe gesehen, bin ich so schlau wie vorher; ausser Floskeln ist nicht wirklich Substanz zu finden. Das Material ist absolut wertlos - leider taugt es nicht mal zum Heizen, da die Prospekte in der Regel nicht mal auf umweltfreundlichen Papier gedruckt wurden, sondern auf umweltfeindlichen aber dafür hochkarätigen Hochglanz-/ Kunstoffmaterialien (was für eine Geldverschwendung). Schönes Wochenende Aurelius

Börse allgemein (Smalltalk)

Dies ist kein neuer Artikel sondern ein allgemeiner Thread für Fragen und Kommentare ausserhalb der regulären Artikel. Hier wird auch alles archiviert, was woanders nicht hineingehört oder Inhalte alter Kategorien, die z.B. wegen Umstrukturierung geschlossen werden.

Ninja Trader und seine Werkzeuge (1)

Hiermit beginnt parallel eine weitere Serie über Indikatoren und evtl. auch das eine oder andere System für die Software Ninja Trader. Die meisten Indikatoren gibt es natürlich auch für viele andere Tradingprogramme, da ich aber sowohl mein Aktiendepot als auch mein Futureskonto fast nur noch mit Ninja Trader bediene und Ninja Trader (kurz NT) sich einer wachsenden Beliebtheit erfreut, poste ich ab an ein paar Infos und Indikatoren, die vielleicht noch nicht jeder hat. Zwei Indikatoren, die für mich zur Basisaustattung gehören, aber nicht in der Basisversion enthalten sind, sind der Supertrend-Indikator und der automatische Trendlinien-Zeichner: Zum Trendlinien-Indikator muss ich nicht viel erklären und zeigen, die Grafik spricht für sich. Man fügt ihn schlicht so oft mit unterschiedlichen Periodenzeiträumen hinzu, wie man Linien im Chart ertragen kann. Er zeigt am heutigen Abend im EUR/USD sehr schön eine Dreiecksformation an. Der Supertrend-Indikator zeigt die Stop- bzw. Umkehrzonen und dabei kann man optional auch Pfeile für die Trendwende anzeigen lassen. Der Supertrend-Indikator bietet zudem noch die Möglichkeit, die Balken in Trendrichtung einzufärben, dass sieht dann folgendermaßen aus: Es ist äusserst praktisch, wenn die Software das Zeichnen der Trendlinien übernimmt, wobei es hier wie bei jeder anderen Software so ist, dass eine eigene Überprüfung oder Anpassung häufig sinnvoll oder sogar nötig ist - aber als grobe Unterstützung ist das grundsätzlich ausreichend. Das gleiche gilt natürlich für das Einfärben von Balken zur Trenderkennung; ohne weitere Filter sind die Informationen nur bedingt brauchbar. Beide Indikatoren sind übrigens kostenlos. LG Aurelius

Nachkauf-Strategie

Viele kennen sicherlich die Situation genau am Tief/ Hoch eingestiegen zu sein und müssen zusehen, wie kurz darauf der Kurs dreht und ins vorher anvisierte Ziel läuft. Scalper kennen, auf Grund ihrer hohen Handelsfrequenz, besonders die Tücken, die an markanten Punkten entstehen, wissen aber auch, dass Durchbrüche manchmal, inbesondere zu volatilen und volumenstarken Zeiten, erhebliches Potential bieten können. Eine mit Vorsicht zu geniessende Lösung stellt das systematische Nachkaufen einer Position (im Verlust) dar. Anfängern ist diese Methodik nicht nahezulegen, da etwas mehr Erfahrung benötigt wird - ich halte es dennoch für sinnvoll die Methodik vorzustellen, weil dieses Beispiel zeigt, dass nicht jede plakative Börsenweisheit als ungeschriebenes Gesetz akzeptiert werden muss - in diesem Zusammenhang z.B.: "Niemals verbilligen, niemals im Verlust nachkaufen". Diese Art Strategien findet man im Verhältnis ziemlich selten, was vermutlich daran liegt, dass nur wenige sie benutzen oder darüber sprechen (B. Schäfermeier hat, wenn ich mich recht erinnere, mal den Nachkauf von halben Position zu fest definierten Marken vorgestellt). Was benötigt man? Eine gute Vorstellung in welcher Phase sich der Markt befindet. Starke übergerordnete Trends sind zu bevorzugen. Grundkenntnis über Widerstände und Unterstützungen - speziell Fibonacci, aber auch z.B. Pivot, Vortageshoch, etc. Einen Trend-Indikator, mit dem man vertraut ist und dessen Durch- bzw. Ausbrüche/ Überschneidungen mit dem Kurs signifikante Relevanz haben. Welche Kompressionen sind zu empfehlen? Ich persönlich verwende Charts von 5 Minuten bis zum Stundenchart; kleinere Einheiten würde ich wegen der sinkenden Relevanz der Fibonacci-Level nicht empfehlen. Wann sollte ich diese Methodik anwenden? Ich muss mit dem Timeframe, in dem ich handle und dem Kurs vertaut sein (z.B. durchschnittlicher Bewegungsspielraum/ ranges sollten bekannt sein) NUR, wenn eine Position gegen mich läuft, aber das grundsätzliche Setup für diesen Trade noch gültig ist. Den meisten sind "Fibonacci Retracements" sicherlich bekannt, wer sie nicht kennt, sollte an dieser Stelle "googlen" und sich das Basiswissen aneignen. Ich verwende hier lediglich die Eigenschaft, dass ich diversen Zonen (level) höhere Umkehrwahrscheinlichkeiten für den Kurs zuordne. Der Einstieg sollte den eigenen Regeln folgen und sollte natürlich sinnvoll gewählt sein. Als Beispiel verwende ich hier die Kreuzungen von Durchschnitten mit dem Kurs (mittleres Bollinger-Band) und Ausbrüche aus dem Bollinger-Band, die einige Trader als Signal nutzen (Bollinger-Breakout). Ich persönlich verwende häufiger den Super-Trend-Indikator; als Beispiel soll aber der hier gezeigte Trade von heute mit Bollinger-Bändern genügen. Vorarbeiten und Einstiegsregeln: Festlegung des maximalen Risikos und der resultierenden Kontraktgröße. Ich kaufe maximal zwei mal nach und erhöhe dabei mindestens einmal die Position, d.h. ich muss mir eine Positions-Konstellation konstruieren, die einerseits zum Risiko und andereseits zum Kurs (typische Eigenarten, Volatilität und Volumen) passt. Dies ist der schwierigste Teil und erfordert viel Übung. Ich wähle an dieser Stelle einen einfachen Martingale-Ansatz und verdopple jeweils. Wenn ich mit 10 Kontrakten handle, muss ich auf der Grundlage meinen maximalen akzeptablen Verlust berechnen und kann dann meine Nachkaufregeln zusammenstellen (die Berechnung kann nach Chart oder Geld erfolgen). In diesem Beispiel bedeutet dies 1,2,4 (Einstieg, 1. Nachkauf, 2. Nachkauf); denn würde ich mit zwei Kontrakten starten, hätte ich beim dritten Trade bereits die maximale Kontraktanzahl überschritten. Ich riskiere also den Verlust von sieben Kontrakten. Wenn man sich ein wenig mit Fibonacci beschäftigt, kann man mit Übung diese Beträge schnell überschlagen. Der Martingale-Ansatz dient nur als Beipiel und ist nicht wirklich zu empfehlen, da die Verluste bei schlechter Ausführung sehr groß werden können. Wahl des richtigen Zeitpunktes Ich nehme nur Einstiege wahr, die mir durch weitere Filter die Richtung bestätigen. Niemals potentielle Umkehrpunkte, d.h. ich achte auf Pivots, Vortagesextrema, Close, Open, runde Zahlen, etc. Einfach ausgedrückt, nutze ich diese Strategie nur bei den allerbesten Setups. Trade wird ausgelöst, Trade-Handling Mein Einstiegssignal war das Durchbrechen des mittleren Bollinger-Bandes, nach starken Abfallen des Bandes und Wendung/ Konsollidierung des 200er EMAs. Ich zeichne die Fibonaccis ein: vom letzten markanten Punkt des Indikators (nicht des Kurses) zum Einstiegspunkt. Der genannte markante Punkt wird aus dem Kursverlauf abgeleitet und ist (im Beispiel zu sehen) die Indikator-Position des letzen Swing-Hochs. Das Tradingziel (siehe Abb. oben) und der Stop werden festgelegt, wobei das Tradingziel wegen evtl. schnell drohender Umkehr Priorität hat. Primäres Ziel ist die -38,2%-Marke. Wenn man mit mehreren Positionen arbeitet sollte man einen Teil bei -23,6% realisieren, dies gilt auch, wenn die Bewegung nur sehr langsam zur Zielzone oder gar mit Rücksetzern erfolgt. Hier kann man viele Strategien zu Gewinnmitnahme implemtieren, so ist es auch möglich eine Restposition nach der -38,2-Marke zu trailern, etc. In diesem Beispiel haben wir nur eine Position und wählen das Ziel wie oben angegeben. Ich setze den Stop auf das festgesetze Risiko für diesen Trade knapp über den Fibonacci-Level 61,8% und lege die Nachkauforder auf den Fibonacci-Levels 38,2% und kurz unter 61,8% in den Markt. Manchmal kann es auch sinvoll sein den Stop höher zu setzen (siehe Beispiel unten), was allerdings durch den letzten Nachkauf zu erheblichen Verlusten führen kann und nur unter gewissen Bedingungen praktiziert werden sollte (dazu im nächsten Beispiel) - mein Hauptstop ist ansonsten immer diese 61,8%-Marke: Ein Zurücklaufen über diese Marke läßt das Trade-Setup ungültig werden. In diesem Beispiel können wir die Stops leider nicht mehr sehen, da der Gewinn sehr schnell ausgelöst wurde. Ich habe danach noch einen Trade im 15min Chart durchgeführt, bei dem man das Procedere ein wenig anschaulicher verdeutlichen kann. In diesem Beispiel wähle ich als Einstieg eine Shortposition in einem aktiven Abwärtstrend, beim erneuten Ausbruch aus dem unteren Bollinger-Band. Die folgende Abbildung zeigt im grau hinterlegten Bereich die bereits ausgeführte Order, den ersten Nachkauf und die zweite aktive, aber noch nicht ausgelöste Nachkauforder. Die nächste Abbildung zeigt die den weiteren Verlauf: ... die bereits ausgeführte 2. Nachkauforder, den Stop und die Gewinnmitnahme. Der Stop liegt in diesem Fall nicht auf dem 61,8%-Level, sondern über dem Bollinger-Band: Es wichtig zu wissen, dass dies eine, von den oben angesprochenen, Ausnahmesituationen ist! Normalerweise liegt der Stop immer auf dem 61,8%-Level! Die Erklärung für diese Ausnahme gründet auf der Tatsache, dass als Signalgeber ein Bandindikator benutzt wurde (Bollinger-Band), der auf Grund seiner Beschaffenheit eine gute Stop-Möglichkeit, nämlich das gegenüberliegende Band bietet ... und da ich nur 7 von meinen möglichen 10 Positionen im Einsatz habe, darf ich bzgl. des Risikos den Stop derart setzten. Abschließend ist nochmals zu betonen, dass die Positionsgrößen-Strategie und die Auflösung des Trades besonders an die eigenen Bedürfnisse und Strategien anzupasssen sind. Im letzten Beispiel hätte man die Position sicherlich noch weiter laufen lassen können oder zumindest trailern - ich tendiere allerdings persönlich dazu, einen Trade, der sehr stark zurückläuft, schnell aufzulösen und hätte ihn beinahe auch noch früher geschlossen, da sich derzeit auch im übergeordneten Chart (ohne Abbildung) die Situation änderte. Ich persönlich wähle im Regelfall die Positionsgrößen-Strategie 1,1,2. Nur im Forex-Markt, in dem Fibonaccis eine auffällige Relevanz haben, erhöhe ich manchmal die letzte Positionsgröße auf 4. LG Aurelius

Handelsstrategien

Viele Trader finden im Laufe der Zeit eine eigene Methodik für die Märkte, die auf ihre persönlichen Vorlieben abgestimmt ist. Mir persönlich hat es immer geholfen neue Ansätze zu lesen, darüber nachzudenken, sie zu testen und mit meinen zu kombinieren. Nicht selten habe ich allerdings feststellen müssen, dass manche Handelsstrategien eine arg begrenzte Lebensdauer haben oder schlicht dem sich ständigen Marktumfeld angepasst werden müssen. Um in der Lage zu sein, Systeme zu modifizieren, ist es nicht ausreichend, nur die Eigenheiten des jeweiligen Marktes zu kennen, sondern man sollte auch viele unterschiedliche Ideen im Laufe der Jahre kennengelernt haben, von daher werde ich hiermit eine Serie beginnen,  unterschiedliche Systeme vorzustellen ohne dabei jedesmal auf Backtests oder sonstige Statistiken einzugehen - das sei dem Leser überlassen. Ich betone an dieser Stelle bewußt, dass nicht alle meine "Erfindungen" sind, so kann es häufig vorkommen, das man Teile oder ganze Systeme vielleicht schon mal  gesehen hat. Ich stelle hier lediglich Ansätze vor, die ich kenne und vielleicht auch schon modifiziert genutzt habe und werde, sofern mir Links bekannt sind, zu Systemen auf anderen Blogs verweisen. Falls jemand sich die Mühe gemacht hat Ähnliches bereits zusammenzufassen, postet einfach die Webadresse oder falls ein bestimmtes System (von Euch oder anderen) vorstellungswürdig ist, lasst es mich wissen. An dieser Stelle sollte ausserdem erwähnt werden, dass nicht alle Ansätze den typischen "Börsenweisheiten" gerecht werden :). Notwendige und hinreichende Voraussetzungen vor Anwendung der Systeme sollten sein, dass man möglichst immer: ... eine Marktmeinung hat (fallend, steigend, seitwärs), ... weiss, was man macht und nicht dem System die Schuld am Handeln gibt, ... MM und RM beachtet, ... ausgiebg testet. Alle Strategien werden dann im Bereich Team-Strategien gelistet und von dort aus verlinkt. LG Aurelius

Highslide for Wordpress Plugin