Watchlist (Wochencharts/Positionstrading) – Woche: 16.-20.2.09

Watchlist (Wochencharts/Positionstrading) – Woche: 16.-20.2.09

Watchlist/Kandidaten

Hallo Trader!

Es gibt Neuerungen, die ab sofort in den Watchlisten enthalten sind. Sie werden unter “Legende” unten beschrieben.

Das Team besteht z.Z. aus:

- Aurelius (Kürzel: AU; Fokus: Währungen, Indizes; DAX-Aktien)
- Gerrnzfg (Kürzel: GE; Fokus: Währungen, Commodities)
- Marvin (Kürzel: MA; Fokus: Aktien + Rest… ;-) )

Es gibt einen primären Ansprechpartner für die Trades und die Watchlist (v.a. Erstellung, Verwaltung, etc.), den Moderator. Dieser Moderator wird später auf dem Konto u.a. die gemeimsam abgestimmten Trades durchführen. Wenn Ihr Fragen zu bestimmten Titeln/Setups habt, dann könnt Ihr Euch natürlich direkt an das Teammitglied wenden.
Aktueller Moderator ist Marvin (MA). Der Moderator wechselt mit der Zeit zwischen den Teammitgliedern.

Die Watchlisten enthalten nun die Unterscheidung “Woche” und “Tag”: “Woche” sind auf der Zeitebene Wochenchart, “Tag” auf dem Tageschart. Es kann durchaus vorkommen (besonders reizvoll), dass ein Trade auf dem Tageschart in anderer Richtung als der Trade auf dem Wochenchart durchgeführt wird.

Die jeweiligen Favoriten der Trade-Kanidaten sind in den Tabellen nun mit dem Kürzel des Teammitglieds (s.o.) markiert. Aus den Favoriten werden dann im Team 1-2 Titel abgestimmt, die genauer besprochen und (auf dem Konto) getradet werden. Es wird versucht, ein Long- und ein Short-Trade vorzustellen, wenn dies möglich ist.

Sollte das Team dann eingespielt sein, ist geplant, die aktuellen Watchlisten spätestens Sonntag Abend online zu stellen, so dass man sie vor Börseneröffnung am Montag in Ruhe durchsehen kann.

Zeitraum: Woche 16.-20.2.09
Datum der Analysen: 15/16.2.2009
Analysen von: Aurelius (AU), Gerrnzfg (GE), Marvin (MA, aktuell Moderator)
Handelsstrategie Marvin: s. unter Trading > Strategien ( hier )
Trades: s. unter Trading > User-Trades ( hier )
Übersicht aller Trades und Watchlist: s. unter Team-Trading > Team-Strategien ( hier )

Legende

Aktuell
Aktuell : Für “aktuelle” Positionen kann man Trigger setzen, hier erwarten wir unmittelbaren Handlungsbedarf, z.B. einen Tradeeinstieg. Alle anderen nicht genannten Titel einer Gruppe (z.B. Aktien des DAX) sind (noch) nicht interessant und werden weiter beobachtet.

WL (“Watchlist”):
WL = Watchlist -> Kandidat
T = Trigger im System (Order), z.B. für das spätere Trading im Depotkonto.

Woche vs. Tag:
Woche = Setups auf der Zeitebene Wochenchart
Tag = Setups auf der Zeitebene Tageschart.
Anm.: Es kann durchaus vorkommen (besonders reizvoll), dass ein Trade auf dem Tageschart in anderer Richtung als der Trade auf dem Wochenchart durchgeführt wird.

L/S:
L = Long-Kandidat, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (s. Entry-Grund)
S = Short-Kandidat, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (s. Entry-Grund)

spek. (“spekulativ”):
Besonders spekulative Trades nach Ansicht des Teammitglieds: meist antizyklisch, d.h. gegen den primären Trend; erhöhtes Risiko, daher speziell markiert.

Titel + Symbol:
Die Kandidaten.

Chart:
Hier werden die Chartbilder hinterlegt. Sie sind anklickbar und erklären (hoffentlich) die Setups.

Update:
Manche Setups (v.a. die auf Tagescharts) können sich ändern oder im Laufe der Woche neu ergeben. Dann würde man in dieser Spalte einen Zeit-/Datumsstempel finden, der die Änderung des Trade-Setups seit der Erstveröffentlichung des Artikels anzeigt.

Favorit:
Die jeweiligen Favoriten der Trade-Kanidaten sind in den Tabellen nun mit dem Kürzel des Teammitglieds (s.o.) markiert. Aus den Favoriten werden dann im Team 1-2 Titel abgestimmt, die genauer besprochen und (auf dem Konto) getradet werden. Es wird versucht, ein Long- und ein Short-Trade vorzustellen, wenn dies möglich ist.

Entry-Grund:
Der Einstiegsgrund für den Trade, versehen mit dem Kürzel des Teammitglieds. Sollten Kommentare verschiedener Teammitglieder angegeben sein, werden diese jeweils mit ihrem Kürzel versehen.

Watchlist

Kommentierung

Steht alles oben bzw. in den WL-Tabellen!

Viel Erfolg.

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Über den Autor

Kommentare (13):

  1. Immer wieder interessant, wie unterschiedlich manche Situationen interpretiert werden können. Bei Südzucker z.B. finde ich die Situation auch klar long – nur leider ist der Index-Trend negativ. Wäre kurzfristig aber einen Versuch wert – mit kleinem Einsatz.
    Bei Fuchs Petrolub ziehst Du eine sehr langfristige (2 Jahre)SKS-Formation heran, um auf short zu gehen ,wenn ich das richtig verstanden habe. Kurzfristig sehe ich hier eher ein long, weil es seit November keine neuen Tiefs mehr gegeben hat und der eingezeichnete Abwärtstrend vom August/September letzten Jahres vor kurzem “nach oben” verlassen wurde. Wäre für mich dennoch keine trade-idee, weil die long-Signale sehr schwach und der Index-Trend negativ sind.

  2. @vinvestor
    Danke für den Hinweis.

    Fuchs Petrolub ist ja auch bei uns noch kein Favorit, Favoriten werden immer nur die aus unserer Sicht besten Kandidaten – die anderen verweilen quasi auf der Watchlist.
    Der einzige gemeinsame Kandidat ist derzeit RWE.
    Deine Ansicht lassen wir beim nächsten Scannen auf jeden Fall mal mit in die Berwertung einfliessen.

    LG Aurelius

  3. @vinvestor

    Hi vinvestor!

    Super Deine Kommentare. So eine Diskussion unsere Chart-Vorschläge (!) sind natürlich genau das, was wir mit dem Vorstellen der Trades forcieren wollen. Es soll ja nicht nur präsentiert, sondern diskutiert werden, um daraus zu lernen. Ich hoffe, dass diese Diskusionen sich noch verstärken werden.

    Zu Südzucker:
    “Bei Südzucker z.B. finde ich die Situation auch klar long – nur leider ist der Index-Trend negativ.”

    Südzucker hat in den letzten Wochen überagende relative Stärke gezeigt und das bei dem Marktumfeld. Nach dem starken Anstieg ist natürlich jederzeit mit Gewinnmitnahmen zu rechnen, so dass man mit Neuneinstiegen für Longs vorsichtig sein muss. Ich würde darauf spekulieren, dass SZU einen Rücksetzer an den gebrochenen Abwärtstrendkanal hinlegt, den ich dann kaufen würde. Allerdings muss dieser auch nicht kommen, SZU hat sowohl die 50 als auch den 200 GD “einfach so” genommen, was zeigt, wie stark der Titel aktuell ist. Die SKS (eingezeichnet im Chart ist nur die Nackenlinie in schwarz) hebelt den Wert immer noch.
    Hier kann’s mE nach einer kleinen Konsolidierung jederzeit nach oben gehen. Für mich aktuell einer der stärksten Long-Werte überhaupt.

    Zu “Fuchs Petrolub”:
    Für mich ist das v.a. ein möglicher Rücksetzer an den Widerstand um 35,3. Der steile Abwärtstrend wurde gebrochen, ja. Aber deswegen wird daraus noch lange kein Long-Kandidat. Auch vom Volumen her sieht man, dass es immer weiter zunahm, bis es zur kurzfristigen Wende im Okt/Nov. kam (möglicher temporärer Sell-Off). Beim aktuellen “Herumgezappel” nimmt das Volumen immer weiter ab. Auch ein weiteres Indiz, dass die aktuelle Kurszone lediglich eine Zwischenstation nach unten ist, aber kein großer Aufwärtsdruck zu spüren ist. Man kann aus dem Kursverlauf der letzten Wochen z.B. ein symetrisches Dreieck oder eine Bärenflagge herausdeuten. Beides wären Fortsetzungskonsolidierungsmuster, die zum Haupttrend (nach unten) passen.
    Man muss den Wert aktuell natürlich nicht handeln, sondern kann auf klarere Zeichen warten. Für mich gibt es da wie beschrieben viele bearishe Anzeichen und ganz wenige bullishe. Vielleicht liege ich auch falsch? Auf jeden Fall ist Fuchs unter der Nackenlinie/Widerstand um 35,4 ein Short-Kandidat, erst ab ca. 45,2 (über den beiden GDs; s. grünes Kätschen) käme für mich ein prozyklischer Long in Frage. Sollte die vermeintliche Nackenlinie nach oben gebrochen werden, wäre das allerdings schon ein Warnhinweis für neue Shorts.

    Grüsse
    Marvin

  4. Hi Marvin,
    ich habe deinen Strategieansatz durchgelesen, kriege aber nicht zusammen nach welchen Kriterien du die Kandidaten auswählst. Du schreibst:’….wenn bestimmte Niveaus über- bzw. unterschritten werden.’
    Sind das von dir gewählte Zonen oder Signale die durch Indiaktoren generiert werden?
    Unter ‘Handelsstrategiern: Ein- und Ausstiege’ schreibst du: ‘Als Ein-und Ausstiegsstrategien werde ich verschiedene (noch nicht zu Beginn vollständig definierte) Handelsstrategien verwenden’.
    Aber in der Watchlist definierst du doch die Bedingungen in der Kommentarzeile.
    Mir kommt das so vor, als ob du die Regeln mit deinen diskretionären Entscheidungen willkürlich vermischen tust.
    Da frage ich mich wie du beurteilst, ob deine Strategie einen positiven Erwartungswert hat, bzw. wie du beurteilen kannst, welche Massnahme was bringt. Alles unter der Prämisse, wir handeln mit Wahrscheinlichkeiten.
    Ich nehme mal an, dass du deine Strategie getestet hast mit Daten aus der Vergangenheit, oder, noch besser, du anhand deiner durchgeführten Trades weißt, wie gut die Strategie ist.
    Da ich mit dieser Art von Trading von jeher meine Probleme hatte, kann es gut sein, dass ich den Ansatz nicht verstehe.
    Es wäre nett, wenn du mir mit ein paar konkreten Beispielen unter die Arme greifen könntest.
    Danke im Voraus.

    Gruß,
    Chris

  5. @Chris
    ‘wenn bestimmte Niveaus über- bzw. unterschritten werden’

    Das ist ganz allgemein formuliert, damit sind wichtige Unterstützungs- bzw. Widerstandsbereiche gemeint.

    “Mir kommt das so vor, als ob du die Regeln mit deinen diskretionären Entscheidungen willkürlich vermischen tust.”

    Nene, ich habe nur mehrere… die ich, wie geschrieben, nur nicht alle in dem Strategieartikel beschrieben haben (das muss ich unbedingt noch nachholen). Ich handle eben nicht nur eine (Entry-)Strategie, sondern viele veschiedene. “Vermischt” werden die einzelnen Setups nicht, aber sie wechseln sich natürlich ab, d.h. in dem einen Trade steige ich dann wegen dem Entry-Signal x ein, im anderen wegen Entry-Signal y.
    Hier mal ein paar Entry-Setups, die ich öfters verwende:

    - Ausbruch aus einem Trend, Trendkanal
    - neues High, neues Low, v.a. bei All-Time-Highs, All-Time-Lows
    - Seitwärtsrange: Kauf am Low, Verkauf am High
    - False-Breaks
    - Rebreaks
    - Cluster (Kombination aus verschiedenen einzelnen Indizien)
    - Widerstand/Unterstützungen
    - Pattern/Kursmuster
    - v.a. aber: Pullbacks. Ich handle sehr gerne solche Rücksetzer nach dem eigentlichen Signal. Sie sind mE besonders aussagekräftig, weil das eigentliche Signal sich bereits im Chart gezeigt hat und dieses durch den Pullback bestätigt wird.
    O.g. Entry-Setups hängen teilweise auch zusammen, so sind Kursmuster sehr häufig Trade nach Unterstützung bzw. Widerstand.

    Irgendwann will ich die o.g. Einstiegskriterien einmal in meine Strategiebeschreibung mitaufnehmen, aber momentan ist mir das zu müßig und es fehlt mir auch einfach die Zeit dazu. Es beruhigt Dich vielleicht auch nicht, dass ich die Setups im Chart einfach sehe. ;-) Je eindeutiger sie sind, desto erfolgsversprechender. Das kommt v.a. durch Erfahrung, man bekommt mit der Zeit ein Gefühl dafür, was im Chart geht und was nicht. Das ist leider nicht wirklich präzise, aber mE ist es genau so.

    Auch wenn es leider nicht besonders konkret ist: Ich handle also alles, was ich nach meiner Analyse aus charttechnischen Gründen als sinnvoll erachte. Dabei werden noch verschiedene Filter angewendet (z.B. Haupttrend, Indikatoren, etc.), so dass sich die Kandidaten nochmals reduzieren.

    “Da frage ich mich wie du beurteilst, ob deine Strategie einen positiven Erwartungswert hat, bzw. wie du beurteilen kannst, welche Massnahme was bringt.”

    Dazu habe ich die Trades in meinem TJ und kann sie danach auswerten.

    “Ich nehme mal an, dass du deine Strategie getestet hast mit Daten aus der Vergangenheit, oder, noch besser, du anhand deiner durchgeführten Trades weißt, wie gut die Strategie ist.”

    Aufgrund meiner durchgeführten Trades.
    Nein, ich habe nicht vorher getestet. Meine “Tests” habe ich an der Börse bezahlt… ;-)

    “mit ein paar konkreten Beispielen ”

    Die werden ja jede Woche hier vorgestellt bzw. dann vereinzelt im Detail besprochen (s. Telefonica-Trade). Dazu kannst Du dann ganz konkret konkrete Fragen stellen, auf die ich natürlich eingehen werde. ;-)

    Grüsse
    Marvin

  6. Hi Marvin,
    vielen Dank für die Erläuterungen.
    Gibt es bei deiner Strategie noch eine andere Methode die Tests zu machen?
    :-) Ich bin nämlich ein sehr vorsichtiger Mensch und irgendwie gefällt mir der Gedanke nicht, eine Strategie live zu testen. Oder noch besser, hast du irgendwelche Daten, die du veröffentlichen kannst?
    Ich tue mich einfach schwer damit, die vielen Entries die du benutzt, gepaart mit sehr wahrscheinlich genauso vielen Exits und Stopps, als eine nachvollziehbare Strategie anzusehen. Sortierst du deine Trades nach Einstiegen, Ausstiegen, etc.? Mir fehlt da einfach der Zusammenhang zwischen einer aussagekräftigen Statistik und deiner Handlungsweise.
    Ich hoffe ich nerve nicht zu sehr und wenn du knapp mit Zeit bist, dann machts nichts, wenn du einfach nicht antwortest.

    Gruß Chris

  7. @Chris
    Marvin schreibt: “Irgendwann will ich die o.g. Einstiegskriterien einmal in meine Strategiebeschreibung mitaufnehmen, aber momentan ist mir das zu müßig und es fehlt mir auch einfach die Zeit dazu. Es beruhigt Dich vielleicht auch nicht, dass ich die Setups im Chart einfach sehe. Je eindeutiger sie sind, desto erfolgsversprechender. Das kommt v.a. durch Erfahrung, man bekommt mit der Zeit ein Gefühl dafür, was im Chart geht und was nicht. Das ist leider nicht wirklich präzise, aber mE ist es genau so.”

    Wie Du aus Marvins Antwort unschwer herauslesen kannst, handelt es sich bei seinem Handelsansatz um einen sehr diskretionären Ansatz. Er hat keine Kennziffern die ihm den Entry vorgeben. Erfahrung – das ist hier das Stichwort.

    Daraus resultierend kann Marvin natürlich auch keine Backtests vorlegen (außer den tatsächlich gehandelten Trades).

    Mit dem von ihm entwickelten Tradingjournal kannst Du allerdings recht schnell (sagen wir mal in einem halben Jahr) per Papertrading diverse Handelsansätze ausprobieren und die jeweiligen Auswertungen dazu ansehen.

    Ich weiß das so genau, weil ich es zur Zeit mache. Ich habe auch einen diskretionären Handelsstil und teste neue Ideen per Tradingjournal von Marvin. Geht ganz prima – das einzige was man dazu braucht ist Geduld. Man kann es eben nicht mal schnell per Algorithmus durchtesten (was ich für andere Ansätze allerdings tue, dafür habe ich Tradesignal Standard Edition).

    LG
    juliettpapa

  8. @Juliettpapa
    Danke für die Antwort und die Hinweise.
    Können zu viele diskretionäre Entscheidungen darauf hinweisen, dass man Probleme hat einem Plan zu folgen?
    Ich bin auf der Suche nach der Balance zwischen den beiden. Treffe ich eine diskretionäre Entscheidung und der Trade geht deswegen schief, dann
    heißt das ja noch lange nicht, dass die Entscheidung falsch war. Das kann ich halt erst nach vielen Trades sagen, bei denen ich immer diese diskretionäre Entscheidung treffe. Dann ist es aber eine Entscheidung geworden, die ich im Plan festschreiben kann, oder?
    Müssten in einer Handelsstrategie die diskretionären Entscheidungen nicht eine Ausnahme bleiben, damit man sie überhaupt Strategie nennen kann?
    Egal, ich bin einfach am Wanken, ob ich mich an meinen Plan halten soll, oder ob ich ständig meiner Intuition oder meinen Überzeugungen folgen soll. Ich weiß nicht, ob das so verständlich ist. Ein Beispiel:
    Meine DipBuy Strategie wirft mir momentan jeden Tag 10 bis 15 Einstiegssignale aus (Dow30 plus ein paar ausgewählte Titel). Da wir uns in der Nähe von Mehrjahrestiefs befinden, trade ich nicht stur die Signale, sondern selektiere nach dem Chartbild bzw. modifiziere den Einstieg. Sobald ich nur ein wenig im Plus bin, setze ich den Stopp auf Einstand (ist nicht in der Strategie vorgesehen).
    Habe ich nun nicht die Disziplin meinem Plan zu folgen oder ist es sinnvoll diese diskretionären Entscheidungen zu treffen? Sinnvoll im Kontext eine Strategie zu haben und diese ständig zu durch diskretionäre Entscheidungen zu manipulieren.

    Gruß, Chris

  9. @Chris
    Ich weiß nicht, ob ich der richtige bin um deine Fragen zu beantworten. Es sind ja viele hier, die viel professioneller traden als ich. Aber da ich nun mal angefangen habe, werde ich auch antworten.

    *********************
    „Können zu viele diskretionäre Entscheidungen darauf hinweisen, dass man Probleme hat einem Plan zu folgen?“
    *********************
    Diskretionär heißt ja nicht ‚abweichend vom Handelsstil’ sondern einfach nur, dass man auch! markttechnischen Gegebenheiten folgt (nicht nur stur Indikatoren (mal vereinfacht gesagt)).

    *********************
    „Ich bin auf der Suche nach der Balance zwischen den beiden. Treffe ich eine diskretionäre Entscheidung und der Trade geht deswegen schief, dann
heißt das ja noch lange nicht, dass die Entscheidung falsch war. Das kann ich halt erst nach vielen Trades sagen, bei denen ich immer diese diskretionäre Entscheidung treffe. Dann ist es aber eine Entscheidung geworden, die ich im Plan festschreiben kann, oder? 
Müssten in einer Handelsstrategie die diskretionären Entscheidungen nicht eine Ausnahme bleiben, damit man sie überhaupt Strategie nennen kann?“
    *********************
    Definitiv nein. Ich muss eben nur etwas machen, was keiner gerne macht: ich muss mich selbst extrem genau beobachten. WELCHE Entscheidung treffe ich WANN und WARUM. Das muss ich aufzeichnen, auswerten und meine Schlüsse ziehen. Das ist sehr zeitaufwendig. Aber mit den ‚Jahren’ bekommt man dann ein Gespür für Charts, Marktreaktionen, Psychologie…. wie gesagt: langwierig und langweilig….

    *********************
    „Egal, ich bin einfach am Wanken, ob ich mich an meinen Plan halten soll, oder ob ich ständig meiner Intuition oder meinen Überzeugungen folgen soll. Ich weiß nicht, ob das so verständlich ist. Ein Beispiel:
Meine DipBuy Strategie wirft mir momentan jeden Tag 10 bis 15 Einstiegssignale aus (Dow30 plus ein paar ausgewählte Titel). Da wir uns in der Nähe von Mehrjahrestiefs befinden, trade ich nicht stur die Signale, sondern selektiere nach dem Chartbild bzw. modifiziere den Einstieg.“
    *********************
    Das halte ich für legitim. Dumm wäre es ja, Marktfakten zu ignorieren. Das macht ja es ja aus. Ich meide z. B. zur Zeit Longtrades (ich trade Aktien auf Tagesbasis, sogenannter Positionstrader) …. ich bin ja kein bottom picker….. das sollen andere machen und sich die Finger verbrennen. Ich sage nur Pierre und 23 !!!
    Außerdem ist dieses ‚Mehrjahrestiefs’ beachten ja dann durchaus Bestandteil Deiner Strategie. Schreibe dieses Kriterium als zusätzliches für Deinen Entry auf. In einem Bullenmarkt würdest Du halt auf Mehrjahreshochs aufpassen….

    „Sobald ich nur ein wenig im Plus bin, setze ich den Stopp auf Einstand (ist nicht in der Strategie vorgesehen).

    *********************
    Das ist wohl nicht so das wahre….. Es sei denn, Du kannst für jeden Trade begründen, warum du gerade hier den Stopp nachgezogen hast. Kannst Du das? Wenn nicht, lass ihn da wo er hingehört und teste ihn auf dem Papier. Da kann ich ein Lied von singen, ich war(bin) auch so ein BreakEven – Nachzieher. Allerdings sagt mir mein Journal, dass ich zu ¾ falsch gelegen habe. Die ausgestoppten BEs liefen weiter in die vorherige Richtung. Da arbeite ich zur Zeit dran…. es passiert mir immer wieder, dass ich kalte Füße bekomme und den Stopp auf BE ziehe, ausgestoppt werde und hinterher gehts weiter in die vorherige Richtung

    *********************
    Habe ich nun nicht die Disziplin meinem Plan zu folgen oder ist es sinnvoll diese diskretionären Entscheidungen zu treffen? Sinnvoll im Kontext eine Strategie zu haben und diese ständig zu durch diskretionäre Entscheidungen zu manipulieren.
    *********************
    Diese ‚Bauchentscheidungen’ – das ist durchaus positiv gemeint – erlernt man nur über Jahre/Jahrzehnte. Da bin ich auch noch dabei…… was ICH in den letzten Jahren gelernt habe ist, dass ich jeden meiner Schritte/Entscheidungen überwachen muss und sie hinterher auswerten können muss. Sonst komme ich nicht weiter. Diese Selbsterkenntnis deckt sich auch mit den Aussagen vieler erfolgreicher Trader. Also kann ich so falsch nicht leigen.

    Festzustellen wäre noch, dass das diskretionäre Trading eigentlich die Königsdisziplin ist (sofern erfolgreich). Das ist unter anderem der Grund, warum manche Trader ihr Wissen eben NICHT weitergeben/-verkaufen können. Weil sich ihr Stil nicht in ein mechanisches System pressen lässt. Demzufolge können Sie es auch keinem anderen beibringen. Mechanische Systemen funktionieren immer ‚nur’ eine Zeit lang. Ein richtig guter diskretionärer Trader passt sich recht schnell neuen Marktsituationen an und ist weiterhin erfolgreich…..

    Aber jetzt bin ich mal gespannt, was die ‚Profis’ dazu schreiben.

    LG

    juliettpapa

  10. @Juliettpapa
    Das liest sich schon professionell was du da schreibst. Du bist mindestens 1 Schritt (sehr wahrscheinlich mehrere Schritte) voraus. Aber so soll es ja sein.
    Amateurtrader lernen von angehenden Tradern und die lernen wiederum von den Profis :-)
    In diesem Sinne, ein schönes Wochenende wünscht Chris

  11. Interessante Diskussion hier… ;-)

    @Chris

    “Gibt es bei deiner Strategie noch eine andere Methode die Tests zu machen?”

    Ja, ausprobieren. ;-) Am besten virtuell mit Demokonto.

    “Ich bin nämlich ein sehr vorsichtiger Mensch und irgendwie gefällt mir der Gedanke nicht, eine Strategie live zu testen.”

    “vorsichtig” ist schon mal eine sehr passende Eigenschaft eines Traders. Je mehr Respekt vor dem Risiko und dem Markt, desto besser.
    Wer sagt denn, dass Du die Strategie “live” testen sollst? Natürlich solltest Du nur das selbst traden, von dem Du selbst überzeugt bist. Vorher auf dem Papier oder virtuell, aber nicht mit echtem Geld. Außerdem: Hier steht immer dabei, dass man die Trades bloß nicht einfach nachtraden soll. Man muss sich schon seine eigene Meinung bilden können.

    “Oder noch besser, hast du irgendwelche Daten, die du veröffentlichen kannst?”

    Nur die echten Trades in meinem TJ, aber die werde ich logischerweise nicht öffentlichmachen.

    “Sortierst du deine Trades nach Einstiegen, Ausstiegen, etc.?”

    Ich sortiere sie im TJ nach ihrem chronologischen Auftreten. Aber das meintest Du vermutlich nicht, oder?
    Einfach mal die Charts ansehen, meine typischen Entries habe ich weiter oben im Kommentar ja schon genannt.

    “Mir fehlt da einfach der Zusammenhang zwischen einer aussagekräftigen Statistik und deiner Handlungsweise.”

    Die “aussagekräftige Statistik” ergibt sich mit der Zeit, wenn man die Trades im TJ festhält und danach auswertet.

    “Können zu viele diskretionäre Entscheidungen darauf hinweisen, dass man Probleme hat einem Plan zu folgen?”

    Also ich spreche mal nur für mich: Nö. ;-) Es gibt einen Unterschied zwischen “keinen Plan haben” und “verschiedene Einstiegsgründe nutzen”. Ich begrenze mich halt nicht in den Einstiegssetups und verwende verschiedene, so dass ich sehr flexibel auf die Chart-Konstellationen reagieren kann. Ich sehe einfach viele “Gelegenheiten”, an denen jeder Interessierte nun teilhaben kann. ;-)
    Andere Trader machen es anders und handeln immer das gleiche Setup, kann man natürlich auch machen. Ist weder besser noch schlechter. Man muss einen Tradingstil finden, der zu einem passt, d.h. mit dem man gut zurechtkommt.

    “Treffe ich eine diskretionäre Entscheidung und der Trade geht deswegen schief, dann
    heißt das ja noch lange nicht, dass die Entscheidung falsch war. ”

    Genau. Ich habe einige Trades, mit denen ich sehr zufrieden bin, auch wenn sie (finanziell) nicht funktioniert haben (das ist einfach Teil des Spiels). Die Frage ist, ob man sich bei einem Trade selbst vorwerfen muss, ob man Fehler gemacht hat oder nicht. Wenn die Analyse und die Tradebegleitung nicht falsch war, dann braucht man auch kein Unvermögen bei sich suchen. Man lernt zudem ständig dazu. Ziel ist es, seine Fehler präzise zu analysieren und sie dann in Zukunft zu vermeiden. Das wird dann zwangsläufig zu besserem Trading und somit zum finanziellen Erfolg führen (müssen).

    “Müssten in einer Handelsstrategie die diskretionären Entscheidungen nicht eine Ausnahme bleiben, damit man sie überhaupt Strategie nennen kann?”

    Von welcher Handelsstrategie redest Du? Wenn meine Handelsstrategie aus diskretionärem Trading besteht, dann sind diskretionäre Entscheidungen nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

    “Egal, ich bin einfach am Wanken, ob ich mich an meinen Plan halten soll, oder ob ich ständig meiner Intuition oder meinen Überzeugungen folgen soll.”

    Kann es sein, dass Du diskretionäres Trading mit “Nicht an seinen Trade-Plan halten” verwechselst? VOR einem Trade erstellst Du einen Plan und an den musst Du Dich dann gemäß Deiner Handelsstratgie selbstverständlich auch halten: “Plane Deinen Trade und trade Deinen Plan”.

    “Habe ich nun nicht die Disziplin meinem Plan zu folgen oder ist es sinnvoll diese diskretionären Entscheidungen zu treffen?”

    Wenn ein Nachtziehen der Stopps auf Einstand Teil Deiner Strategie ist, dann ist das eine zulässige Handlung. Wenn dies kein Teil Deines Plans ist, solltest Du entweder den Plan anpassen oder das Nachziehen unterlassen.

    “…diese ständig zu durch diskretionäre Entscheidungen zu manipulieren.”

    “Diskretionäres Trading” ist ungleich “seine eigene Handelsstrategie” manipulieren. Du verwechselst das, wie ich oben schon geschrieben habe. Diskretionär heisst erstmal nur, dass man seine Signale anhand des Charts/Markttechnik selbst festlegt/erkennt und sie nicht durch ein (programmiertes) Handelssyetem oder aus irgendeiner anderer Quelle kommen. Gerade dafür braucht man gültige Regeln, an die man sich selbstverständlich hält. Sonst wäre ja alles nur Intuition und beliebig.

    @juliettpapa

    Gute Kommentare. ;-) Dadurch wurden ja schon einige Punkte von Chris geklärt.

    “Er hat keine Kennziffern die ihm den Entry vorgeben. Erfahrung – das ist hier das Stichwort.”

    So ist es. Wobei man die Entry-Gründe natürlich nennen kann, stehen ja oben. Wie sie sich dann konkret in einem bestimmten Chart-Setup äußern, kommt dann auf die jeweilige Situation an. Dazu kann man sich in der Watchlist dann den Chart ansehen.

    “Daraus resultierend kann Marvin natürlich auch keine Backtests vorlegen (außer den tatsächlich gehandelten Trades).”

    So ist es, ich handle ja schließlich kein automatisches Handelssystem, da ginge das. Bei allen diskretionären Tradern kann nur das Trading-Journal Aussagen über statistische Kennzahlen generieren.

    “Aber mit den ‚Jahren’ bekommt man dann ein Gespür für Charts, Marktreaktionen, Psychologie…. wie gesagt: langwierig und langweilig….”

    Genau. Wobei langweilig würde ich es nicht nennen, aber langwierig definitiv. Jahre der Ausbildung sind da sicher eine adäquate Aussage. Dabei bekommt man dann auch die entsprechende Erfahrung.

    “es passiert mir immer wieder, dass ich kalte Füße bekomme und den Stopp auf BE ziehe, ausgestoppt werde und hinterher gehts weiter in die vorherige Richtung”

    Stopp da lassen, wo er initial ist und erst nach ausreichenden Bewegungen Stopp nachziehen. Alternative: schneller erreichbare Kursziele definieren.
    Und: Weine nie einem Trade nach, wenn sich der Kurs nach dem Ausstoppen in die vorgesehene Richtung bewegt. Genausogut hätte er weitere Verluste produzieren können. Und um das zu verhindern, war der Stopp da. Sollte Dir das allerdings regelmäßig passieren, dann könnte es eine sinnvolle Methode sein, den Stopp etwas weiter als bisher zu platzieren. Eine “gute” Stopp-Setzung ist alles andere als trvial und verlangt mE ebenfalls nach viel Erfahrung.
    Ansonsten: Den Trade neu bewerten und bei günstigem Chance-/Risikoverhältnis neu einsteigen, ansonsten abhaken und sich eine neue Gelegenheit suchen. Es gibt jeden Tag 1000 neue, je nach Zeitebene auch mehr.

    “dass ich jeden meiner Schritte/Entscheidungen überwachen muss und sie hinterher auswerten können muss. Sonst komme ich nicht weiter.”

    Jo, die Auswertung der eigenen Trades im TradingJournal ist vermutlich die einzige sinnvolle Möglichkeit, aus seinen eigenen Fehlern in den Trades effektiv zu lernen, um sie in Zukunft nicht mehr zu begehen. Daher ist ein TJ auch so wichtig, v.a. für Trading-Anfänger.

    “Das ist unter anderem der Grund, warum manche Trader ihr Wissen eben NICHT weitergeben/-verkaufen können.”

    Ja, aber hier kann man es in den Watchlisten und den vorgestellten Trades prüfen und daraus fürs eigene Trading lernen.

    Grüsse
    Marvin

  12. @Marvin
    Hi Marvin, danke für die ausführliche Beantwortung.
    Ich will das Thema nicht zu breit treten. Dinge, die in einem Gespräch ganz schnell geklärt werden können, benötigen in einem Blog manchmal Tage. Das ist der Nachteil des Mediums.
    Aber zum Thema:

    ‘Ja, ausprobieren. ;-) Am besten virtuell mit Demokonto.’
    ;-)

    ‘Ich sortiere sie im TJ nach ihrem chronologischen Auftreten. Aber das meintest Du vermutlich nicht, oder? ‘
    :-)

    ‘Nur die echten Trades in meinem TJ, aber die werde ich logischerweise nicht öffentlichmachen.’

    Was ist die Logik dahinter? Die Volumen könntest du schwärzen, wenn du Volumen das Problem sein sollten.

    Wie gesagt, nochmals danke für die Tipps.

    @All
    Da gibt es bestimmt jede Menge stille Leser. Was ist eure Meinung zum Thema?

  13. @Chris
    ‘Nur die echten Trades in meinem TJ, aber die werde ich logischerweise nicht öffentlichmachen.’

    Weil a) zu aufwendig und b) da meine eigenen Kontodaten/-größen drinstehen. Ich hatte ja nie etwas von einem privaten öffentlichen Konto geschrieben. Dafür werden wir hier das Demo-Konto bzw. das Echtgeld-Konto nutzen.
    Also Daten selbst erstellen mit dem TJ. ;-)

    Grüsse
    Marvin

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