Als Neuling beschäftigt einen die Frage über kurz oder lang. Ist es nun möglich das Traden an sich von Null zu lernen?
Einige vertreten standhaft die Ansicht, dass man dafür bestimmte Gene besitzen müsse, also dass es angeboren sei.
Hier sollte wohl der Name “Richard Dennis” fallen. Er hat sich in den 80ern genau dieser Frage gestellt und ein Experiment mit völlig unbescholtenen Anfängern durchgeführt. Zu empfehlen sei hier das Buch “The Complete Turtle Trader” von Michael Covel.
Nun, dies liegt ja schon gute 25 Jahre zurück. Das Experiment wurde so ähnlich von “Lex Van Dam” wiederholt. Die Reportage “Million Dollar Traders: Make Me A Trader” auf BBC begleitet acht Trader zwei Monate lang. (Hier erst einmal ein Dank an jjoey, der den Link in einem Kommentar gepostet hat).
Der Mythos Schildgröte bleibt, jetzt sind wir an der Reihe. Kann man das Traden wirklich erlernen oder muss es angeboren sein. Lasst es mich wissen.
Ich werde nach einer gewissen Weile auch meine persönliche Einschätzung als Kommentar preisgeben.
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23. Februar 2009 um 13:14
Hallo,
@icke
Das möchte ich so nicht stehen lassen:
Im Gegenteil:
Wieso glaubt eigentlich jeder mit 2.000 Euro der “Trading Gott” zu werden?
Wenn man seriös Geld verdienen will, Trading also als Geschäft, als Unternehmen betrachtet, ist Startkapital und ein aufrichtiger Businessplan unabdingbar.
Geht doch mal zum Arbeitsamt oder IHK und sagt: ich kann was, ich mach mich selbstständig!
Die erste Frage wird lauten: Businessplan, Liquiditätsplanung, Wettbewerbsbeobachtung, SWOT Analyse.
Ich denke es geht auch nicht um 100.000 Euro übrig, sondern das Geld was ich bereit bin in mein neues Unternehmen zu investieren. ( Beachte INVESTIEREN, dass impliziert auch eine Gewinnerwartung )
Und selbst wenn ich das Geld nicht übrig habe, aber einen Geschäftsplan der eine Finanzierung erfordert ist Selbstständiges Trading möglich und rentabel. Die Frage ist nur , in wie weit ich die Finanzierung in die Gewinnerwartung mit einrechne.
Sicher habe ich Respekt vor Menschen, die aus wenig viel machen. Aber: Immer wenn ich dann Nachfrage, ergibt sich das gleiche Bild: Viel zu hohes Einzelpositionsrisiko, Wenig an die definierten Regeln gehalten. Extreme Drawdowns.
Das hat nichts mit einem Unternehmen führen zu tun. Das ist Achterbahnfahren.
Und Spass haben kann man auch billiger
Deshalb möchte ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen:
Trading, heisst ein Unternehmen führen ( Nur eben eines mit Finanzen als Handelselement )
Nur, wenn man das verinnerlicht hat, wird man auf Dauer profitabel sein.
Eines bleibt aber noch zu sagen:
Nicht jeder eignet sich zum (selbstständigen) Unternehmer. Und somit eignet sich auch nicht jeder fürs Trading.
gruss
Carsten
23. Februar 2009 um 13:31
@Icke
Ich muss mich etwas korrigieren bzw. besser formulieren:
Ja, Trading ist von jedem erlernbar, der die oben genannten Punkte umsetzt (Beispiel: die erfolgreichen Turtles).
An Icke: Ja, nicht jeder kann die oben genannten Punkte umsetzen, wie eben auch nicht jeder als selbständiger Unternehmer arbeiten kann (richtig, Carsten). Beispiel: die nicht erfolgreichen Turtles.
Irgendwie habe ich den Eindruck es ist wieder unentschieden, oder???
LG
juliettpapa
23. Februar 2009 um 14:35
Ich glaube es war nie anders als unentschieden!
GRUNDSÄTZLICH kann es jeder lernen, aber nicht jeder lernt es.
Ich finde das Beispiel mit der Selbsständigkeit sehr passend; denn dafür ist einfach nicht jeder gemacht. Es kann immer nur derjenige Trader werden der dafür in gewisser Hinsicht konstituiert ist.
Ich glaube die wichtigste Aussage ist die von ChaCoa:
… und dazu “guter Trader” definiert auf das Trading, den eigentliche Geschäftsbetrieb und damit auch dem Erhalt des Betriebes und weniger auf die reine überproportionale Geldvermehrung. Also damit trennen sich hier maximal die “Berufstrader” von den “Freizeit-Tradern”, was aber nichts über deren wahre Fähigkeiten aussagt.
Das wirklich praktische beim Trading ist doch, dass Dir niemand sagen muss, ob Du gut oder schlecht bist, ob Du es kannst oder nicht – das findet jeder für sich in der Regel ziemlich schnell selbst heraus
LG Aurelius
23. Februar 2009 um 20:31
“Wer hat denn im Übrigen 100.000 übrig. So ein Quatsch.”
“Wieso glaubt eigentlich jeder mit 2.000 Euro der “Trading Gott” zu werden?”
Also ich finde, das ist der falsche Ansatz. Nicht der Kapitaleinsatz ist entscheidend (oder sagen wir mal die Priorität) sondern “ein aufrichtiger Businessplan”. Geht es “rauf und runter” oder habe ich ein kontinuierliche Wertsteigerung.
Als darf man nicht glaube, man hat 2000€ Kapital und ist der “Trading Gott”, sondern man hat z.B. mit CFD-Trading jeden Monat 20% plus seit 5 Jahren, dann ist man ein “Trading Gott” (gefällt mir irgendwie, “Trading Gott”
).
Weiterhin bin ich auch der Meinung, das nicht der €-Gewinn ausschlaggebend ist, sondern der %-Gewinn (oder halt der Verlust). Wenn man kontinuierlich 20% von 2000€ “verdient” ist das genauso gut wie 20% von 100.000€, was die Qualität angeht (“Ich denke es geht auch nicht um 100.000 Euro übrig, sondern das Geld was ich bereit bin in mein neues Unternehmen zu investieren. ( Beachte INVESTIEREN, dass impliziert auch eine Gewinnerwartung ).”
“Eigentlich wollen wir ja alle, das das Traden bessere Chancen bringt, als Rot oder Schwarz beim Roulette. Tja.”
Wenn ich das richtig verstehe, und man Trading mit Roulette gleichsetzt, dass sollte man natürlich nicht einen Euro am Markt einsetzen!!
Gruss
GeDi
23. Februar 2009 um 20:43
@All
Und ich möchte auch nochmal betonen, dass ich nicht geschrieben habe man benötigt 100000 EUR. Ich habe nur geschrieben, dass ein McD Franchise dafür nicht zu haben ist. Ich habe nur geschrieben, dass 2000 EUR nicht ausreichen. Und das tun sie definitv nicht…. weil selbst beim preiswertesten CFD-Broker ca. etwa 20 EUR pro Trade anfallen. Riskiert man 1R (gleich 1% gleich 20 EUR) dann riskiere ich pro Trade 2R (1R Risiko zzgl. 1R Kosten).
Das macht für mich keinen Sinn…… Das meinte ich zum Thema Kapital.
LG
JP
24. Februar 2009 um 13:05
@juliettpapa
Also ich zahl 2€(Pkt)pro Trade bei einem DAX-CFD (Mini). Und da ich ein sehr vorsichtiger Trader bin, zahl ich nochmal für einen garantierten SL 3€(Pkt) drauf.
Also an der Höhe des Kapitals liegt es nicht, warum nicht mit dem Traden anfangen kann, sondern (wie hier schon oft erwähnt wurde) am Businessplan. Deswegen sollte man auch nie sagen “Och, sind doch nur 2000€”. Es kann unter umständen extrem lang dauern, bis man mit 2000€ z.B. seine Altersvorsorge zusammen hat. Aber es geht!
Mein öffentliches Projekt handelt nur mit Aktien und mit einem Startkapital von 5000€. Und auch damit kann man eine nette Altersvorsorge hinbekommen. Nicht Millionär werden und in Saus und Braus leben. Aber die Abhängigkeit des Staates entgehen.
Und der neue Einkauf der DAX-Aktien wird immer billiger (doch in Saus und Braus
??? )
Gruss GeDi
25. Februar 2009 um 13:04
@GeDi
Mach 5 Pkt. beim Dax-Index-CFD. OK. Indizes sind ja meist recht billig.
Was zahlst Du denn für Aktien-CFDs ???
Wo handelst Du? Hört sich nach IG an?
LG
JP
25. Februar 2009 um 13:30
Ja, richtig, ist IG. Ausschlaggebend war der garantierte SL, da ich die DAX-Position je nach Trend lange halte.
“Was zahlst Du denn für Aktien-CFDs ???”
handel. Da nehme ich einen anderen Broker.
Das weiss ich nicht, da ich die DAX-Aktien nur … tja, wie nennt man das denn nun jetzt?… real, live, pur
Gruss
GeDi
25. Februar 2009 um 23:09
Ich glaube ohne Hebel nennt man das
26. Februar 2009 um 19:02
Nun ja, man könnte auch CFDs so handeln, das man keinen Hebel auf dem Gesamtkapital hat. Um zum Beispiel weniger Kapital zu binden oder mehrere Positionen aufzubauen.
Irgendwie war das 2000 noch alles einfacher
.
Gruss
GeDi
2. März 2009 um 22:29
Ich bin sichtlich beeindruckt. Es wurde wahrscheinlich alles wichtige und ausschlaggebende gesagt. Wiederholen möchte ich mich nicht, aber dennoch kurz zusammenfassen:
Ja, man kann. So schlicht und simpel die Antwort auch ist, desto tiefsinniger kann die Begründung sein. Mir persönlich hätte auch der Vergleich mit dem Hochleistungssport gefallen. Da dieser schon genannt ist möchte ich noch ein plastisches Beispiel geben (welches in dieser Form auch schon genannt wurde).
Ein ebenso nützlicher Vergleich wäre, ob denn jeder Manager werden könne. Bei der jetzigen Situation würde mir wohl jeder zustimmen, dass ganz offensichtlich jeder dazu in der Lage wäre.
Genau hier nähern wir uns aber dem Kernpunkt.
Stellen wir uns eine Grundschule vor. Matheunterricht. Es wird eine Arbeit geschrieben. Manche büffeln viel und bekommen eine gute Note, andere hingegen bekommen eine gute Note geschenkt – Lernaufwand geht gegen Null. Dann gibt es noch welche die lernen und sind trotzdem schlecht und noch jene, die eben nichts tun und deswegen schlecht sind.
Hat nun jeder in irgendeiner Form Mathe gelernt? – Ja sicherlich. Hat jeder bestanden? – Nicht unbedingt.
Erst wenn ein Schüler nicht am Unterricht teilnimmt und auch sonst sich keinen Zugang zur Mathematik verschafft, dann hat er nichts gelernt. Er wäre aber durchaus in der Lage gewesen. Er hat eben die Fähigkeit zu lernen. Solange man diese besitzt, gilt folgendes:
Jeder kann das Traden erlernen. Der Mensch ist zum Lernen bestimmt.
Zwängt sich die Frage auf: Kann auch ich das Traden erlernen? – Vielleicht.
Vielleicht? Davor hieß es noch jeder könne es. Nun das ist richtig. Nun kommt noch das Subjektive ins Spiel.
Bist du in der Lage Blut zu sehen? Dann hättest du wohl gute Chancen mal in einen Krankenhaus zu arbeiten und Arzt zu werden.
Dieser Artikel war nur ein Anfang … Fortsetzung folgt …
Nebenbei: Man hört nie auf zu lernen, selbst Legenden lernen immer noch dazu:
http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,610610,00.html
24. Januar 2010 um 09:14
[...] ersten Artikel gingen wir auf die Frage ein, ob das Traden erlernbar wäre. – Ja, es kommt aber auf die [...]