Für die Dax-Titel-Trader unter euch

Für die Dax-Titel-Trader unter euch

Die Umfrage vor ein paar Wochen hat ergeben, dass einige von euch bevorzugt die Dax-Titel handeln. Auch unser Positionstradingteam um Marvin,Aurelius und Gerrnzfg haben diese Märke auf der Watchlist. Ich habe auf www.finanzen.net eine interessante Übersicht über die aktuelle Korrelation der Dax-Titel gefunden.

Was sagt die Tabelle aus?

Die Tabelle gibt immer die Korrelation, besser gesagt den Korrelationskoeffizienten zwischen 2 Dax Werten an. Berechnet wird er mit Daten der letzten 30 Tage und täglich neu angepasst.

Unter Korrelation versteht man ganz allgemein den linearen Zusammenhang mehrerer Variablen. Der hier abgebildete Korrelationskoeffizient ( normiert zwischen -1 und +1 ) gibt uns an wie stark der Zusammenhang zwischen den beiden Aktien ist ( bzw. in den letzten 30 Tagen war).

Werte nahe 1 bedeuten, dass die Kursverläufe der Werte nahezu gleich verliefen, Werte um die 0 , dass kein Zusammenhang erkennbar war und ein Korrelationkoeffizient nahe -1 beruht auf einem negativ-linearen Zusammenhang sprich gegenläufigen Kursentwicklungen.
Es sind zwar Berechnungen aufgrund historischer Daten, dennoch geben sie einen Anhalt dafür wie der Zusammenhang in Zukunft aussehen könnte.

Risikomanagment unter Berücksichtigung der Korrelation

Frei nach Markowitz sollten die einzelnen Werte eines Portfolios möglichst geringe Korrelation zueinander aufweisen um das Gesamtrisiko zu minimieren. Das ganze dürfte jedem von uns auch als Diversifikation bekannt sein.

Wenn man die Tabelle nur mal kurz überfliegt fällt auf, dass wir zwischen den Aktien fast ausschließlich positive Korrelationen vorliegen. Ausnahmen gab es letztes Jahr zwar öfters zwischen “normalen” Aktien und der VW-Aktie, aber generell haben wir ein grünes Bild vor Augen. Aktienmärkte neigen eben dazu, sich nach dem Index zu richten. Jeder hat das sicher schon mal erlebt, dass ein potientieller Long/Short-Kandidat sich von der aktuellen Indexrichtung mitreissen liess und wir mit unserer Einschätzung ordentlich daneben lagen.

Wie kann ich als Trader diese Tabelle nun trotzdem nutzen um mein Risikomanagment zu verbessern?

Mal angenommen, man hat mehrere Kandidaten auf der Watchlist und steht kurz davor bei diesen Positionen zu eröffnen. Alternativ hat man schon offene Positionen und eine neue Position soll eröffnet werden.
Ich schaue mir die Korrelation dieser Werte an und passe dementsprechend meine Positionsgröße an.

Szenario 1:Die Aktien haben einen Korrelationskoeffiezient nahe 1.

Das impliziert, dass sich die Aktien mit erhöhter Warscheinlichkeit auch in der Zukunft ähnlich entwickeln werden. Wenn man bereit ist für einen Einzeltrade 5% des Kapitals zu riskieren und in beiden Werten long/short gehen möchte, dann teilt man diese 5% Risiko auf beide Werte auf und verkleinert die ursprünglich angedachte Positionsgröße.

Szenario 2: Korrelationskoeffizient nahe 0

Hier lag in der jüngsten Vergangenheit keine gleichlaufende Kursentwicklung vor. Unter dem Aspekt der Korrelation spricht nichts dagegen beide Werte in die gleiche Richtung zu handeln.

Szenario 3: Korrelationskoeffizient nahe -1 (eher selten)

Diese Werte haben sich in der Vergangenheit gegenläufig entwickelt. Ist der Eine gestiegen, fiel der Andere und andersherum.
Handel ich nun beide Werte in die selbe Richtung, erfüllt theoretisch eine Aktie meine Erwartung und die andere nicht. Unter dem Aspekt der Risikominimierung erhöht sich mein Risiko nicht wenn man in beide Werte investiert.

Diese 3 Szenarien waren jetzt unter der Annahme, dass man in die beiden Werte in die gleiche Richtung einsteigen will. Bei zwei Aktien, von denen man Eine Kaufen und die Andere verkaufen möchte, sind die Korrelationskoeffizienten der Szenarien 1 und 2 unbedenklich, wogegen das Dritte das Risiko erhöht.

Die Betrachtung der Korrelation ist natürlich nur theoretisch und nicht der heilige Gral. Auch muss es ja nicht immer schief gehen und beide Werte können genausogut Gewinner sein. Dennoch sollte man als Trader viel über Warscheinlichkeiten nachdenken und versuchen diese auf seine Seite zu bringen. Diese Matrix gibt einen Anhaltspunkt wie sich die Aktien in Zukunft zueinander entwickeln könnten und sollte daher nicht ausser Acht gelassen werden.
Ich beschneide zwar potentielle “Doppelgewinner”, aber viel wichtiger sollte es sein, das Risiko im Auge zu behalten. Meine Entscheidungen im Risikomanagment sollten vom Worst-Case geprägt sein und nicht andersherum.

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